Fashion Week ParisAdieu, enfant terrible! Gaultier macht nur noch Couture

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Jean Paul Gaultier macht Schluss mit Prêt-à-Porter.

Das ist eine Überraschung - aber nicht unbedingt eine schöne. Modemacher Jean Paul Gaultier hat verkündet, in Zukunft keine Prêt-à-Porter-Kollektionen mehr anzubieten. Dem Fachblatt „Women's Wear Daily“ sagte er, die kommerziellen Zwänge und die vielen Kollektionen ließen ihm keinerlei Freiraum und zu wenig Zeit für neue Ideen. Er werde sich künftig auf die maßgeschneiderte Haute Couture und das Geschäft mit Parfüms konzentrieren, ließ der Designer in Paris mitteilen.

Die letzte Frauen-Kollektion für Luxusmode von der Stange soll am 27. September während der Modewoche in Paris vorgestellt werden. Die Entscheidung für den Verzicht traf Gaultier Medienberichten zufolge einvernehmlich mit dem Aktionär des Modehauses, der spanischen Gruppe Puig. Was das für die Mitarbeiter des Unternehmens bedeutet? In der Modepresse jedenfalls heißt es, dass einige Dutzend in der Konsequenz wohl nach einem neuen Job suchen müssen.

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Conchita Wurst präsentierte Haute Couture für Jean-Paul Gaultier.
Der Franzose hat knapp vier Jahrzehnte Prêt-à-Porter-Kollektionen für Frauen und Männer entworfen. Regelmäßig landet er auf der jährlichen Liste der kreativsten Modemacher des „Journal du Textile“ auf Platz eins. Zu den bekanntesten der Welt zählt er sowieso.

Dass sich Gaultier trotzdem  aus dem Von-der-Stange-Geschäft zurückzieht, ist bezeichnend für aktuelle Entwicklungen in der Modebranche. Ein Unternehmen mittlerer Größe, selbst mit einem derart bekannten Namen, hat es schwer gegenüber großen Konzernen zu bestehen. Haute Couture und der Handel mit Parfums scheinen also vergleichsweise lukrativ. Wenn Kunden mit Normalo-Geldbeutel in Zukunft also keine Gaultier-Kleidung mehr kaufen können, riechen können sie die Machwerke des Meisters auf jeden Fall noch.

Er schickte schon Conchita Wurst über den Laufsteg. Diese außergewöhnlichen Models dürften ihm also gefallen:

Video / 1:20 Min. / AMICA Online/Wochit

Mann oder Frau? Das spielt in der Modelwelt keine Rolle mehr. Es geht um Persönlichkeiten. Models sind jetzt androgyn. Auf diese drei Gesichter sollten Sie jetzt ein ganz besonderes Auge haben.


 

Quelle: dpa