Interview mit Guido Maria Kretschmer„Dass Schwule mich mögen, ist das größte Kompliment“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Figurumspielende Silhouetten, luxuriöse Stoffe und sinnliche Looks: Kaum ein Mann weiß so gut wie Guido Maria Kretschmer, wie der weibliche Körper am besten in Szene gesetzt werden kann.Ein brombeerroter Faden zieht sich durch die Kollektion. Und zwirbelt sich immer wieder zusammen zu floralen Details - als Spitzensäume, aus Steinen aufgestickt an den langen Handschuhen, von oben bis unten an bodenlangen Roben. Guido Maria Kretschmer wickelte mit seiner „Altai“-Kollektion für Herbst/Winter 14/15 unzählige Promi-Damen ein. Katja Riemann rutschte auf ihrem Platz in der ersten Reihe aufgeregt hin und her, deutete immer wieder auf die Kreationen, formte mit ihrem ganzen Gesicht ein sichtbares „Wow!“. Ebenso hat Judith Rakers direkt mit Hasenöhrchen geschmücktem iPhone ihr persönliches Einkaufsalbum fotografiert.

„Mir haben die beiden Kleider mit den Rosen besonders gut gefallen“, verriet die Moderatorin nach der Show. „Ich mag an Guido, dass er Frauen wie Frauen anzieht. Es ist immer sehr weiblich.“ Obwohl Kretschmer sich dieses Mal ganz bewusst viel reduzierter zeigte. „Ich wollte eine modernere Kollektion machen. Sie ist ein bisschen rockig, mit viel Schwarz und den Brombeertönen, die mir vergangene Saison schon so gut gefallen haben.“ Die hat der Designer kurzerhand neu interpretiert. Seine Mode soll saisonübergreifender werden. Für Herbst/Winter kombinierte Guido Maria Kretschmer Materialien wie Strick und Leder, Webpelze und Seide, spielte mit Layerings. Neben vielen Kostümen präsentierte er viele glamouröse Abendkleider, die darauf warten, auf den roten Teppichen ausgeführt zu werden.

Dort ist Guido Maria Kretschmer auch selbst immer öfter unterwegs. „Seit ich so angesagt bin, ist das ein richtiger Beruf geworden. Das braucht wirklich viel Zeit. Manchmal dauerte es eineinhalb Stunden bis ich durch war. Danach war ich so fertig, dass ich zu manchen Veranstaltungen erst gar nicht mehr hingegangen bin“, sagt der „Shopping Queen“-Star und Buchautor. Doch davor blieb genug Zeit für Beobachtungen zu bewundernswerten Diven wie Iris Berben, Anna Loos oder Nadja Uhl und Ludern wie...

AMICA Online: Welchen Frauentypen begegnen Sie auf dem roten Teppich?
Guido Maria Kretschmer:
Es gibt die Diven, die den roten Teppich dafür nutzen, um zu sagen: Es gibt mich. Das sind diejenigen, die dort hingehen, weil jeder weiß, dass sie hingehen. Dann gibt es diejenigen, die sich eigentlich verstecken wollen. Sie brauchen oft die Hilfe eines Designers, damit sie sich hinter einem Kleid verstecken können. Zuletzt gibt es die Frauen, die immer rufen: Ich bin mehr als du. An denen ist alles zu viel. Die gibt es in jung und in alt. Es ist eine reale Welt, die aus dem Ruder gelaufen ist.

© Marcel Sauder/C-Date
Was ist aus dem Ruder gelaufen?
Dass einige übertreiben und zum Beispiel nackt kommen. So wie eine Micaela Schäfer. Unnötig finde ich es auch, dass Viele ihre Ehepartner und Kinder mitschleppen und genauso an den Mann bringen wollen. Diese Verkaufsabsicht, die dahintersteckt, mag ich nicht. Es ist ein Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Ist Rotes-Teppich-Luder also ein Beruf?
Kann man davon leben? Frage ich mich immer wieder. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wer da so alles rumspringt. Mich begrüßen Viele und umarmen mich, obwohl ich sie gar nicht kenne. Das ist befremdlich. Das können übrigens auch Männer sehr gut. Da sind manche Grenzen des Anstands außer Kraft gesetzt.

Sie haben eben ja auch ordentlich ausgeteilt gegen Melanie Müller, die jetzt ins Dschungelcamp einzieht.
Ihr Verhalten verstehe ich nicht. Es muss ja nicht sein, dass sie gleich in eine fremde Badewanne steigt. Oder dass sie in meiner Sendung ihre ganze Dildo-Sammlung präsentiert. Damit wünsche ich ihr viel Spaß, aber dass sie einzelne kommentiert mit „Oh, das ist meine Nachttischlampe“, ist einfach zu viel. Da hört es bei mir auf. Ich wünsche ihr für den Dschungel alles Gute. Sie weiß ja, warum sie dort ist.

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„Dass Schwule mich mögen, ist das größte Kompliment“