Frühjahr/Sommer 2012: Michael Sontag Windspiele
Voluminöse Seide flattert beim Gehen in der Luft, wenn Michael Sontags Models über den Laufsteg schreiten. Spannend werden seine Kreationen vor allem durch den spielerischen Einsatz von Asymmetrie.
Text: Veronika Schaller
Heiter bis wolkig
Der gefeierte Jung-Designer Michael Sontag präsentiert auf der ersten Show der Fashion Week eine Kollketion, die an einen Frühlingstag erinnert: Mal ist sie heiter, mal bewölktSein Markenzeichen, asymmetrische Schnitte, setzte der 31-jährige Wahl-Berliner in voluminösen Formen um. Weite Kleider aus fließenden Stoffen hatten etwa versetzte V-Ausschnitte, ebenso fließende Tops waren vorne kurz und hinten lang geschnitten. Einfache Alltagsteile? Nicht bei Michael Sontag. Hier hat jedes Stück mindestens ein besonderes Detail. Bermudas in pluderiger Silhoutte etwa verpasste der Designer in Falten gelegte, hohe Taillen im Kummerbund-Look. Einen Mini-Rock machten angesetzte Stoffdetails in Schößchen-Optik extravagant. An Ausschnitten spielte er mit verdrehten Stoffen, Ärmel ersetzte er durch Armschlitze. Toll: Zarte Marlenehosen in Off-White-Tönen scheinen wie gemacht für´s Büro.
Die restliche Farbpalette des gebürtigen Bayern reicht von Nude über Taubenblau bis hin Greige (Mischung aus Grau und Beige). Pudrige Farben und glänzende Stoffe im Kontrast soll an „Staubteilchen erinnern, die das Sonnenlicht reflektiern“. Akzente setzen rosafarbene Edelmaterialien. Unter übergroßen Mänteln blitzten Miniatur-Tops hervor. Als Highlight kam ein abstrahierter Trench-Coat mit raffinierten Raffungen als letztes über den Laufsteg. Und das Abschlussdefilee aller Models untermalte der Song „Here comes the sun“. Wie passend.








