Fashion Week: Die Modesünden der Stars„Meine Oma-Unterwäsche wurde enthüllt“

Wildes Afrika
Guido Maria Kretschmer, Herbst-Winter-Kollektion 2013/2014

von Kerstin Kotlar und Veronika Schaller

Wie kaum jemand sonst zieht Guido Maria Kretschmer die Promis an. Zu seiner Show im Modezelt am Brandenburger Tor kommen sie in Scharen, um die Lust an femininen Abendroben zu feiern. „Ich finde seine Abendkleider sehr, sehr schön, gerade für weibliche Frauen. Viele Roben sehen zwar super an dünnen Models aus, sind aber nicht für Frauen mit Kurven geeignet“, meint etwa Magdalena Brzeska. „Guido Maria Kretschmer weiß, wie man echte Frauen kleidet.“ Das findet Nova Meierhenrich ebenfalls. Sie sagt: „Er kitzelt aus einer Frau ihre ganze Weiblichkeit heraus.“

Auch Simone Thomalla schwärmt: „Er ist einer der besten Designer, den wir in Deutschland haben.“ Und Verena Kerth bezeichnet ihn sogar als „meinen deutschen Modegott nach Karl Lagerfeld.“ Weil der Modeschöpfer für opulente Pailletten-Kleider und knallige Farben bekannt ist, zeigen sich die Promis sogar modemutiger. „Dank ihm trauen wir uns heute alle, uns ein bisschen auffälliger zu kleiden, sagt etwa Alexandra Polzin. Das nahmen wir zum Anlass, um die VIP-Gäste aus der ersten Reihe nach ihren Lieblings-Outfits und schlimmsten Modesünden zu fragen.

© Mercedes-Benz Fashion Week Berlin
Weniger bequem als das Outfit von 0039 Italy, aber mindestens genauso sexy: Magdalena Brzeskas Leder-Bikerjacken-Kombi
Magdalena Brzeska

Ich trage heute: Eine Musterhose und eine Bluse aus Seide von 0039 Italy, weil das sehr schick aussieht und gleichzeitig auch noch bequem ist.

Mein bestes Outfit im Schrank: Ganz ehrlich? Jogging-Anzüge! Im Moment stehe ich auf die lässigen Oversized-Teile von Wildfox im Used-Look. Deren Stoffe sind sehr angenehm auf der Haut. Nach Weihnachten war ich in New York und habe bei Wildfox richtig zugeschlagen. Ansonsten mag ich alles was weich ist und schön, um auf der Couch rumzuhängen.

Meine schlimmste Modesünde: Hip-Hop-Klamotten. Ich war ein großer Fan von den Fantastischen Vier und wollte genauso aussehen. Daher habe diese extrem riesigen und unförmigen Homeboy-Pullover angezogen.

© Mercedes-Benz Fashion Week Berlin
Sehr erwachsen wirkte Mariella Ahrens bei einer anderen Show.
Mariella Ahrens

Ich trage heute: Eine Hose und ein Top im Westen-Look von Guido Maria Kretschmer. Ich hatte mal Lust auf eine Hose. Meistens ziehe ich Cocktail-Kleidchen an. Bei Guido sieht man ja meistens Kleider, deswegen dachte ich, eine Hose wäre auch mal schön.

Mein bestes Outfit im Schrank: Jeans und Pulli. Am liebsten laufe ich ganz leger herum. Aber für Veranstaltungen mache ich mich natürlich hübsch.

Meine schlimmste Modesünde: Einen schlimmsten Look gibt es bei mir gar nicht, weil ich alles mag, was ich anziehe. Was passieren kann, ist dass etwas nicht richtig sitzt oder etwas rutscht, ohne dass ich es will. Aber dafür habe ich heute Jens als meinen Begleiter dabei (Anm. d. Red.: Hairfree-Chef Jens Hilbert). Der hat vorhin schon an mir herumgezubbelt.

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Nova Meierhenrich vor der Show von Laurèl
Nova Meierhenrich

Ich trage heute: Ein bordeauxrotes, in Falten gelegtes Oberteil und eine fließende, schwarze Seidenhose von Holy Ghost, weil ich das schlicht finde und es eine schöne Silhouette kreiert. Das Label habe ich neu für mich entdeckt und ich mag es, junge deutsche Designer zu unterstützen.

Mein bestes Outfit im Schrank:
Ein Outfit, das immer funktioniert und das ich immer in meinem Koffer habe, besteht aus einer super sitzende Röhre, einem weißen Top und einem schwarzer Blazer. Dazu am besten hohe Hacken. Der schwarze Blazer ist sowieso ein Keypiece, da lohnt es sich in einen perfekt passendes, teures Stück zu investieren, weil er nie aus der Mode kommt. Meinen Liebling habe ich allerdings bei Zara gefunden.

