Herbst/Winter 11/12: Schumacher Bianca Jagger sieht Knallfarben

 

Ihre Inspirationsquellen 70er-Jahre und Pop-Art lässt Dorothee Schumacher in einer Kollektion zusammenfließen. Das mündet in gewohnt feminin-schönen Looks, ist aber mutiger als sonst.
Text: Veronika Schaller
© Mercedes-Benz Fashion Week
Küsschen links, Küsschen rechts. Dorothee Schumacher kann kaum zwei zusammenhängende Sätze sprechen. Schließlich wollen alle gratulieren, die zum After-Show-Empfang ins Berliner Luxuskaufhaus Quartier 206 kommen. „Das ist so aufregend“, sagt die Designerin und man merkt ihr an, wie erleichtert sie ist. „Diese überwältigend positive Rückmeldung von den Einkäufern freut mich sehr. Schließlich habe ich viel gewagt.“

Damit meint sie die Herbst-Winter-Kollektion 2011/2012 ihres Labels Schumacher, die sie kurz zuvor im Rahmen der Fashion Week vorgestellt hatte – in Anwesenheit berühmter Fans wie Sebil Kekilli und Alexandra Neldel.
Signale in Farbe
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Sie sahen etwa die transparent-nudefarbenen Blusen und fließenden Kleider, für die das Label bekannt ist, aber auch viel Neues.

Artsy Blumenprint auf Seide etwa, auf dem Boden schleifende XL-Schals, Röcke in Lack-Optik und 70ies-Silhouetten. Ausgestellte Hosen folgten bodenlagen Pailletten-Röcken und A-Linien-Jacken mit Trompetenärmeln. Am mutigsten jedoch: Dorothee Schumachers Farbwahl. Neo-Pop-Farben von Orange über Fuchsia und Smaragdgrün bis hin zu Türkis leuchteten vom Laufsteg. Knalltöne als neues Winterschwarz!

„Ich war in Paris um Stoffe einzukaufen“, erzählt die Geschäftsfrau: „Als ich die Pop-Art-Ausstellung von Murakami besuchte, kam mir plötzlich der Gedanke, Bianca Jagger müsse an den signalfarbenen Bildern vorbeilaufen.“ Gerade weil der 70ies-Look momentan überall in der Luft läge, so die Designerin: „Das erste was mir durch den Kopf geht, wenn ich an diese Stilikone denke, sind scheinbar endlose Maxiröcke und eine Frau mit vielen Facetten. Mir gefällt, dass sie mit Spaß nach vorne ging.“
© PR
Wahrscheinlich, weil Dorothee Schumacher selbst mit Spaß nach vorne geht. 1989 gründete sie ihr Unternehmen und ist heute mit ihren Kleidern in mehr als 40 Ländern und 600 Modehäusern vertreten. Ihr Erfolgsgeheimnis: „Typisch Schumacher sind vor allem die Brüche“, sagt sie. „Zum Beispiel zwischen Materialien wie nudefarbener Seide und derbem Leder.“

Damit wolle sie alle Facetten einer Frau ausdrücken, so die 45-Jährige: „Ihre toughe Geschäftsseite und auch ihr zartes Wesen.“ Was sie denkt, wenn sie über ihrem Aufstieg von der Auszubildenden beim Modekaufhaus „Peek & Cloppenburg“ zur weltweit gefeierten Designerin nachdenkt?

Dorothee Schumacher: „Lasse ich meine Karriere Revue passieren, berührt mich das sehr. Es ist Wahnsinn, dass das Schumacher-Universum so groß geworden ist und alle Menschen darin mir nachgehen. Oder mich tragen, wenn es darauf ankommt.“

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