Vom DDR-Model zur Modebloggerin„Anna Wintour ist eigentlich gar nicht so böse“

von AMICA Online Redakteurin
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© Anja Kossiwakis
Anja Kossiwakis posiert mit Fürst Albert.
Während andere Menschen Fotos von ihren Katzen oder dem Mallorca-Urlaub auf ihrem iPad haben, sieht das private Fotoalbum von Anja Kossiwakis ganz anders aus. „Hier habe ich Tilda Swinton in Paris fotografiert. Das ist eine ganz Liebe“, sagt sie und blättert mit dem Finger durch die virtuellen Seiten. „Und Milla Jovovich ist auch immer wahnsinnig nett.“

© Modische Maschen
Anja Kossiwakis zierte in der DDR die Titelbkätter
Kossiwakis kennt die Stars, die bei den Modenschauen in Paris, London oder Berlin herumschwirren. Und sie hätte selber einer von ihnen sein können – fast jedenfalls. In der DDR schaffte sie es als Model auf die Titelblätter, nach der Wende zerbrach ihre Karriere in der Modebranche. Erstmal. Denn Kossiwakis kämpfte sich zurück in die ersten Reihen der Fashion Shows.

Bei eben diesen Schauen mischt sich Kossiwakis munter unter das Modevolk, fotografiert Promis für ihren Blog, sitzt in der ersten Reihe oder lässt sich von der Star-Stylistin aufhübschen – ein Glamour-Leben. Doch als Kossiwakis selbst noch in der Modebranche arbeitete, war er mit dem Glamour nicht weit her.

© Anja Kossiwakis
Bei der Fashion Week in London
„Modeln in der DDR war total entspannt und überhaupt nicht mit dem Geschäft von heute vergleichbar“, erinnert sie sich an ihr erstes Shooting. „Wir haben uns in einen alten Bus gesetzt, sind in ein kleines Dorf gefahren und haben die Fotos gemacht. Die haben mich auch nicht geschminkt oder gestylt.“

Das war 1987. Im gleichen Jahr entdeckte ein Modescout die junge Claudia Schiffer in einer Düsseldorfer Diskothek. Anja Kossiwakis dagegen hat sich sozusagen selbst entdeckt, antwortete auf einen Aushang in einem kleinen Kleiderladen, über den ein Verlag Models suchte.

Und genauso unterschiedlich wie sie angefangen haben, sind die beiden Karrieren der Frauen auch weiterverlaufen. Während Claudia Schiffer auf den Pariser Laufstegen landete, verschlug es Anja Kossiwakis in die Abraumhalde, zumindest für ein Fotoshooting. Sie trifft die ganz großen der Modebranche. Und lichtet sie ab. AMICA Online hat Anja Kossiwakis ihre schönsten Fotos von den Modenschauen in Paris, Mailand oder London zur Verfügung gestellt.„Das Ganze sollte nach Wüste aussehen, aber wir konnten natürlich nicht wirklich dorthin fliegen“, erklärt Kossiwakis, wieso sie für das Shooting im Tagebau-Schutt herumklettern musste. „In der DDR haben wir viel improvisiert, aber auf den Fotos ist das gar nicht zu sehen. Das sieht eigentlich gut aus. Das könnte tatsächlich in der Wüste gewesen sein.“

Auf Titelbild folgte Titelbild, auf Modestrecke die nächste Modestrecke – und trotzdem blieb das Ganze nur eine Art Hobby. „Model war in der DDR kein richtiger Beruf und absolut nichts Besonders“, erzählt Kossiwakis. „Ich habe in der Sparkasse gearbeitet, hatte jeden Mittwoch meinen kurzen Tag, habe mich in den Zug nach Leipzig gesetzt und wir haben ein, zwei Stunden lang Bilder gemacht. Das war’s.“

Und obwohl Kossiwakis bei ihrem damaligen Nebenjob als Model „Ost-Mode“ präsentierte, war die eigentlich nie so ihr Ding. Die Tante schickte Kleider-Pakete aus dem Westen. „Ich bin damals eigentlich nie einkaufen gegangen. Die Sachen, die es gab, waren einfach nicht schön.“

Lesen Sie hier wie Anja Kossiwakis die Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour traf.

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„Anna Wintour ist eigentlich gar nicht so böse“