Sorgenkind: London Fashion Week Kate-Effekt soll die Mode retten
"Cool Britannia“ ist passé, denn die Designer präsentieren lieber in Paris und New York. Die Mode-Metropole hat ein Image-Problem und hofft auf royale Unterstützung durch Kate Middleton.
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Augen zu und durch! London kämpft um Style-Faktor
Britische Designer machen sich rar
Dennoch macht es den Eindruck, dass nicht nur die Promi-Dichte stark abnimmt, sondern auch die Star-Designer immer weniger werden. Die Grande Dame britischer Mode, Vivienne Westwood, zeigt ihr „Gold Label“ ausschließlich in Paris. Nur ihre Zweitlinie „Red Label“ präsentiert die Alt-Meisterin in der Metropole an der Themse. Auch Stella McCartney bevorzugt die französischen Catwalks. Fashion-Guru Alexander McQueen, der sich im Februar 2010 das Leben genommen hatte, zeigte ebenfalls längst in Paris ebenso wie John Galliano sich bereits zu Beginn seiner Karriere in den Neunzigern von London abwandte. So lichteten sich die Reihen der High-Class-Designer.Bei der Londoner Modewoche (16. bis 21. September) ist echte Prominenz rar: unter den Designern, auf den Laufstegen und in der ersten Reihe, viele Sitze der A-Prominenz bleiben unbesetzt. Die britische Mode-Szene kämpft um die Bedeutung ihrer Hauptstadt im globalen Fashion-Zirkus.
Das kann die Mode-Metropole
London sei „die freieste, kreativste Mode-Metropole von allen“, schwärmt die Stylistin Lotta Aspenberg, die an der Themse lebt. Die London Fashion Week sei „enorm wichtig, da sie gleichzeitig junge und etablierte Mode aus London zeigt“. Ein Muss seien etwa die Shows von Burberry Prorsum, Christopher Kane, Tom Ford (der Star 2011) und Giles. Doch auch ihr „Lieblings-Ort für Modeschauen“, räumt sie ein, sei immer noch Paris.Im stylischen Vier-Klang mit den Modewochen in New York, Mailand und Paris hat es London seit jeher schwer. Den Glamour Manhattans zu toppen, scheint spätestens seit der Kult-Fernsehserie „Sex and the City“ unmöglich. Mag Victoria Beckham einst als Mannequin auf der London Fashion Week der Modewelt ihre Aufwartung gemacht haben: Als Modeschöpferin präsentiert sie heute ihre Kollektion am Hudson.
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Cool Britannia ist passé
Auf eine lange Tradition von Qualität und Eleganz blickt die französische und italienische Konkurrenz zurück. Begehrte Luxus-Marken wie Gucci und Chanel warten jährlich mit einem atemberaubenden Stelldichein der Mode-Gurus, Stars, Topmodels und Journalisten in Paris und Mailand auf. Städte wie Berlin oder Brüssel ziehen vor allem junge Design-Talente an – als Kreativ-Hochburgen mit Freiräumen und erschwinglichen Lebenshaltungskosten.Das „Cool Britannia“ von damals, als Supermodel Kate Moss Traditionsmarken wie Burberry trendy machte, scheint lange vorbei zu sein. Dennoch hat London weiter die ihm eigene Mischung zu bieten – aus Freiheit und Kreativität, Kunst und Streetwear-Kultur, Geld und globaler Reichweite. „Ich brauche die Modernität auf der Straße“, schwärmt Pringle-Chefcouturier Alistair Carr. „Das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.“
Der Kate-Effekt
Große Hoffnungen setzt die Branche auf den „Kate-Effekt“. Die Herzogin von Cambridge gilt als Fan britischer Mode, etwa der Marken Issa, Erdem und Temperley. Britische Schnitte sollen gepaart mit Karo, Paisley, Tweed und Wolle französischen Chic und New Yorker Unterstatement ausstechen. Seit Kates Hochzeit mit Prinz William wird das Brautkleid von Alexander-McQueen-Designerin Sarah Burton im Buckingham Palace ausgestellt. „Es ist toll, dass Kate britisch trägt“, sagt PPQ-Designer Percy Parker. „Es ist fantastisch für die High Street.“Von den Olympischen Spielen 2012 in London will die Mode-Industrie ebenfalls profitieren. Dazu startet der Industrieverband British Fashion Council eine Marketing-Kampagne. Verbandschef Harold Tillman sagt: „Wir wollen der Welt zeigen, dass Großbritannien die treibende Kraft der globalen Kreativ-Szene ist.“
Quelle: Dorothée Junkers, dpa





















