New Yorker Fashion WeekModeblogger müssen leider draußen bleiben

von AMICA Online Autorin
Alle Infos zu Ramona: oder folge mir auf

© AFP/Colourbox.de
Modeblogger müssen bei der New York Fashion Week in Zukunft draußen bleiben.
Anfang des Jahres ist es stets so weit: Modefans rund um den Globus fiebern einem ganz bestimmten Termin eifrig entgegen. Das Weihnachtsfest und die Silvesterparty sind schnell in die hinteren Zonen des Gedächtnisses verbannt und nur noch unwichtige, ferne Gedanken, denn im Februar jeden Jahres findet in der US-Metropole New York die populäre Mercedes Benz Fashion Week statt. Doch 2014 soll gelten: Modeblogger sind unerwünscht.

Dabei sind auf der wohl meist diskutierten Modewoche des Jahres eigentlich unzählige der hippen Modeblogger anzutreffen. Neben anderen Kennern aus der Modebranche und prominenten Gesichtern sitzen sie in den Front Rows auf den Modeschauen von Designern wie Marc Jacobs, Ralph Lauren oder Michael Kors. Denn das alltägliche Posten eigener Outfits auf Blogs im Internet ist längst nicht mehr nur eine viel belächelte Freizeitaktivität modebegeisterter Mädels in den Zwanzigern. Fashionistas wie Miroslava Duma, Andy Torres und Chiara Ferragni verdienen sich ordentliche Brötchen mit dem Bloggen und begeistern Tausende Leser weltweit. Auch begehrte Designerlabels wurden schon lange auf das Phänomen der Modeblogs aufmerksam und nutzen seither die Einladung zu ihren Fashion Shows als effektive Eigen-PR.

Mit der kommenden Fashion Week in New York soll das Schaulaufen der Trend-Blogger aber der Vergangenheit angehören. Denn so manchem Profi aus der Branche gefällt das Publikum der Modenschauen nicht besonders. Das amerikanische „Wall Street Journal“ berichtete von einer Dame, die den Bloggern künftig an den Kragen will: Catherine Bennett, Geschäftsführerin des Fashion Week-Organisators IMG Fashion, will ab Februar 2014 die Gäste der Modewochen auf Fachpublikum beschränken. „Die Fashion Week ist zu einem Zoo geworden“, kritisierte Bennett die aktuellen Entwicklungen in der Modemetropole New York. „Was einst die Plattform für renommierte Designer war, um ihre neuen Kollektionen ausgewählten Medien und Einkäufern vorzustellen, hat sich in eine überladene, häufig kostspielige und anstrengende Periode für unsere Branche entwickelt“, begründet Bennett IMGs Anti-Blogger-Pläne.

[kein Linktext vorhanden]Die Vizepräsidentin des Fashion-Week-Veranstalters ist allerdings nicht die einzige, der das aktuelle Publikum der Modewochen ein Dorn im Auge ist. Designer Oscar de la Renta führte bereits für seine vergangene Fashion Show im September 2013 eine strikte Regelung ein: Nur noch Einkäufern, Pressevertretern und „Freunden des Hauses“ wurden Tickets für die begehrte Modenschau überreicht. Mit dem kommenden Jahr soll diese Maßnahme für die gesamten Veranstaltungen der Fashion Week gelten. Insgesamt sollen die Gästelisten der Laufsteg-Shows um drastische 20 Prozent gekürzt werden – ein Vorgang, der auch Folge der Beschwerden einiger Designer ist.

Modebloggerinnen bleibt in Zukunft nur noch der Besuch diverser Social-Media-Plattformen, um live das Treiben auf der New Yorker Fashion Week mitzuverfolgen. Wie hart die einzelnen Modehäuser bei den Neu-Regelungen tatsächlich durchgreifen, bleibt abzuwarten. Ebenso, ob der Ausschluss der Modeblogger auch der Werbung einzelner Modehäuser dauerhaft schadet. Auch die Berliner Modewoche könnte schon bald vom Blogger-Verbot betroffen sein - IMG Fashion organisiert das Event.