Meine schlimmste Modesünde:
Hallo, ich bin in den 80ern aufgewachsen! Noch Fragen? Am schlimmsten waren wohl neonfarbene Teile in Kombination mit Animal-Print, Netz-Shirts und Nietengürteln. Ich glaube ich hatte auch auch eine rosafarben gewaschene Jeans mit Sweatshirt-Bündchen unten dran und eine Teddy-Jacke. Außerdem sah ich zehn Jahre meines Lebens aus wie ein Wischmob. Aber zu meiner Entschuldigung: Ich komme vom Land und da galt es als cool 100 Mark für eine Dauerwelle zusammenzukratzen.

© Mercedes-Benz Fashion Week Berlin
Verena Kerth gratuliert Designer Guido Maria Kretschmer nach der Show.
Verena Kerth

Ich trage heute: Nieten-Stiefel und Nieten-Kleid von Isabel Marant, weil die Stücke der französischen It-Designerin ja nie verkehrt sind. Das Outfit hing so einsam im Schrank und hat mich angelacht. Außerdem gut: Es hat lange Ärmel und ist damit für Wintertage geeignet.

Mein bestes Outfit im Schrank: Das kommt immer auf meine Verfassung an. Nach Weihnachten habe ich meist drei Kilo mehr auf den Rippen, weil ich nur esse und keinen Sport mache. Da sehe ich in meinen tollen engen Kleidern schwanger aus und passe auch nicht mehr in Lederröhren. Gerade fühle ich mich in Jogginghosen von Victoria’s Secret am besten. Ich bin regelrechter Jogginghosen-Fanatiker und habe drei riesige Schubladen voll davon.

Meine schlimmste Modesünde: Da gibt es ganz viele. Aber ganz fies war es vor vier bis fünf Jahren bei einer Mac-Party mit Dita von Teese. Ich fühlte mich sexy in meinem Kleid, weil ich Spanx darunter trug und einen ganz flachen Bauch hatte. Und am nächsten Tag habe ich auf Fotos gesehen, dass es im Blitzlichtgewitter durchsichtig geworden ist. So wurde meine Oma-Unterwäsche enthüllt!

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Mirja du Mont wählte anderntags ein knallrotes Shirt-Dress.
Mirja du Mont

Ich trage heute: Ein Outfit des italienischen Labels Dimitri, weil Dimitrios mein absoluter Lieblingsdesigner der Fashion Week Berlin ist.

Mein bestes Outfit im Schrank: Eine Lederhose zu einer abgeschrabbelte Lederjacke und ein Tanktop drunter. Dazu Zwölf-Loch-Doc-Martens – ich besitze welche mit englischer Flagge drauf.

Meine schlimmste Modesünde:
Das kann ich gar nicht genau sagen, weil alles wieder in Mode kommt. Ich habe einmal behauptet, das Schlimmste wären neonfarbene Leggins in Pink und was hatte ich letzte Saison? Neonfarbene Leggins. Auch von Schulterpolstern habe ich mal gesagt, das ziehe ich nie wieder an. Dann waren sie wieder da und ich fand sie so toll. Also sag niemals nie. Ich stehe zu allen meinen Outfits.

© Mercedes-Benz Fashion Week Berlin
Am Vortag wurde Johanna Klum in bordeauxroter Seidenbluse und monochromen Gamaschen-Pumps gesichtet.
Johanna Klum

Ich trage heute: Ein Jumpsuit von Topshop, weil ich mich in dieses Blau sofort verliebt habe. Ich bin heute den ganzen Tag von einem Designer-Fummel in den nächsten gehüpft und finde, das britische Highstreet-Label kann da echt mithalten. Aber für mich ist der tiefe Rückenausschnitt mit Spitzendetails sehr aufregend. So etwas würde ich nur zur Fashion Week tragen.

Mein bestes Outfit im Schrank:
Meine absolute Allzweckwaffe ist ein Kleid von Kilian Kerner. Es ist relativ kurz, wunderschön fließend und hat als Applikation matte Pailletten. Das funktioniert zu jedem Abend-Event, ich hatte es zum Beispiel auch schon bei einer meiner Moderationen von „Elton vs. Simon“ an! Zu Kaiser’s gehe ich natürlich anders. Denn für den Alltag ist mir dieses Designer-Kleid zu wertvoll.

Meine schlimmste Modesünde: Weil ich kürzlich umgezogen bin, sind mir ganz alte MTV-Aufnahmen in die Hände gefallen. Und ich habe mich gefragt: „Warum bitte haben die mich so rausgelassen?“ Ich habe Miniatur-Röcke getragen. So kurz, dass man sie eigentlich gar nicht mehr als Röcke bezeichnen kann Vielleicht bin ich spießig geworden, aber so etwas würde ich heute nicht mehr anziehen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Caroline Beil heute weniger erwachsen aussieht als mit Anfang 20 und ob Natascha Ochsenknecht sich alte Outfits schämt.

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„Meine Oma-Unterwäsche wurde enthüllt“
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