Interview mit Jessica Stam Ich liebe Currywurst!
Ein kanadisches Supermodel ist Gesicht der Mercedes-Benz Fashion Week. Bei ihrem Besuch in Berlin sprach Jessica Stam mit AMICA über Anti-Diät, Laufstegdesaster und Jacobs „Stam“-Bag.
Text: Veronika Schaller
Jessica Stams Markenzeichen funkeln im Blitzlicht, als sie über den Laufsteg zu ihrem Platz in der Front Row schreitet. Ihre swimmingpoolblauen Augen. Eine 20-köpfige Fotografentwalze um sie herum schiebt andere Promis wie Jessica Schwarz, Mirja Du Mont oder Karoline Herfurth grob zur Seite. Eine Frau in der zweiten Reihe setzt sich ihre Sonnenbrille auf. Es blendet. Jessica Stam aber lächelt ein verführerisches Lächeln in die Kameras. Als Kampagnenmodel der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin muss sie das auch. Jessica Stam ist Vollprofi.Mit 15 Jahren in einem Café von einem Talentscout entdeckt, ging es für die Kanadierin mit den Maßen 80-62-98 in High-Heels rasant nach oben. Die heute 25-Jährige wurde unter anderem von Dolce & Gabbana, Chanel, Dior, Prada und Alberta Ferretti gebucht. 2007 ernannte die US-Zeitschrift „Vogue“ sie zum Supermodel der neuen Generation, zusammen mit Kolleginnen wie Doutzen Kroes, Chanel Iman und Agyness Deyn. Außerdem schaffte sie es mit einem Jahreseinkommen von 1,5 Millionen Dollar auf Platz 15 der bestverdienendsten Models.
© Mercedes-Benz Fashion Week
Ja, das war mein Berufswunsch, bis mir die Zahnspange herausgenommen wurde und ich mit dem Modeln anfing. Das gefiel mir besser.
Wäre der Job wieder eine Option, wenn Sie Ihre Karriere beenden?
Nein (lacht).Viel eher könnte ich mir vorstellen als Journalistin zu arbeiten. Für die „Huffington Post“ schreibe ich bereits eine Kolumne. Gesundheits- und Umweltthemen interessieren mich sehr. Vielleicht könnte ich auch über Mode schreiben.
Lesen Sie denn Klatschnachrichten über sich?
Nein, das ist Zeitverschwendung. Was würden Sie über die Mercedes-Benz Fashion Week schreiben?
Dass ich die vielen aufgestylten Menschen inspirierend finde. Außerdem gefällt es mir auf dem Laufsteg zu betrachten, was die Designer sechs Monate lang mit viel Herzblut geschaffen haben.
Inetressieren Sie sich überhaupt für Mode, oder befassen Sie sich damit nur beruflich?
Auch in meinem Privatleben spielt Mode eine große Rolle. Selbst wenn ich während Fashion Weeks meist nur wenig Zeit habe, versuche ich mir ein paar Shows als Gast anzusehen. Außerdem finde ich, dass man mit Mode seine Persönlichkeit ausdrücken kann.
Wie zeigen Sie Ihre?
Ich möchte mädchenhaft wirken und zugleich seriös, sexy und zugleich cool. Daher trage ich heute dieses Kleid von Azzedine Alaia. Es hat einen flirty-kurzen Rock, ist aber hochgeschlossen und toll verarbeitet. Dazu: sexy aufgeschlitzte Stiefel des Designers. Sie haben sich die Show von Rena Lange angesehen. Wie fanden Sie sie?
Die Kollektion war toll. Die Shorts und Gürtel hätte ich am liebsten direkt in meinen Koffer gepackt.
Viele der Models wackeln auf Ihren Mega-Heels. Können Sie das nachvollziehen?
Und wie! Ich bin in einer Chloé-Show sogar schon einmal auf Knie und Hände gefallen, musste danach noch drei weitere Male über den Laufsteg.
Ups, das Albtraum-Szenario. Wie haben Sie reagiert?
Ich habe tapfer meine Schuhe anbehalten und den Fehler einfach weggelacht. In dem Moment war es sehr peinlich. Aber im Rückblick finde ich es gar nicht mehr so schlimm.
© REUTERS
Dann verbringe ich am liebsten Zeit mit Freunden und Familie in der Natur. Wir fahren für ein oder zwei Tage nach Long Island oder Kanada.
Und an einem verregneten Tag in Ihrer Heimat New York?
Dann sitze ich am liebsten mit Freunden im Café. Oder sogar alleine, mit einem Buch und lese.
Zu ihren Freunden zählt neben Hilary Rhoda, Coco Rocha und Mary-Kate Olsen auch Marc Jacobs oder?
Ja, leider habe ich ihn verpasst als er gestern hier in Berlin war. Wir haben schon oft zusammen gearbeitet.
Er war sogar so von Ihnen begeistert, dass er die „Stam-Bag“ nach Ihnen benannte. Was ist das für ein Gefühl, wenn die ganze Welt eine Tasche haben will, die heißt wie Sie?
Ich war sehr geschmeichelt und konnte gar nicht glauben, welch ein Hit die Tasche wurde.
Wie viele davon besitzen Sie?
Fünf Stück und meine Mum hat ebenfalls zwei, weil sie so stolz ist. Aber vielleicht sollten wir noch einmal über Mercedes-Benz sprechen?
Hm, okay. Sind Sie eine gute Autofahrerin?
Oh ja, ich liebe Autofahren, gebe gerne Gas und nehme die Kurven scharf. Andere haben manchmal Angst, wenn Sie auf meinem Beifahrersitz sitzen. Aber das verstehe ich nicht. Ich habe noch nie einen Unfall gebaut.












