Interview mit Rebecca Mir „Meine Fotos sollen Typen nicht heiß machen“

 

Sinnliche Bilder, ja. Ganz ausziehen? Niemals! Mit AMICA Online sprach Rebecca Mir backstage bei der Fashion Week Berlin über ihre sexy Shootings und räumte mit Hunger-Gerüchten auf.
Text: Veronika Schaller
© AMICA
Drängelei, Anweisungen, ein Gewirr aus Pinseln und schwirrenden Menschenhänden. Es geht hektisch zu im Backstage-Bereich des Modezeltes am Brandenburger Tor. Schließlich ist der erste Tag der Fashion Week Berlin und in zwei Stunden beginnt die Show von Lena Hoschek. Im Getümmel sitzt Rebecca Mir, „Germany’s next Topmodel“-Zweite und eine der Lieblingsmädchen der Designerin. In einer Puderbestäubungspause beißt sie genüsslich in ein Käsesandwich. Die meisten anderen Models wirken ausdruckslos. Rebecca Mir strahlt. Offen redet sie mit AMICA Online über Zickenblicke, ihr Selbstvertrauen und verrät, warum der Playboy bei ihr vergeblich anklopft.

AMICA Online: Wie groß ist bei Ihnen die Aufregung vor einer Show?

Rebecca Mir: Ich bin eigentlich relativ gelassen, aber wenn ich mich eine Minute vor der Show mit den anderen Models in die Reihe stelle, bekomme ich einen Adrenalinkick. 3,2,1 ... los! Das ist ein Wahnsinnsgefühl. Sobald ich aber den Laufsteg betrete, ist die ganze Nervosität wie weggeblasen. Dann spüre ich nur noch Musik und Rhythmus.

Haben Sie noch Kontakt zu den anderen „Germany’s next Topmodel“-Finalistinnen?

Amelie treffe ich sehr oft. Bei Jobs und auch privat. Wenn ich mal in Düsseldorf bin, übernachte ich bei ihr und umgekehrt.

Was passiert, wenn Sie „Germany’s next Topmodel“-Vorgängerinnen anderer Staffeln treffen? Hier läuft ja zum Beispiel auch Marie Nasemann ...

Trifft man sich zufällig bei Schauen, geht man auf „Germany’s next Topmodel“-Teilnehmerinnen schon anders zu, als auf die anderen Models. Es ist komisch, weil man sich nur aus dem Fernsehen kennt und trotzdem verbunden fühlt. Schließlich haben wir ja ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir kommen immer schnell ins Gespräch.
© Mercedes-Benz Fashion Week
Rebecca Mir lief bereits zum zweiten Mal bei Lena Hoschek.
Wie neidisch werden Sie von „normalen“ Models beäugt?
Gestern war ich bei einem Casting und natürlich haben mich da einige Models erkannt. Ein paar sind dann zu mir gekommen und wir haben Fotos gemacht.

Gibt es gar kein Konkurrenzdenken?

Bei Castings ist man natürlich immer in einer Konkurrenzsituation – entweder du bekommst den Job oder eben eine Andere. Da überlegt man sich schon: „ist die größer, dünner, der gleiche Typ wie ich?“. Das ist ganz normal. Wenn man genommen wird, gibt es dann noch Unterschiede: Wer eröffnet die Show, wer schließt? Aber so schlimm wie man vielleicht denkt, ist es nicht. Wir sind am Ende alle Kolleginnen.

Gibt es überhaupt Freundschaften im Model-Business?

Richtige Freundschaften zu entwickeln ist schwierig, weil man sich ja immer nur kurz sieht. Man kommt kurz vor der Show an, sitzt auf verschiedenen Stühlen in der Maske, läuft und geht sofort wieder. Längere Unterhaltungen sind da schwierig. Nur bei mehrtägigen Produktionen lernt man sich näher kennen – und da sind mir im letzten Jahr zwei Mädchen ans Herz gewachsen.
© Movie meets Media/Dieter Baganz
Haben kritische Blicke und Neid Sie nie gestört?
Nein! Ich lasse mich nicht stressen. Ich geh’ bei Castings einfach mit Spaß rein und mache mein Ding. Wenn die mich gut finden, okay. Wenn nicht, dann ist das auch kein Drama. Und wie man sieht, klappt es so.

Man braucht also ein gewisses Selbstvertrauen.

