Interview mit „GNTM“-Star Maike„Beleidigungen im Internet sind furchtbar!“

von AMICA Online Redakteurin
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© Marlen Stahluth
Eine Szene der siebten „Germany’s next Topmodel“-Staffel hat sich bei den Zuschauern ins Gedächtnis eingebrannt. Kandidatin Maike van Grieken darf mit Heidi Klum zur amfAR-Gala und ein rotes Kleid von Michael Kors tragen. Doch weil sie die Farbe hasst, fließen Tränen. Eingeblendet werden auch immer wieder Lästereien der anderen Kandidatinnen gegen die angeblich so schwierige wie hübsche 19-Jährige.

Doch wer Maike trifft, bekommt ein ganz anderes Bild von ihr: Erwachsen, freundlich und fröhlich wirkt sie beim Nachwuchs-Designer-Wettbewerb „Discover a fashion talent“ von Starbucks, wo sie eine bodenlange Robe mit tiefem Rückenausschnitt der Gewinnerin Alice M. Huynh präsentiert. „Ich wurde regelrecht ins Kleid genäht“, sagt sie nach der Show lachend. Ihre gute Laune ist berechtigt. Bei der gerade laufenden Fashion Week Berlin kommt sie gut an, ist insgesamt sieben Mal gebucht. Zum Beispiel für die Couture-Schau von Kauffeld und Jahn, für Camp David und Soccx, oder für Ellen Eisemann. Mit AMICA Online plauderte die „Germany’s next Topmodel“-Zweite über das Model-Dasein, die aktuell herrschende Shitstorm-Wut und verriet, wie sie sich fit hält.

 

AMICA Online: Was ist in Ihrem Leben passiert seit dem Ende von „Germany’s next Topmodel?“

Maike van Grieken: Sehr viel, ich bin ständig als Model unterwegs. Jetzt zum Beispiel auf der Fashion Week Berlin. Am Donnerstag sind wir schon angereist um auf Castings zu gehen.

Wer ist „wir“?

Ein paar der anderen „Germany’s next Topmodel“-Kandidatinnen dieser Staffel: Carolin, Luise und Lovelyn.

© Facebook/ Maike Topmodel 2013
Sind Sie dann auch wirklich zusammen unterwegs?

Ja, das ist ein bisschen komisch gelaufen. Eigentlich hatten Luise und ich uns Hotelzimmer gebucht. Aber dann haben wir spontan entschieden, dass wir doch alle gemeinsam bei Carolin schlafen wollen. Die hat hier in Berlin eine Wohnung.

Das klingt ja nach richtiger „GNTM“-WG!

Ja, stimmt. Lustig, oder? (lacht)

Und klappt das Zusammenwohnen auch? Während „Germany’s next Topmodel“ wollte ja niemand mit Ihnen das Zimmer teilen.

Jetzt verstehen wir uns sehr gut. Wahrscheinlich, weil wir uns nicht mehr in dieser Extremsituation befinden. Man muss sich das mal vorstellen: bei „Germany’s next Topmodel“ war ich drei Monate lang mit einem Haufen Mädels eingesperrt. Wir saßen die ganze Zeit aufeinander, hatten keine Möglichkeit uns einen Tag lang aus dem Weg zu gehen. Ist doch klar, dass es da Reibereien gibt.

Eine Frau, die neben Maike sitzt, mischt sich ins Gespräch ein. Sie gibt ihr Recht und schwärmt „Du machst das richtig toll!“

Passiert Ihnen das jetzt häufig? Das Fremde auf Sie zukommen und Ihnen gut zusprechen?

Ja, viele Jüngere wollen Fotos mit mir oder Autogramme. Aber es sind vor allem Ältere, die mir sagen, wie toll sie mich fänden und dass ich alles richtig gemacht hätte. Das war schon während der Sendung so. Ich habe mehr Fans bei den ab 20-Jährigen, als bei den 14- und 15-Jährigen.

Sie mussten auch viele böse Kommentare ertragen. Was sagen Sie zur allgemeinen Shitstorm-Wut im Internet?

Ich finde das furchtbar. Konstruktive Kritik ist ja schön und gut. Aber man sollte nicht beleidigend werden und nur schreiben, was man demjenigen auch ins Gesicht sagen würde.

© Facebook/ Maike Topmodel 2013
Wie haben Sie es wahrgenommen: Sind Ihre Zickereien im Fernsehen überspitzt dargestellt worden?

Das ist schwer zu sagen, weil zwischen dem Dreh und dem Gucken im Fernsehen Welten liegen. Was die Konkurrentinnen über mich gesagt haben, habe ich vor Ort natürlich nicht so mitbekommen. Vieles, was passiert ist, habe ich bewusst nicht wahrgenommen und bei der Ausstrahlung wurde das dann in den Vordergrund gerückt. Während der Staffel habe ich das alles nie als schlimm empfunden. Aber vielleicht war das nur mein Eindruck und für Außenstehende, für die Produzenten, hat es viel schlimmer gewirkt.

Bereuen Sie manchmal mitgemacht zu haben?

Etwas wie „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich nie beworben“, habe ich noch nie gedacht. Es ist schon gut, dass ich dabei war. Sonst säße ich heute auch nicht hier.

Was haben Sie aus der "Germany's Next Topmodel"-Zeit  gelernt?

Ich ziehe auf jeden Fall rote Kleider an! (lacht)

Ehrlich?

Ja, klar. Ich meine, schon vor diesem Vorfall, auf der Fashion Week in New York , hatte ich ein rotes Kleid getragen. Genau wie beim allerersten Foto-Shooting für „Germany’s next Topmodel“ in Wiesbaden. Das war für mich kein Riesending.

Warum dann dieser Ausraster?

Es waren wohl die Umstände. Ist ja jetzt auch egal. Ich habe rumgezickt, Punkt, aus, fertig. Da gibt es nichts schön zu reden. Aber ich würde für jeden Job jederzeit etwas Rotes anziehen. Als Model musst du tragen, was dir gegeben wird. Egal, ob es dir gefällt, oder nicht.

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„Beleidigungen im Internet sind furchtbar!“