Frühjahr/Sommer 2012: Alexander McQueen Tiefsee-Fetisch

 

Wie Chanel geht auch das Label Alexander McQueen für die kommende Sommersaison auf Tauchgang. Netze „bewachsen“ die Gesichter der Models und Kleider glänzen wie exotische Fische.
Text: Veronika Schaller
Ein Jahr nach Alexander McQueens Tod, ist der Skepsis gegenüber Sarah Burton Bewunderung gewichen. Die frühere rechte Hand des Designers überzeugte mit visionären Entwürfen im Stil des Verstorbenen, addierte aber ihre ganz eigene, tragbarere Handschrift.

Was bei ihrer Präsentation für die Frühjahr-Sommer-Kollektion 2012 jetzt sofort ins Auge stach? Gesichtsmasken aus feinster Spitze, teils geschnitten wie die Hauben von Neoprenanzügen.

Und hier kommt ihre Hauptinspirationsquelle ins Spiel: die Welt unter der Wasseroberfläche. Schon Karl Lagerfeld zeigte am selben Schauentag bei Chanel seine Liebe zu den Tiefen der Meere.

Stoffe, die wie goldglänzende Fische anmuteten, gab es beim Tauchgang mit Alexander McQueen zu sehen. Ein ganzer Schwarm von knielangen Bleistiftröcken zu scharf taillierten Pagodenschulter-Blazern bestimmte die Silhouette. Am Saum wogten bei jedem Schritt Volants wie Anemonen in der Brandung. Ein voluminöses Rüschen-Dress in Korallrot ließ an Südseeriffs denken.

Besonders toll: Spitzenkleider schienen an den Körpern der Models so selbstverständlich emporzuranken, wie Unterwasserpflanzen am felsigen Meeresgrund.
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