Frühjahr/Sommer 2012: Lala Berlin Die Macht der Skulptur
Eklektisch, modern und sicher mit sich im Leben, so beschreibt Leyla Piedayesh die Lala-Berlin-Frau. In Mode ausgedrückt heißt das: skulpturale Schnitte und Strick-Mix mit Neopren.
Text: Kerstin Kotlar
„Ich habe für heute Abend eine Überraschung vorbereitet“, deutet Leyla Piedayesh verschmitzt grinsend an. Mehr wird aber nicht verraten als wir die Designerin ein paar Stunden vor der Show beim Postfuhramt – auf das Zelt hatte sie dieses Jahr keine Lust – zum Interview treffen. Zu diesem Zeitpunkt ist noch vieles unfertig. Deswegen versteckt die Lala-Berlin-Kreatrice die vermeintlichen Augenringe hinter einer XL-Sonnenbrille. „Ach und meine Fingernägel habe ich auch noch nicht gemacht“, meint sie mehr zu sich selbst. Komplett aber ist die neue Kollektion und von der gibt es jede Menge zu erzählen.AMICA Online: Ein Markenzeichen von Lala Berlin sind Prints. In welcher Form begegnen sie uns nächste Saison?
Leyla Piedayesh: Angefangen hat alles mit der Idee des Diamanten. Wir haben ihn zerbrechen lassen, kaleidoskopartig, zu immer neuen Spiegelungen. Prints zeigen wir in Form von Sternen, ein anderer heißt Northern Light, benannt nach dem Nordlicht. Zuletzt noch LSD, der ist freaky.
© Kerstin Kotlar
Gebatikte Farbigkeit. Wie auf einem Trip.
Als Material darf bei Lala Berlin natürlich auch Strick nicht fehlen.
Wir haben zweifingerdicke Baumwollkordeln zu einem sehr skulpturalem Pullunder und einer Jacke verarbeitet und haben das Ganze anschließend mit Neopren verbunden. Außerdem haben wir Bikerjacken nachgestrickt und mit Acetat überzogen, sodass es aussieht wie eine Plastikjacke mit Strickmuster.
Wie sind Sie ausgerechnet auf Neopren gekommen?
Ich wollte einfach ein neues Material ausprobieren, das sich eignet skulptural zu arbeiten, um neue Silhouetten zu kreieren.
© Kerstin Kotlar
Bei den Formen wollte ich bei geraden Linien bleiben. Andererseits verfällt diese Geradlinigkeit immer sobald man mit Stoffen arbeitet, die nichts Geradliniges zulassen. Trotzdem sind scharfe Schnitte da.
Damit wären wir bei den Gegensätzen, die typisch für Lala Berlin sind.
Ja genau. Zart und weich, stark und grob, luftig und durchsichtig – das trifft hier alles aufeinander. Diesen Clash mag ich einfach.
Was gibt es Neues?
Wir haben zum ersten Mal ganz tollen Schmuck gemacht, zusammen mit Christ. Auch sehr starr und skulptural, aus Silber, das wir in Schwarz und Weiß lackiert haben. In Berlin sind Sie ja inzwischen eine Institution, die jede Menge prominente Gäste anzieht. Wann sehen wir Sie in Paris oder Mailand?
Das ist eine gute Frage. Ich habe bisher noch nicht darüber nachgedacht. Wenn dann würde ich lieber nach Paris gehen, weil ich die Stadt lieber mag. Aber da haben Sie mich jetzt auf eine Idee gebracht!
Und die Überraschung? Lala Berlin zeigt statt einer klassischen Show die Looks in einer Installation. Stargast Heike Makatsch ist davon kein großer Fan geworden. Dafür aber umso mehr von der pinkfarbenen Shorts des Labels, die sie zu einer schlichten weißen Bluse und taubengrauen Gladiators mit XL-Wedges trägt. „Ich mochte die kleinen Sterngürtel und die Seide mit dem grünen Waldmuster – ich nenn das mal so – hat mir besonders gut gefallen“, so Makatsch. Die exklusiv eingeladene Schauspielerin kam gerne: „Lala Berlin zeichnet sich aus durch Farben, fließende Stoffe, Clubtauglichkeit genauso wie Strandtauglichkeit.“











