Interview mit Marcel Ostertag„Dschungelcamp? Nie. Germany’s next Topmodel? Ja!“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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© Mercedes-Benz Fashion Week
Designer Marcel Ostertag bei der Fashion Week 2014 mit neuer Kurzhaar-Frisur.
„Power“ ist Marcel Ostertags Motto für die neue Herbst-Winter-Kollektion. Genauso wie für sich selbst. Voller Energie treibt der eben frisch gekürte Sieger der Show „Fashion Hero“ seine Marke voran. Marcel Ostertag soll international werden. Sein nächstes Ziel heißt also: New York. Die Kunden immer fest im Blick.

„London ist mir zu klein, da ist der Catwalk nur etwa 20 Meter lang. Außerdem ist mir die Labelauswahl ein bisschen zu jung und ich sehe nicht so viel Käuferpotenzial hier“, erklärte Ostertag seine Entscheidung im Interview mit AMICA Online. „Paris ist mir zu überfüllt. New York dagegen ist ein sehr offener Markt, der interessiert ist an internationalen Designern.“

Ob er dann Berlin auf seinen High Heels davonstöckelt? Wenn es nach dem Designer geht, bleibt er seinem deutschen Publikum treu. Allerdings „wenn New York im September schon klappt, bin ich mir nicht sicher, ob es ich die Sommershow in Berlin schaffe“, ist Ostertag ganz ehrlich. Dass der Kreative weiß, was in welcher Zeit zu schaffen ist, hat er in „Fashion Hero“ und gerade wieder bewiesen: Seine Kollektion hängt seit dem 10. Dezember fertig in seinem Atelier.

Wie glamourös die Marcel-Ostertag-Frau in der nächsten Saison wird, hat der Designer uns schon vor der Show verraten: „Es geht um starke Frauen, um Amazonen. Allerdings wird der Power-Look reduziert und insgesamt sind meine Entwürfe unaufdringlicher geworden. Es gibt wenig Glitzer“, erklärte Ostertag. „Wir haben die Kleider mit kleinen, weißen Plastikplättchen besticken lassen, die übereinander laufen. Das hat zwar einen Glamourfaktor, ist aber ganz modern.“ Außerdem bleibt er seiner Vorliebe für grafische Effekte treu. In einem Teil sind beispielsweise 150 Schnittteile verarbeitet. In Mänteln und Kleidern mischt Marcel Ostertag weibliche und männliche Elemente wie Trenchcoat-Partien, Schulterklappen, große Krägen, doppelte Knopfreihen. Mindestens einen Look wird er selbst auf dem Laufsteg präsentieren. Als bekennende „Rampensau“. Ob der „Fashion Hero“ damit auch in die Show von Heidi Klum passen würde?

AMICA Online: Waren Sie als „Fashion Hero“ beim Entwerfen der aktuellen Herbst-Winter-Kollektion anders inspiriert?Marcel Ostertag: Nein, Inspiration habe ich aus der Sendung nicht bekommen. Dass ich noch mehr an den Endkunden denke, habe ich mitgenommen. Aber vor allem habe ich ganz tolle Menschen kennengelernt und viel übers Leben gelernt.

Nämlich?
Dass wir alle als Team gut funktionieren müssen. Dafür ist es wichtig, menschlich zu bleiben. Teilweise bin ich ja etwas abgehoben dargestellt worden. Das bin ich gar nicht. Im Gegenteil haben sich alle am Ende bei mir bedankt, weil ich der Entspannteste von allen war. Außerdem habe ich gelernt, wie viel man gemeinsam unter viel Druck schaffen kann. Ich habe immer dafür gesorgt, dass es meinem Team gut geht. Meiner Schneiderin habe ich zum Beispiel immer Schokolade mitgebracht oder Kaffee geholt. Das ist leider im Fernsehen anders rübergekommen. Trotzdem würde ich es sofort wieder machen.

In seiner neuen Kollektion präsentiert Marcel Ostertag ein gekonntes Spiel mit den Silhouetten. Hauteng vs. oversized dominiert die Looks des "Fashion Hero"-Gewinners. Fließende Kunst aus Kaschmir und Seide.Was war das Wichtigste, das Sie in der „Fashion Hero“-Zeit gelernt haben? Ruhe zu bewahren. Und mich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Natürlich ist die Modeindustrie wichtig, aber es geht die Welt nicht unter, wenn ein Kleid nicht fertig wird.

 „Fashion Hero“ hat Ihnen also viele Kontakte gebracht, hat es sich auch finanziell gelohnt?
Ja, ich habe ganz tolle, neue Kooperationspartner gewonnen. Aber genauer darf ich darüber noch nicht sprechen.

Was hat Sie an Claudia Schiffer überrascht?
Ich habe sie eigentlich genauso eingeschätzt, wie sie ist. Sie hat uns zugehört, war sehr verständnisvoll und hatte gute Tipps, weil sie am Ende ja auch eine Kundin ist. Sie war wirklich eine Bereicherung, weil sie sich im Atelier den ganzen Tag Zeit genommen hat. Sie ist wahnsinnig ruhig und angenehm. Sie kommt in einen Raum und ist absolut präsent ohne laut herumzuschreien. Das komplette Gegenteil von Heidi Klum.

Wenn wir schon bei ihr sind. Wie würden Sie reagieren, wenn Heidi Klum Sie als Juror zu „Germany’s next Topmodel“ holen wollte?
Ich finde Heidi auch cool, sie ist einfach ein ganz anderer Typ. Aber ich mag die Sendung und wäre gerne mal dabei. Vor allem hätte ich Lust drei Monate in L.A. abzuhängen! Ich finde es gut, dass mit Wolfgang Joop ein Designer in der Jury sitzt, weil er schließlich ein späterer Auftraggeber für Models ist.

Wie sähe das Aufeinandertreffen zweier Rampensäue aus?
Heidi und ich würden sicher gut funktionieren, wir sind ja beide Profis. Ich bin definitiv eine Rampensau, aber im positiven Sinne. Alles würde ich im Fernsehen nicht machen. Es soll schon mit Mode zu tun haben. Deswegen würde ich nie ins Dschungelcamp gehen oder mich als Pausenclown verkaufen.

Ein anderes deutsches Model kommt zu Ihrer Show, nämlich Eva Padberg. Was mögen Sie an ihr?
Ich war total überwältigt, als ich sie beim Dreh für eine Weihnachtssendung persönlich kennengelernt habe. Sie ist eine wahnsinnig schöne Frau mit einer sensationellen Figur, schöner Haut und tollen Haaren. Außerdem hat sie ein Charaktergesicht, ich mag ihre Nase. Und sie hat Humor. Zusammen mit Franziska Knuppe ist sie auf jeden Fall das deutsche Topmodel in der Werbebranche.

 

Von welcher Hollywood-Schönheit Marcel Ostertag schwärmt und welche Styling-Tipps der Designer für kleine Problemzonen hat, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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