Frauen beim Fußball Abseitsfalle
Fußball gucken mit der Partnerin ist für Männer schlimmer als jede Blutgrätsche. Mark van Huisseling über Derbheitszonen und den Drang, erotische Auswärtssiege zu feiern.
Text: Mark van Huisseling
Nehmen wir einmal an, sie möchte mit ihm die Spiele der Fußball-EM anschauen. Gut, wird er denken, dann verbringen wir eben ein paar Abende mehr vor dem Fernseher. Nur läuft statt des Teams von „Grey’s Anatomy“ die deutsche Nationalelf zur Hochform auf. Und man sitzt statt mit Freunden mit der Partnerin herum, was etwas weniger lustig ist. Weil Frauen nicht lustig sind. Vor allem nicht, wenn sie schön sind, weil sie es dann nicht nötig haben.Das Fußballgucken zu zweit hält sie wahrscheinlich keine zwei Halbzeiten durch. Spätestens in der Pause lässt sie ein Bad ein und blättert in einer Zeitschrift wie dieser oder ruft eine Freundin an. Also schlägt sie vor, dass er sie zu den Freunden mitnimmt, mit denen er sonst Fußball schaut. Oder – noch besser – in eine dieser Sportbars, weil man um ein Fußballspiel anzuschauen eine Gruppe und das dazugehörige Gefühl braucht. Damit beginnen dann die Probleme. Denn der Ton unter Fans ist ein derber. Fußball ist sozusagen die letzte Derbheitszone. Im Fußball geht es mackermäßiger zu als in einer Restaurantküche, eine andere letzte Derbheitszone. Denn in beiden Fällen dreht sich alles um Respekt und Männlichkeit und dergleichen.
Echte Machos
In England, wo ich einige Jahre lebte, wurde der als Weichei geschmähte David Beckham von den gegnerischen Fans immer mit einem Transparent begrüßt. Darauf stand sinngemäß die Frage, ob Victoria es ihm von hinten besorgt. Um solche Sprüche geht es, wenn Männer sich ein Match ansehen. Fußballspiele lösen etwas aus, das Soziologen als „Wallungswert“ bezeichnen. Und dieser Wallungswert ist niedrig wie der Testosteronspiegel bei einem Mann, der mit seiner Partnerin in einer Bar oder bei Freunden ein Fußballspiel anschauen muss. Weil jedem sofort klar ist, wer es wem in dieser Beziehung be... Sie wissen schon.
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