Haute Couture: Jean Paul Gaultier Selbstläufer

 

Der Meister der Mottos schuf dieses Mal seine eigene Welt: Mit Ballon-Cuts, verspielten Details und Dita von Teese in Lingerie.
Text: Verena Breitbach
Auf eine Weltreise ging Jean Paul Gaultier zuletzt mit seiner Prêt-à-porter Kollektion für den Winter. Für den Sommer hatte er seine Models zu Girl-Gangs in Lingerie formiert und mit hoher Schneiderkunst die Folklore Mexikos nach Paris gebracht.

Jetzt überraschte der Designer – der kürzlich dem französischen Traditionshaus Hermès den Rücken kehrte, um eigene Projekte voranzutreiben – auf den Haute-Couture-Schauen mit vergleichsweise schlichter Luxus-Mode, ganz ohne Motto. Eine Hommage an den Pariser Glamour!
So präsentiert er für die Herbst-Wintersaison 2010/11 strenge, schwarze Roben mit überdimensionalen Schleifen, Cut-Outs oder transparenten Plastikelementen.

Lederblazer oder in Falten gelegte Ledermäntel mit Pelzdetails und bodenlange Röcke mit Federbesatz fanden sich ebenso auf dem Laufsteg wieder, wie die für Gaultier typischen Trench-Coats aus Garbadine.

Neben Abendkleidern in auffälligen Farben wie stahlblau und grellem Lila dominierte Mode in Camel, Gold und Schwarz.

Seine Erfahrung aus mehr als 30 Jahren, zeigte der Couturier mit raffinierten Ballonsilhouetten und Fledermausärmeln. Dazu gab es glitzernde Stickereien. Immer mit dabei: Schleifenhüten, schwarze Lochmuster-Strumpfhosen und Zigarettenspitzen.

Dita von Teese als Model

Der camelfarbene Wickelmantel, der diesen Winter so angesagt ist, durfte bei Gaultier ebenfalls nicht fehlen.

Als Highlight der Show ließ Burlesque-Queen Dita van Teese auf dem Catwalk die Hüllen fallen und zeigte Jean Paul Gaultiers sinnliche Lingerie für das Label La Perla.

Zum Schluß schritt eine Braut mit Geige im Arm über den Laufsteg und „spielte“ für das von der Show hypnotisierte Publikum – darunter Catherine Deneuve, Inès de la Fressange und Jean-Charles de Castelbajac.
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