Frühjahr/Sommer 2012: Nina Ricci Unschuldiges Hausmädchen-Flair
Die Kollektion von Nina Ricci kokettiert mit dem lustvollen Spiel traditioneller Frauenrollen. Hausfrau der 60ies, verführisches Hausmädchen oder zartes Mauerblümchen? Alles ist möglich!
Text: Lisa Leinweber
Früher blühte die Kornblume bis in den späten Herbst hinein und begleitete den Indian Summer mit leuchtenden Violettblauen-Tönen. Heutzutage ist die Blume selten geworden und besitzt erstaunliche Ähnlichkeit mit der Herbst-Winter-Kollektion 2012 von Nina Ricci. Denn diese ist nämlich auch selten – selten schön!Zwar befindet sich Chefdesigner Peter Copping, wie viele seiner Kollegen, im Rausch der Sechziger-Jahre und exerziert daher klassische Schnittformen auf Taillenhöhe. Dabei dreht der Designer jedoch die Uhr der Zeit noch ein gutes Stück weiter, findet neue Blickwinkel. War in den 60ies die Rolle der Frau als liebende Mutter und treusorgende Ehefrau definiert, spielt Copping nun mit dem Verbotenen und kombiniert zu den traditionell stilvollen Silhouetten dezente Lingerie als Daywear! Ein verspielter Dienstmädchen-Flair entsteht, der von den runden Haar-Accessoires perfekt ergänzt wird. So wird die Frauen-Revolution von ihm in textiler Form nachvollzogen.
Alles eine Sache des neuen Blickwinkels: Die Hausfrau verwandelt sich zum verführerischen Vamp und die Kornblume vom unscheinbaren Randgewächs zum optischen Hochgenuss.
Die Farbpalette von Copping spielt mit unschuldigen Violett-Tönen, die zunehmend von dramatischem Schwarz und feurigem Rot abgelöst werden. Dabei zeigen sich die Models als natürliche Schönheiten und verzichteten auf unnötigen Pomp – ganz im Sinne der Kornblume? Schließlich ließ sich Peter Copping von den Blumenprints der Künstlerin Zina de Plagny inspirieren. Diese hatte vor gut 80 Jahren Stoffe für das Traditionslabel entworfen, was mit der aktuellen Kollektion noch einmal gewürdigt wurde.
Natürliche Schönheit mit klassischen Schnitten und einer wohldosierten Portion Sexappeal – ein schöner Trend für den kommenden Sommer.
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