Frühjahr/Sommer 2012: Frida Weyer Digitale Naturen

 

Sie verlässt die gewohnten Pfade: Frida Weyer zeigt erstmals eine Ready-to-wear-Kollektion. Ihre couturigen Schnitte hat die Designerin durch viel naturalistische Prints ersetzt.
Text: Kerstin Kotlar
© Mercedes-Benz Fashion Week
Es ist eine neue Frida Weyer, die wir auf dem Laufsteg zu sehen bekommen. Seit der Gründung ihres Labels geht es für die Berlinerin steil bergauf. 2009 gewann Weyer den Nachwuchsdesignerpreis „New faces award“ und nur drei Monate später zeigte die Designerin ihre Looks auf der Fashion Week Berlin. Seitdem ist die heute 33-Jährige dort Stammgast. Wie fühlt es sich an, wenn jetzt Prominente wie Jette Joop in der ersten Reihe sitzen? „Großartig, es macht einfach Spaß“, freute sich Weyer nach der Show ihrer Sommerkollektion.
Tree Hugger
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In dieser hat sich die junge Designerin von Highfashion verabschiedet und präsentierte ihre erste Ready-to-wear-Kollektion unter dem Namen „City Fever“. Im Fokus: Alltagstauglichkeit. „Den Anstoß dazu haben viele Bekannte gegeben, die mir immer wieder sagten: Mensch, wir finden deine Kreationen großartig, aber wir würden sie gerne auch anziehen“, erzählte Weyer. Deswegen hat die Modeschöpferin, die vor allem durch ihre couturigen Schnitte sowie feminine Rüschen- und Volantkreationen bekannt wurde, sich mehr auf die „Jeans-T-Shirt-Generation“ eingestellt.

So gab es in der neuen Sommerkollektion Shiftkleider mit rechteckigen Kurzärmeln, einige Shorts und Jersey als Material. Besonders auffällig an den recht gerade geschnittenen Entwürfen waren die digitalen Drucke in Orange, Grün, Braun und Blau. Ebenfalls eine Premiere für Frida Weyer. „Ich wollte keine Prints im klassischen Sinne kaufen“, erläuterte die Berlinerin. „Darum habe ich geschaut, was ich selbst machen kann. Mir ist ein Buch über Baumrinde in die Hände gefallen. Da ich mich gerne von der Natur inspirieren lasse, passte das perfekt.“

Die Bilder dieser Baumrinden hat sie verändert und die daraus entstandenen Prints wurden eigens in Italien produziert. „So hat das ganze etwas Organisches, aber es sind keine Blumen, denn das hätte ich für den Sommer nicht sehr spannend gefunden“, sagte Weyer. Glücklicherweise bleibt in vielen Teilen der Kollektion ihre ursprüngliche Handschrift erhalten: Traumhaft schön schwebten beispielsweise ein bodenlanges apricotfarbenes Chiffonkleid und ein gelbes Rüschenkleid, dessen schmaler Rock in Rüschenlagen ausläuft, mit Schleife unter der Brust über den Catwalk am Brandenburger Tor.
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