Schweden in Berlin Mit Licht und Liebe
Sie macht aus Fashionfotos echte Kunstwerke: Camilla Åkrans. Wie? Die Schwedin liebt Mode sowie das Spiel mit Bewegung und natürlichem Licht. Im Fokus: Kate Moss, Claudia Schiffer und Co.
Text: Kerstin Kotlar
Mal leuchten die Farben, mal zeigen sie ihre pudrig-sanfte Seite, immer aber ist es ein märchenhaftes Spiel mit Licht. Camilla Åkrans versteht es vor allem mit natürlicher Beleuchtung beeindruckende Effekte zu erzeugen. Die schwedische Fotografin hat mit diesem Gespür eine neue kunstvolle Bildsprache in der Modefotografie geschaffen. Die stellt stets das Model in den Mittelpunkt.Im Fokus hat Åkrans Topmodels wie Kate Moss, Claudia Schiffer und Anja Rubik. Seit ihr Foto 1998 auf dem Titel des schwedischen Modemagazins Bibel landete, sammelt sie klangvolle internationale Namen: Harper’s Bazaar, Vogue und Industry veröffentlichen ihre Fotografien. 2005 entdeckt das französische Magazin Numéro ihr Portfolio und verhilft der Fashionista damit zum großen Durchbruch. Aktuelle Aufnahmen sind während der Fashion Week Berlin zu bewundern.
© Viktor Flumé
Die Fotografin Camilla Åkrans steht für dramatische Kamerablickwinkel.
Camilla Åkrans: Alles liegt im Auge des Betrachters – ich arbeite mit Bildern und es ist am Publikum zu entscheiden, ob es Kunst oder Modefotografie ist. Die Grenzen sind unscharf und ich finde, es ist nicht nötig in Kategorien zu denken. Auch der Kontext spielt eine Rolle; jemand nimmt ein Foto vielleicht anders wahr, wenn er es statt in einem Magazin in einer Galerie sieht.
Was fasziniert Sie an der Modefotografie?
Als ich jung war wollte ich Künstler oder Grafikdesigner werden. Durch Zufall habe ich während des Studiums ein Praktikum im Fotostudio gemacht und dann gab es kein Zurück mehr. Man kann nicht direkt Modefotografie studieren – man muss es im Praktischen lernen und als Assistentin arbeiten, so wie ich. Ich musste die Modewelt kennenlernen, die Menschen in ihr und wie sie funktioniert. Modefotografie bedeutet so viel mehr als nur technische Fähigkeiten zu erlernen. In der Modefotografie geht es nicht darum Realität zu dokumentieren, sondern eine Illusion und Vision zu schaffen. Diese Vision kann nicht in der Schule gelehrt werden, sie kann nur vom Fotografen selbst ausgehen. Wo finden Sie Ihre Inspiration?
An vielen Orten. Die Modewelt selbst inspiriert mich natürlich. Eine spezielle Stimmung in einer Fashion Show kann mich einfangen, wie auch alte Modefotos. Musik ist auch eine große Inspirationsquelle. Aber ich denke, was mich tatsächlich am meisten inspiriert, ist das Kino.
Sie haben auch schon einen Kurzfilm für Filippa K gemacht. Werden Sie in Zukunft mehr Fashionfilme drehen?
Ich sehe mich nicht als traditionellen Regisseur, aber mit der neuen Technologie ist es so viel einfacher Filme zu drehen. Der Unterschied zwischen Fotos oder Filme machen ist heute so viel geringer seit man beinahe dasselbe Equipment verwenden kann. Es wird in Zukunft sicher mehr Fashionfilme geben und ich freue mich darauf, an dieser Entwicklung teilzuhaben.
Während der Fashion Week Berlin werden die Fotografien von Camilla Åkrans unter dem Titel „Fashion! Modefotografie von Camilla Åkrans“ von 20. bis 29. Januar in der Gallery Swedish Photography ausgestellt – unter anderem zu sehen sind Aufnahmen für die deutsche Vogue und Kampagnenbilder für Missoni.









