Frühjahr/Sommer 2012: Schumacher Leuchtende Kunstturnerin

 

Mit Couture-Mode vollbringt Dorothee Schumacher Höchstleistungen: Sie kombiniert handgefertigte Seidenkleider mit sportlichen Details. In der Kategorie Aufmerksamkeit gewinnen Neonfarben!
Text: Veronika Schaller
© Mercedes-Benz Fashion Week
Ihre Hand streicht über die Wand der rosé-beigefarbenen Umkleidekabine. „Diese Umkleidekabine“, sagt Dorothee Schumacher mit einem liebevollen Unterton, „Ist so, wie das Verhältnis von Frauen zu ihrer Kleidung sein sollte. Sie bietet Raum für die Welt. Weicher Teppich verleiht ein Gefühl der Geborgenheit trotz der Wände aus Beton. Sie verkörpern das Alltagsleben in der Stadt“.
Couture trifft Sport
Zur Bildergalerie
Wir sind beim Aftershow-Frühstück des Labels „Schumacher“ im neuen Concept-Store auf der Schlüterstraße. Gerade hat die Designerin ihre Kreationen für die Frühjahr-Sommer-Saison 2012 vorgestellt und die Besucher des zweiten Fashion-Week-Tages auf schönste Weise aufgeweckt: Mit grüngelben und pinken Neonfarben zu Nude-Tönen. Fließende Hosen mit weitem Bein. Mit Kurzjacken, die durch Volants oder Lochmuster elegant werden. Mit lässig-weiten Tunnelzughosen aus Seide. Mit luftigen Trench-Coats und plissierten Maxiröcken. Motto der Kollektion: Couture heiratet Sport.

„Meine Inspiration waren die Frauen, denen ich täglich begegne. Erfolgreiche Geschäftsfrauen“, erklärt die 45-Jährige „Sie wollen sportlich und glamourös zugleich durch den Tag kommen“. Daher habe Sie couturige Stücke mit sportlichen Elementen, kombiniert. Ihre Kundinnen seien daher auch mutig. „Wenn beim Business-Termin, neonfarbene Kanten unter einem Blazer hervorblitzen, sieht jeder hin“, so die Designerin. Eine selbstbewusste Ansage.
© Marlen Stahlhuth
Dorothee Schumacher
Für Dorothee Schumacher ist Mode sowieso eine Sprache. „ Meine sagt: Genieße das Leben. Es gibt keine Grenzen. Und lass dich vor allem niemals in eine Schublade stecken“, erklärt sie und ihre dunklen Augen blitzen. Sowieso wirkt die Unternehmerin viel entspannter als nach der Präsentation ihrer aktuellen Frühjahr-Sommer-Kollektion im Januar. Was wohl an deren Erfolg liegt. Damals bezeichnete sie die knalligen Farben noch als gewagt. Jetzt meint sie: „Ich empfinde es nun ganz anders. Es scheint mir normal und richtig. Denn die Kollektion hängt in den Läden und meine Kundinnen lieben vor allem die lauten Stücke.“

Der Trick diese mit Nude-Tönen zu mixen bleibt für kommenden Sommer. „Aber wir haben die Karten neu gemisch“, sagt Dorothee Schumacher: „Das Abschlusskleid, eine Couture-Kreation aus Crêpe de Chine bekommt eine schockpinke Spitzenstickerei auf den Rücken. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.“ Ist das also ihr Lieblingsteil aus der Kollektion? „Nein, weil jedes Stück mein Baby ist. Aber das Model hat es geliebt. Und als das Mädchen so ausdrucksstark über den Laufsteg lief, hat mich das sehr berührt.“
Kommentar schreiben
Name
Überschrift
Ihr Kommentar