Herbst/Winter 12/13: Schumacher „Meine Kollektion ist für die Diven der Jetzt-Zeit“

 

Von der Design-Ikone Madame Grès inspiriert, kreierte Dorothee Schumacher Mode für stark-zarte Business-Frauen. Mit AMICA Online sprach sie über ihre Visionen und die Magie des Glücksklees.
Text: Veronika Schaller
Das deutsche Erfolgsmodel Luca Gadjus eröffnet die Show mit Nonchalance – und in einer Seidentaft-Kombination, so bunt gemustert, als blicke man auf die Welt durch ein Kaleidoskop. Va-va-voom! Dass die Models eine natürliche Schönheit und Grazie haben, ist Dorothee Schumacher besonders wichtig. „Ich will Frauen mit Allure und Klasse“, sagt die Designerin „Nicht nur Maße bestimmen, wer für mich läuft. Auch Benehmen und innere Schönheit sind entscheidend.“ Wenn diese Mädchen, die so gut zur Schumacher-Mode passen, mit positiver Kraft auf den Laufsteg treten, ist die 46-Jährige ganz ergriffen. Und wenn sie nach der Show unter Applaus und sogar Jubelschreien ihren Gästen zuwinkt, dann glänzen selbst die Augen der toughen Geschäftsfrau vor Rührung. „Vor einer Show entsteht eine ganz eigene Melange an Aufgeregtheiten“, sagt sie. „Strahlt mir zum Finale die Energie des Publikums entgegen, fühle ich mich plötzlich wie befreit. So ein Feedback zu bekommen ist sehr emotional. Eigentlich weine ich nicht oft. Aber ist die Stimmung derart aufgeladen, passiert Unglaubliches mit einem selbst.“

Für diese Mischung aus Stärke und Zartheit steht Dorothee Schumacher – genau wie ihre Mode. „Das macht für mich das Frausein aus“, erklärt sie. „Wenn ich die Frauen, die mir begegnen sehe, sehe ich nicht ihr Äußeres, sondern ihr Inneres. Dass sie ihre Profession mit großer Passion ausführen, macht sie für mich so lässig. Für diese Diven der Jetzt-Zeit ist die Kollektion gemacht.“
© Marlen Stahlhuth
Dorothee Schumacher
Aber nicht nur Begegnungen mit Frauen auf der ganzen Welt formten Dorothee Schumachers Vision für den modischen Herbst und Winter 2012/2013. Auch eine Design-Ikone aus der Vergangenheit nahm sie sich zum Vorbild: Die Pariser Couturière Madame Grès schneiderte in den 40er-Jahren Diven wie Marlene Dietrich, Greta Garbo oder Jacqueline Kennedy Roben auf den Leib. „Um mich inspirieren zu lassen, durfte ich sogar das private Archiv im Kobe Fashion Museum in Japan begutachten“, schwärmt die Designerin. „Ein ehrwürdiger Moment. Schließlich hält man da Zeitzeugen in den Händen.“

Dort stellte sie sogar Gemeinsamkeiten zu ihren Kreationen fest. Eine klare Linie, aber mit Liebe zum Detail, wie zum Beispiel Biesen oder besondere Farben. Diese Mischung mache glücklich, findet Schumacher.

Von positivem Glück spricht auch ihr neuestes Baby: eine Schmuck-Kollektion, mit dem vierblättrigen Kleeblatt als Motiv. Ein Motiv, das sich durch Dorothee Schumachers Leben zieht. „Als Kind war ich ein Wirbelwind. Aber wenn ich die Augen weit aufgerissen habe und nach vierblättrigen Kleeblättern gesucht habe, hat mir das ein‚ ´ja, ich schaffe das´-Gefühl gebracht.“
Und sie schafft so einiges: Dieses Jahr präsentierte das Label seine Kollektion auch in Bejing und brachte prompt Verträge für zwei chinesische Shop-in-Shops mit nach Hause. Auch in Deutschland expandiert das Label weiter. Bei der Show in Berlin etwa war eine Neu-Kundin für ein Shop-in-Shop Projekt in Kopenhagen dabei. Und auch am Münchner Odeonsplatz soll es bald einen Schumacher-Store geben.

Ein Ende des Erfolgsweges ist nicht in Sicht. Dorothee Schumacher: „Sensible und mutige Schumacher-Frauen gibt es auf der ganzen Welt und wir wachsen immer weiter. Ich weiß nicht, wo uns das noch hinträgt“.
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