Interview mit Bonnie Strange„Ich habe verknallt in Vegas geheiratet, na und?“

von AMICA Online Redakteurin
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© Facebook/ Bonnie Strange
Heute trägt sie transparenten Plastikrock zum Bauchfrei-Top. Rosafarbene Federpuschel krönen ihre wasserstoffblonden Haare, auf der Stirn funkeln Glitzerklebesteine. Bonnie Strange fällt auf. Immer. Ob mit Katzenohren auf dem Kopf, übergroßen Lederjacken oder XL-Plateauschuhen. Und sie macht was ihr gefällt. Ihren Partner, den Dandy-Diary-Blogger Jakob Haupt, heiratete sie nach weniger als einem halben Jahr Beziehung in Las Vegas – in einem durchsichtigen Kleid. Auf dem Hochzeitsfoto raucht sie, er reckt der Welt den Mittelfinger entgegen. Ironisch benutzt die 26-Jährige Schimpfwörter wie „Bitch“ und „F***“ in jedem zweiten Satz. Sie kümmert sich nicht darum, was andere denken. Zu groß ist ihre Liebe zur Mode und zum Leben. Zu groß der Spaß daran, ihre eigene „Barbiepuppe“ zu sein. Dass sie sich nicht verstellt, dass es angesagt ist schrill zu sein, „strange“ eben, hat die Modebranche erkannt. Kein Zufall und nicht das Ergebnis ihrer Liaison mit Ex Wilson Gonzalez Ochsenknecht, sondern das harter Arbeit. Neben Model- und Botschafter-Jobs für Manhattan Cosmetics, H&M Devided und Review, arbeitet sie als Fotografin (sie lichtet zum Beispiel Künstler für Universal ab) und betreibt außerdem in Berlin den Laden „The Shit“ mit eigener Modelinie.

Auch während der Fashion Week in Berlin ist ihr Terminplan so voll wie ihr berstender Kleiderschrank. Zum Auftakt moderiert sie die Fashion Show des Designer-Wettbewerbs „Discover a fashion talent“ von Starbucks und plaudert mit AMICA Online über Hass als Inspiration, ihre neue Leidenschaft für die 90er-Jahre und verrät warum es manchmal schwierig ist, einen stilsicheren Mann an der Seite zu haben.

 

AMICA Online: Wie sind Sie auf dieses Outfit gekommen?

Bonnie Strange: Ich liebe gerade die 90er-Jahre und habe mir den Look von Sailor Moon abgeschaut. Weil ich selbst mit meinem Label „The Shit“ bei der Fashion Week zeige, habe ich es bei der Kleiderwahl einfach – ich ziehe einfach Teile aus meiner eigenen Kollektion an und muss nicht mehr shoppen gehen.

Woher stammt die Idee zum Rock?

Als Inspiration diente ein Regenschirm. Das passt zum schlechten deutschen Wetter.

Sie zeigen derzeit gerne Ihre Dessous unter transparenten Stoffen.

Ja, sehr viele meiner Key-Pieces sind aus Plastik. Lustig ist, dass andere Labels auch mit Durchsichtigkeit arbeiten. Das habe ich erst gar nicht so gemerkt, als wir die Kollektion designt haben. Aber es gibt allgemeine Wellen und plötzlich mögen und machen alle das gleiche. Federn spielen bei uns übrigens auch eine große Rolle.

© Facebook/ Bonnie Strange
Kleiden Sie sich eigentlich mit einem Augenzwinkern, oder ist das alles ernst gemeint?

Teils, teils. Einerseits ziehe ich mich nicht an, um mich besonders schön zu machen. Mir geht es vor allem um den Spaß dabei. Manchmal wache ich auf und fühle mich nach Hip Hop. Am nächsten Tag mag ich es superelegant, manchmal sogar spießiger. Ich spiele mit mir wie mit einer Barbie. Aber die Sachen, die ich trage, gefallen mir wirklich.

Auch die Plateau-Buffalo-Schuhe, die Sie stolz bei Facebook gepostet haben? Für viele sind die ja eine verdrängte Modesünde!

Ja, ja, ja! Die finde ich super. Früher hatte ich leider nicht genug Geld für die Originalversion und musste mit nachgemachten Schuhen Vorlieb nehmen. Aber jetzt kann ich sie endlich haben.

Sie holen also die 90er zurück.

Zusammen mit vielen coolen Mädchen in London und Berlin. Gerne schaue ich mir Tumblr-Blogs und Streetstyles an, um zu sehen, was modisch passiert. Die 80er waren ja lange genug angesagt, irgendwann konnte ich die Leggins und Neon-Accessoires gar nicht mehr sehen. Es gibt so vieles aus den 90er-Jahren wieder zu entdecken. Zur Zeit höre ich zum Beispiel ständig Spice Girls oder Tic Tac Toe, lasse mich auch von deren Style inspirieren.

Auf der nächsten Seite erzählt Bonnie Strange von ihrer Lebensphilosophie "Yolo" und ihrer Spontanhochzeit in Las Vegas 

 

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„Ich habe verknallt in Vegas geheiratet, na und?“