Frühjahr/Sommer 2012: Jean Paul Gaultier Tolle Tollen und falsche Piercings
Jean Paul Gaultier ließ den Pariser Chic der 50er-Jahre in einer fulminaten Präsentation neu wiederauferstehen. Mit femininen Rocker-Looks macht er die Authentizität zur Show.
Text: Lisa Leinweber
Der französische Designer Jean Paul Gaultier gewann mit seiner Präsentation der aktuellen Frühjahr-Sommer-Kollektion 2012 das Rennen um die spektakulärste Runway-Show haushoch – im wahrsten Sinne des Wortes. Den Backstage-Bereich auf ein haushohes Gerüst verlegt, wodurch der Kleiderwechsel der Models vom Publikum mitverfolgt werden konnte.Doch damit nicht genug. Während die gekleideten Models über den Laufsteg schritten, erklangen nicht überlaute Musik aus den Boxen, sondern die Stimme der kanadischen Moderatorin Charlotte Le Bon, die jedes Model vorstellte und den Look beschrieb. Dazu hielten die Models Nummernkärtchen – ganz wie in den 50er-Jahren eben.
Neben den knallenden Champagner-Korken und der sonoren Stimme der Moderatorin, fiel außerdem das umfangreiche Kamera-Set von Miles Aldridge auf. Der Fotograf schoss bereits während der Show die Kampagnen-Bilder der aktuellen Kollektion, wodurch die Models in wildes Posing verfielen.
Auch die Kollektion wurde vom Stil der 50ies inspiriert und brillierte durch feminine Schnitte, die stets eine betonte Taille wahrten. Die edlen Materialien und eleganten Schnittformen ergingen sich in einem rasanten Bruch mit unzähligen Piercings und aufgemalten Tätowierungen der Models. Zudem hätte es vor sechzig Jahren kein Model schicklich gefunden, auf dem Catwalk die Zunge herauszustrecken.
In seiner Gänze sicher eine großartige Show. Man darf gespannt sein, mit welcher Idee Jean Paul Gaultier als nächstes aufwartet!




















