Rückblick zur Fashion Week BerlinStrahlende C-Promis und Champagner vor zehn Uhr

von Amici Ich bin Jahrgang 76, Mama von zwei kleinen Mädels und liebe Mode!
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Georgia May Jagger gibt alles! Für das Foto- und Video-Shooting zur Mercedes-Benz Fashion Week tummelte sie sich in Feierlaune auf den Straßen von New York. Die spektakulär schönen Aufnahmen.Seit ein paar Tagen ist sie nun wieder vorbei, die aufregende Modewoche in Berlin. Während der 50 Modenschauen, die im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week stattfanden, warteten weitere zwölf Mode-Fachmessen auf modebegeistertes Publikum. Zeit für einen kleinen Rückblick zu den Schauen, den Trends, den Newcomern und zu den etablierten deutschen Designern.

Opulent ist das Rahmenprogramm mit zahlreichen After-Show-Partys, Champagner-Empfängen und Dinner-Einladungen. Nach so viel dicht gedrängtem Programm sind mir auf meinem Heimweg von Berlin zurück nach München einige kritische und auch positive Gedanken zum Modezirkus im Allgemeinen und zur Mercedes-Benz Fashion Week im Speziellen durch den Kopf gezwitschert.

Was mich persönlich sehr freut ist die Tatsache, dass sich die Modewoche in Berlin, die zweimal jährlich immer im Januar und im Juli statt findet, gut etabliert hat. Das lässt hoffen in der Modewüste Deutschland und vielleicht erlebe ich noch den Tag, an dem meine Landsleute genauso viel Wert auf ein ansprechendes und schönes Outfit legen, wie auf ihr frisch poliertes Auto oder ihr neues Ecksofa.

© Judith Johns
Bianca Fleisch präsentierte ihre Kollektion 'Vrai' im Spiegelsaal in der Augustenstraße.
Einige Designer-Labels, die Mode zwischen Prèt-à-porter und Haute Couture präsentieren, haben es inzwischen geschafft, ihre Unternehmen in die schwarzen Zahlen zu lenken. Dazu gehören beispielsweise das Berliner Label Lala Berlin oder aber auch Schumacher aus Mannheim. Das finde ich persönlich besonders bemerkenswert, weil es kein Geheimnis ist, dass die wenigsten deutschen Designerlabels einen Gewinn mit ihrer Mode erzielen können. Auch hatte ich den Eindruck, dass gerade die Kollektionen der Designer, die schon seit einigen Saisons auf der Berliner Fashion Week ihre Mode präsentieren, gelungener und in sich stimmiger geworden sind. Dazu zählen die Kollektionen der Österreicherin Rebekka Ruétz genauso wie die von „Fashion Hero“ Marcel Ostertag oder aber auch von Kaviar Gauche und von Lala Berlin. Auch bei einigen der 13 Newcomer-Labels war ich ganz positiv über das Niveau der Präsentation und den modischen Anspruch überrascht, wie beispielsweise von Bianca Fleisch.

 Wer saß in welcher Front Row? Welcher Designer hatte welche Stars eingeladen? Und vor allem: Wer trug, welches Kleid? Die schönsten und schrecklichsten Red-Carpet-Looks der Stars!Schmunzeln musste ich jeden Morgen wieder aufs Neue, wenn ich hinein geeilt bin, in das weiße Zelt gegenüber des Brandenburger Tors, vorbei an Touristen mit billigen Regenschirmen.

Dort posierten dann meist schon zahlreiche A-, B- und C-Promis vor den Fotowänden, junge Bloggerinnen gönnten sich weit vor dem Mittagessen den ersten Sekt und die Goodie Bags wurden von den Gästen der Modenschauen stolz wie Trophäen an den Unterarmen getragen. Oft ging dann das Spektakel mit ohrenbetäubendem Lärm los, wobei die jüngeren Zuschauer alle fürsorglich große Kopfhörer für den Lärmschutz ihrer jungen Kinderohren aufgesetzt bekommen haben.

Die Promis durften aus der ersten Reihe aus, der so genannten Front Row, die neuen Kreationen bewundern und hofften auf ein Blitzlichtgewitter, wovon sich beide – Modelabels wie Promis – eine hohe Pressepräsenz erhofften.

© Mercedes-Benz Fashion Week
Look aus der Herbst-Winter-Kollektion 14/15 von Lala Berlin
Die Modetrends für den Herbst 2014 lassen sich wie folgt zusammenfassen: Schwarz, Schwarz und nochmal Schwarz kombiniert mit Blau, vor allem Grün und ein bisschen Weinrot. Ich habe einige Brustnippel durch transparente Blusen und Oberteile blitzen sehen, viele eng geschnittene Hosenanzüge bewundert und mich in zahlreiche Wollmäntel mit Wasserfallkrägen und in einen strengen Trenchcoat verliebt.

Das Hipster-Accessoire auf der Berliner Fashion Week war mit Sicherheit das Foulard, ein Halstuch aus Seide, das besonders bei Nieselregen und leichtem Wind gegen eine ungewünschte Erkältung sorgt.

Mir persönlich hat die Idee von Leyla Piedayesh, der Macherin und Designerin von Lala Berlin besonders gut gefallen: Die Models liefen auf ihrer Modenschau mit Pullovern, die lässig über die Schultern als Schal oder Tuch getragen wurden, über den Laufsteg.