Ja, genau.

Woher haben Sie Ihres?

Wahrscheinlich haben meine Eltern mir das vermittelt. Meine Mutter ist sehr offen und mein Vater hat sowieso afghanisches Temperament. Sie haben mich etwa immer zum Tanzen animiert, als ich klein war. Schon mit drei oder vier Jahren bin ich zum Beispiel morgens in einen Bus eingestiegen, habe den Fahrer gegrüßt und ihn gefragt, ob er gut geschlafen hat. Ich war nie ein schüchternes Mädchen!

Fehlt besonders jungen Models nicht diese Selbstsicherheit?

Es gibt bestimmt Models die auch mit 14 sehr selbstsicher sind. Solange es nicht zu Lolita-mäßig ist, ist das ja auch völlig ok. Bedenklich finde ich nur, wenn Minderjährige durchsichtige Oberteile ohne Unterwäsche auf dem Catwalk tragen.
Rebecca Mirs Schokoladenseite
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Sie haben vor kurzem auch sehr freizügige Fotos für GQ und den Lambertz-Kalender gemacht. Kommen als nächstes Nacktfotos für den Playboy?
Die Fotos waren schon sehr sexy, das stimmt. Aber trotzdem noch stilvoll, elegant, schön und nicht pornografisch. Es ist ein Unterschied, ob man komplett nackt und breitbeinig am Strand sitzt oder eine durchsichtige Bluse ohne Unterwäsche auf dem Laufsteg trägt. Meine Fotos sollen Typen nicht heiß machen.

Nervt es Sie eigentlich nicht, vor Fashion Shows so lange Zeit in der Maske zu sitzen?
Gerade so ein Hairstyling kann manchmal ganz schön ziepen. Aber ich genieße es eher, weil ich mich auf das Resultat freue. Ich respektiere auch die Arbeit der Make-up-Artists sehr. Selbst wenn die das Make-up zum dritten Mal umwerfen, werde ich nie zickig. Denn „hey, ich bin das Model und es ist mein Job das auszuhalten“.

Um noch mit einem Model-Gerücht aufzuräumen: Gibt es bei Ihnen Wattebäusche zum Abendessen?
Ach quatsch, ich esse ganz normal und kann gar nicht verstehen, wie man hungern kann. Essen ist doch viel zu lecker! Wenn die Castings vorbei sind, gönne ich mir erst einmal Pommes von einem Schnellrestaurant, das hier nicht genannt werden darf. Ich will ja keine Werbung machen.

Wie bewahren Sie dann Ihre tolle Figur?

Zu Sport komme ich ehrlich gesagt selten. Wenn ich zuhause bin, hält mich mein Hund auf Trab. Das Modeln selbst ist auch nicht ohne, selbst wenn es so locker und leicht aussieht: Ich spanne meinen ganzen Körper dabei an und muss mit 15-Zentimeter-Absätzen und schmerzenden Füßen elegant wirken. Da komme ich ganz schön ins Schwitzen.
© PR
Bekannt geworden ist Rebecca Mir durch ihre Teilnahme bei Heidi Klums „Germany´s next Topmodel
Eva Padberg meint, dass Casting-Show-Teilnehmerinnen es auf dem internationalen Markt schwerer haben. Hindert oder fördert „Germany’s next Topmodel“ Ihre Karriere?
Natürlich wollen manche Designer lieber unbekannte Gesichter auf dem Laufsteg haben. Genau wie manche blonde bevorzugen. Aber insgesamt, würde ich sagen, dass ich viele Vorteile habe. Wer hat schon die Möglichkeit von Heidi Klum gefördert zu werden? In Berlin laufe ich zum Beispiel neben Lena Hoschek für Rebekka Ruétz, Thomas Rath, Minx und Anja Gockel. Und auch abseits der Laufstege ist dieses Jahr noch vieles geplant ...

Da bleibt nicht viel Freizeit.
Ja, die letzten Tage bin ich um vier oder fünf Uhr morgens aufgestanden und erst um Mitternacht ins Bett. Ich hatte diesen Monat ein bis zwei Tage frei. An diesen habe ich lange ausgeschlafen, ein bisschen fern gesehen und Freunde getroffen. Auf das frühe Aufstehen könnte ich verzichten, aber ansonsten freue ich mich, dass ich viel zu tun habe!
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