Frühjahr/Sommer 2012: Christian Dior Atempause bei Dior
Die aktuelle Kollektion von Christian Dior stellte für den fundierten Fashion-Fan eine kreative Atempause dar. Denn Bill Gaytten stetzte auf klassische Schnitte und mimte den braven Lückenbüßer.
Text: Lisa Leinweber
Eine unausgesprochene Übereinkunft lag bei der Fashion-Show von Christian Dior in der Luft. Denn diese machte weder durch atemberaubende Überraschungen, noch durch sagenhafte Innovationen auf sich aufmerksam. Vielmehr setzte das momentane Kreativ-Oberhaupt Bill Gaytten auf hübsche Looks, die vergangene Kollektionen aus verschiedenen Jahrzehnten wiederbelebten. Damit wurde Gaytten offensichtlich die Aufgabe zuteil, das Label solange zu (re)präsentieren, bis ein würdiger Nachfolger für John Galliano gefunden wird – keine kreativen Höhenflüge erwünscht.Feminität dominierte die zahlreichen Outfits, deren Schnittformen vorwiegend von den 40ies und 60ies inspiriert schienen. Gaytten setzte bei seiner ersten Prêt-à-porter-Kollektion auf figurbetonte Kleider und voluminöse Röcke, die sich um die Taille zentrierten. Der Designer ließ für die Frühjahrs-Kollektion auch die klassischen rundschultrigen Jacken wiederbeleben und wählte als mondäne Accessoires runde Hüte in Nude-Tönen. Die Looks strahlten allesamt einen französischen Vintage-Flair aus.
Auf diese Weise fungiert Bill Gayttens Kollektion als modischer Lückenfüller, der zugegebenermaßen sehr hübsch ist.
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