Germany's next Topmodel 2013Lovelyn: "In Berlin essen die Models Burger"

© BrauerPhotos Neugebauer
Kurz nach dem Sieg bei „Germany’s next Topmodel“ ist Lovelyn Enebechi in ihrem neuen Leben angekommen. Dazu gehört: Trennung von ihrem Freund, Männermodel Toni Mahfud ist nicht, wie gemutmaßt, der Neue, Umherziehen mit der GNTM-Clique auf der Modewoche in Berlin und viele Modeljobs.

Zwischendurch entspannt Lovelyn beim Lunch von S.Oliver, wo die neue Art Collection in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Künstler Qui Shengxian vorgestellt wurde. „Die Show von Lena Hoschek war toll. Bei Ellen Eisemann durfte ich eröffnen und abschließen, was eine große Ehre für mich war“, erzählt Lovelyn nach dem Essen. Von reduzierter Modelkost möchte Germany’s next Topmodel nämlich nichts wissen. Wie zum Beweis stürzten sich Carolin, Maike und Lovelyn auf die Nachspeisen Crème brûlée und Schokoeis.

AMICA Online: Wussten bei den Castings alle Designer, dass Germany’s next Topmodel vor ihnen stand?

Lovelyn Enebechi: Einige kannten mich, andere hatten vielleicht mein Gesicht schon einmal gesehen, konnten sich aber nicht erinnern. Da wir uns ja mit unserem Buch vorgestellt haben, auf dem es vorne drauf steht, wussten sie gleich Bescheid.

Vorteil oder Nachteil, dass Sie als Germany’s next Topmodel dort waren?

Bei manchen war es vielleicht ein Nachteil, weil sie sich damit nicht in Verbindung bringen möchten. Bei den meisten war es allerdings positiv, weil sie wissen, dass wir in der Sendung mit Heidi Klum viel ausprobiert und gelernt haben. Wir haben uns zu richtigen Models entwickelt.

Wie haben Sie sich, was Sport und Ernährung angeht, auf die Fashion Week Berlin vorbereitet?

Tatsächlich mit nichts Besonderem. Für das „Germany’s next Topmodel“-Finale habe ich schon sehr viel gemacht. Dort hatte ich eine gute Figur und tolle Maße. Deswegen habe ich das Programm mit vier bis fünf Tage pro Woche eine Stunde Sport beibehalten. Vor allem meinen Bauch trainiere ich.

Welche Tipps hat Heidi Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Es waren keine speziellen Tipps für Berlin, sondern generell für meinen Weg. Nämlich, dass ich so bleiben soll, wie ich bin. Ganz natürlich und nicht abgehoben.

Wie schaffen Sie es trotz Modeglamour nicht abzuheben?

Ich lebe mein altes Leben, nur dass ich jetzt mehr reise und modele. Meine Freunde und Familie erden mich, das möchte ich unbedingt beibehalten.

Wie haben die anderen Models auf Sie als Germany’s next Topmodel reagiert?

Die meisten sehr aufgeschlossen. Viele kennen mich auch nicht, weil sie im Ausland die Sendung nicht schauen. Die anderen wollten wissen, was ich schon gemacht habe und mein Buch sehen. Sie haben natürlich andere Bücher mit Highfashion-Bildern aus Katalogen und Magazinen, weil sie oft mehr Erfahrung haben. Ich stehe gerade am Anfang meiner Karriere, aber ich habe das „Cosmopolitan“-Cover in der Mappe, das gut ankommt.

Also vergleichen sich Models schon untereinander. Wie hoch sind Konkurrenzdruck und kritische Kommentare?

Natürlich schaue ich andere Mädchen an und denke mir: Die hat eine tolle Figur. Die finde ich zu dünn. In erster Linie allerdings arbeite ich an mir selbst und mache viel Sport.

Wie oft haben Sie sich in Berlin gedacht, dass ein Model zu dünn ist?

Gar nicht so häufig, weil die Designer hier tatsächlich auch Mädchen mit Größe 36 suchen. Nur bei einem Casting waren alle wirklich zu dünn. So möchte ich nicht aussehen. Da gibt es bei mir eine Grenze.

Wo liegt die?

Ich habe keine Gewichtsgrenze. Aber eine Size Zero bei meiner Größe von fast 1,80 Metern, sähe sicher nicht gut aus.

Immer wieder gibt es auch die Geschichten, dass Mädchen Wattebäusche essen, um möglichst dünn zu bleiben.

Das habe ich gar nicht gesehen. Als ich auf den Castings war, haben die Models Croissants, Burger und Pizza gegessen. Dass sie sich darüber unterhalten, wie sie möglichst schlank bleiben, habe ich überhaupt nicht mitbekommen. Eher dass sie das nächste Restaurant suchen. Von Casting zu Casting zu laufen verbrennt schließlich einige Kalorien.

Als wir nach dem Finale gesprochen haben, waren Sie noch optimistisch, was die Beziehung zu Ihrem Freund anging. Jetzt sind sie getrennt. Was ist passiert?

Darüber spreche ich nicht so gerne. Ich genieße mein momentanes Single-Leben. Denn Rest würde ich gerne privat halten.

Natürlich. Käme denn ein Männermodel grundsätzlich in Frage?

Nicht unbedingt. Wenn er dann genauso viel unterwegs ist, macht es alles noch komplizierter. Und momentan konzentriere ich mich nur aufs Modeln.

Was ist Ihnen wichtig bei einem Mann?

Dass er sich um mich kümmert und für mich da ist, wenn es mir nicht gut geht. Ein Macho wäre nichts für mich. Ganz wichtig finde ich auch gemeinsame Interessen.

Worauf schauen Sie beim Style eines Mannes als erstes?

Auf die Jacke und die Schuhe. Ich finde Boots zum Schnüren, etwas abgetreten, ein bisschen Thomas-Hayo-Style ziemlich cool, aber ich mag auch Sneakers, wenn sie zum Rest des Stylings passen. Coole Lederjacke oder Jeansjacke sind toll, Regenjacke geht gar nicht.

Was sind außerdem No-gos?

Merkwürdig sitzende Hosen, also wenn sie zu kurz und am Po zu eng sind. Wenn ein Mann ganz dünn ist, sollte er keine engen Oberteile tragen. Außerdem sollten Typen nicht zu viel Schmuck tragen. Maximal Kette und Armband, Ringe finde ich ganz schwierig. Auf den Berliner Hipster-Style stehe ich nicht besonders.

Was halten Sie von tiefen V-Ausschnitten?

Das gefällt mir. Wenn da ein paar Härchen zu sehen sind, macht das nichts. Nur herausquellender Pelz ist nicht so schön.



keko