Herbst/Winter 13/14: Rebekka RuétzNach der Modewoche steigen die Verkaufszahlen

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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© Mercedes-Benz Fashion Week

In den letzten Tagen vor der Show ist für Rebekka Ruétz die Preiskalkulation ihrer aktuellen Herbst-Winter-Kollektion auf dem Plan gestanden. „Es ist jedes Mal ein Jonglieren“, erzählt die Designerin im Gespräch mit AMICA Online. „Ich achte auf das Preislevel meines Labels und habe aber auch mal Ausnahmen dabei. Blusen beispielsweise kosten zwischen 200 und 400 Euro, aufwendigere Kreationen mit viel Stoff und Details gehen auch mal für 500 Euro in den Verkauf.“ Aktuell ist das im Online-Shop und in Läden in ihrer Heimat Österreich sowie in Deutschland, Spanien und Italien.

In ihrer Mode geht es ihr immer um die Verbindung von Sichtbarem und Unsichtbarem. Ihr Markenzeichen: eingearbeitete Chakren-Drucke. 2009 gründete die Designerin ihr Label und ist nun mit großen Schritten dabei sich im Modegeschäft zu etablieren. Auf der Fashion Week Berlin gab Rebekka Ruétz mit der im Juli 2011 ihr Debüt. Im Studio präsentierte die Newcomerin ihre zarten Entwürfe unter dem Motto „Die 4 Ringe der Offenbarung. Kapitel III. Die Jungfrau“. Inzwischen zeigt die Absolventin der Akademie für Mode & Design in München, zum zweiten Mal, auf dem Runway.

Die Aufmerksamkeit, die ihr die Modewoche einbrachte, hat ihr kleines Label vorangebracht. „Das habe ich direkt an den Verkaufszahlen ablesen können. Deswegen ist es schon ein großer Schritt in Berlin zu zeigen“, sagt Ruétz. Mit dem wachsenden Interesse von Presse und Einkäufern spekuliert die Kreative, die ebenso Geschäftsfrau ist, ganz bewusst. „Im Laufe der Zeit ist alles größer, interessanter und für mich als Designerin spannender geworden. Ich möchte zum einen mir etwas beweisen und zum anderen zeigen, dass mein Label wächst.“

Brot und Spiele
Rebekka Ruétz, Herbst-Winter-Kollektion 2013/2014

Der Schritt vom Studio auf den Runway bedeutete zunächst zwar auch höhere Kosten für den Veranstaltungsort. Doch da helfen der jungen Marke einerseits Kooperationen (diese Saison mit der Schuhmarke Zign und der Hutdesignerin Candice Angélini) und andererseits erklärt Ruétz: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vielmehr auf die Idee ankommt, die man umsetzen möchte, sodass die Laufsteg-Show nicht automatisch mit höherem finanziellen Aufwand verbunden ist.“

Die Finanzen hat die Designerin von Anfang an bei jeder Kollektion im Blick. „Mir ist es nur bei der ersten Kollektion passiert, dass ich Stoffe gekauft habe, die gar nicht gepasst haben“, sagt Ruétz. „Sobald man mal seine erste Preiskalkulation gemacht hat, merkt man ganz schnell, was nicht geht. Das habe ich auch im Hinterkopf, wenn ich auf Stoffmessen gehe.“ Denn trotz aller Philosophie, die ihre Marke charakterisiert, gilt eines: „Wenn man in einem kleinen Unternehmen mit einem kleinen Team arbeitet, muss man sich auch eingestehen, dass da Grenzen sind. Da ist kein Spiel für kreative Ergüsse, wenn es preislich einfach nicht reinpasst. Am Ende des Tages möchte ich gut verkaufen. Ich möchte meine Kleider an den Frauen draußen sehen.

Die Preisschere schneidert also immer mit. Wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis in den Augen von Rebekka Ruétz nicht angemessen ist, muss sie an verschiedenen Rädchen drehen. „Ich suche nach einfacherer Verarbeitung, versuche den Materialmix zu reduzieren und andere Schnitte zu finden“, erklärt die Designerin. Die Herbst-Winter-Kollektion 2013/14 entwarf die Österreicherin in den Bergen von Los Angeles während ihrer Inspirationsreise in den USA. Der Film „Die Tribute von Panem“ inspirierte sie zu Entwürfen nach dem Motto „Panem et circenses“, also Brot und Spiele für das 21. Jahrhundert.

© Mercedes-Benz Fashion Week

Das Ergebnis? Rebekka Ruétz erläutert: „Ich habe grundsätzlich drei Themen in der Kollektion. Das erste habe ich „Dolly-Look“ genannt, der als Puppenlook gut zu den Spielen passt. Mit vielen tulpenförmigen Silhouetten, vielen runden Krägen und spannenden Farbkombinationen. Als zweites kommt der „3-D-Look“ dazu, weil ich weg von der klassischen Vorder- und Rückansicht hin zu einem 360-Grad-Eindruck wollte. Das dritte Thema habe ich eine bezaubernde Einfachheit genannt. Das heißt runde Schultern, weite Ärmel, Schalkragen.“

Ihre Lieblingsteile in der Kollektion sind die Kreationen aus einem haarigen Kuschelstoff, den sie „Schäfchen-Stoff“ genannt hat. Welche ihrer Kleider-Schäfchen (in Form von Maxi- und Midi-Röcken, Shiftkleidern, Pullis oder Kunstledermänteln) als erstes in den Kleiderschränken ihrer Kundinnen landen, wird sich zeigen.

Ob Mantel, Blazer oder Bluse, die Stückzahl ist bei jedem Teil unterschiedlich. Ein Kleid aus ihrer Kollektion wird etwa 50 Mal produziert. Über Österreich ist die Marke Rebekka Ruétz inzwischen hinausgewachsen. In ihrer Heimat entstehen nur noch die Musterkollektionen. „ Ich niemanden mehr gefunden, der unsere Kapazitäten schafft. Obwohl wir ein kleines Label sind, sind wir für Österreich schon zu groß“, erzählt Ruétz, Stolz schwingt mit in ihrer Stimme. Die große Produktion findet deswegen in Cottbus statt. „Wir überlegen auch schon in Italien produzieren zu lassen. Auf jeden Fall möchte ich im Herzen Europas bleiben.“

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