Fiona Erdmann macht den Topmodel-Check"Wolfgang Joop hat Angst vor Heidi Klum"

von AMICA Online Redakteurin
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© Nass / Brauer Photos für Mercedes-Benz
Sie sind wieder da! Heidi Klum und ihre Mädchen tummeln sich wieder auf dem Fernsehbildschirm. "Germany's next Topmodel" startete gerade in die neunte Runde. Vieles ist anders geworden in dieser Staffel. Wolfgang Joop ist neuer Juror - und das, obwohl es früher immer heftig über Heidi Klum und ihre Show gelästert hatte. Ach, und natürlich sind auch die Kandidatinnen neu. Aber taugen die auch was? Fiona Erdmann muss es wissen. Sie war in der zweiten Staffel von "Germany's next Topmodel" dabei, holte damals den vierten Platz. Und sie holte sich was weg: das Image, eine echte Zicke zu sein. Jahre später hat sie dieses Image erfolgreich abgelegt - und ist im Gegensatz zu vielen Topmodel-Kolleginnen als sympathisches TV-Gesicht erfolgreich. Mit uns sprach sie über Wolfgang Joops Fähigkeiten als Juror, den schockierenden Zusammenbruch von Model-Mama Heidi Klum und darüber, wer dieses Mal wohl als Zicke abgestempelt wird.

AMICA Online: Schauen Sie „Germany’s next Topmodel“ privat überhaupt noch?
Fiona Erdmann:
Klar. Ich will natürlich wissen, wie das mit Wolfgang Joop und Heidi funktioniert. Deswegen war da schon der Reiz da, einmal reinzuschauen.

Da lag ja vorher wirklich Zündstoff in der Luft. Joop hatte früher ziemlich fies über Heidi Klum gelästert …
Ich fand aber, dass die beiden ihre erste Begegnung cool gemeistert haben. Und für die Zuschauer war es auch sehr interessant. Man hat sich ja schon gefragt, wie sich die beiden begegnen werden. Von Heidis Seite aus jedenfalls war das sehr souverän, charmant und witzig. Ihn fand ich aber nervöser. Ich glaube, er hatte ein bisschen Angst vor Heidi. Davor war er ja derjenige, der große Sprüche gegen sie und ihre Sendung gemacht hat. Jetzt ist er auch dabei und geht damit gewissermaßen vor ihr in die Knie.

Wolfgang Joop war also aufgeregt?
Joop kommt aus der Modebranche und wenn wir mal ehrlich sind, hat die mit der Entertainment-Welt, die „Germany’s next Topmodel“ bietet, nicht so viel zu tun. Die Sendung sucht ja nicht wirklich Models, die für die Pariser Laufstege geeignet sind. Es geht eher um Show-Mädchen, einen Entertainment-Faktor. Klar ist man da nervös.

Sie sind im TV sehr präsent. Viele Mädchen verschwinden nach der Show aber schnell in der Versenkung. Gibt es da zu wenig Unterstützung von Heidi Klum?
Ich kann nur dafür sprechen, wie es zu meiner Zeit war. Da gab es schon Angebote von ProSieben und der Agentur, mit der wir zusammengearbeitet haben. Aber es hat eben ewig gedauert. Als ich aus der Show als Viertplatzierte ausgeschieden bin, lief im TV gerade die dritte Folge. Bis zum Finale konnte mich wochenlang natürlich niemand buchen. Ich saß also erstmal da und hatte nichts. Ich hätte mir schon mehr Unterstützung gewünscht und habe mich alleingelassen gefühlt. Aber ich will auch ehrlich sein: Wir sind jetzt in der neunten Staffel, wie viele Mädchen soll Heidi Klum denn da am Ende noch unterstützen?

© Dirk Berns
Wenn Sie jetzt die neuen Folgen sehen – weckt das positive Gefühle oder hat das einen bitteren Beigeschmack?
Das hat überhaupt keinen bitteren Beigeschmack für mich. Durch „Germany’s next Topmodel“ habe ich meinen Durchbruch geschafft. Ich würde auch nochmal mitmachen.

Aber man hat Ihnen dort ja schon ein Zicken-Image angedichtet. Ärgert Sie das nicht?
Ich würde nicht sagen, dass es mich ärgert. Aber dieser Stempel hat mich lange verfolgt und doch auch sehr belastet. Ich konnte mich mit dieser Rolle der Zicke einfach nicht identifizieren. Selbst Jahre danach sagen mir die Leute: Du bist ja gar nicht so zickig, wie bei „Germany’s next Topmodel“ gezeigt wurde. Beruflich hat mich das schon eingeschränkt, weil mich viele Leute für total anstrengend gehalten haben. Dabei bin ich pünktlich und gebe immer 100 Prozent.

Die erste Folge der neuen Staffel ist ja nun gelaufen. Sehen Sie da schon Zicken-Potenzial?
Das riecht man doch förmlich bei diesen Mädchen, dass da noch was kommt. Nathalie zum Beispiel hat so einen Zündstoff-Blick. Das kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Das wird noch knistern.

Und Franzi mit ihrem Rassismus-Spruch?
Man darf nicht vergessen, dass diese Mädchen super jung sind. Klar, hat sie da einen Spruch gerissen, der nicht in Ordnung war. Aber das ist ihr so rausgerutscht. Ich kenne das ja selbst. Im Dschungelcamp habe ich zum Beispiel gesagt, dass mir das Spucken gut tut. Das hat sich dann ja auch für alle total anders angehört, als das, was ich tatsächlich ausdrücken wollte.

Im Vorfeld gab es Kritik an Heidi Klum, weil die Werbeplakate für die Show sehr freizügig sind. In der ersten Folge mussten die Mädels auch gleich im Bikini auftreten. Zu viel Sex?
Lasst Heidi doch einfach machen! Viele sind wahrscheinlich einfach neidisch, weil sie nicht so einen tollen Körper haben wie diese Frau mit 40 Jahren und ein paar Kindern. Wem es nicht gefällt, der kann ja weggucken. Sie sieht doch umwerfend aus!

In dieser Folge war sie ja nun mal nicht nur Strahlefrau, kam sogar ins Krankenhaus …
Ich habe mich da schon sehr verbunden mit ihr gefühlt. Sie ist mir sehr vertraut, weil ich sie schon seit Jahren kenne. Es hat mich sehr beeindruckt, dass sie diese privaten Einblicke gewährt hat. Das macht sie menschlicher. Das wird ihr aber auch wieder Kritik einbringen. Die Leute werden ihr unterstellen, dass sie sich nur für ihr Image so gezeigt hat. Die suchen geradezu nach Dingen, die sie doof finden können. Das ist doch alles Unsinn. Sie hat bestimmt nicht das Kamerateam mit ins Krankenhaus genommen, weil das gut für die Quote sein könnte.

Sie selbst modeln nur noch selten. Wie geht es denn bei Ihnen weiter?
Gestern lief nicht nur „Germany’s next Topmodel“, sondern auch eine Folge von „Alarm für Cobra 11“, bei der ich mitgespielt habe. Da ist mir wieder bewusst geworden, wie toll das war. Das Schauspielen macht mir viel Spaß und ich habe da auch gute Möglichkeiten. Es würde mir aber auch gefallen, ein TV-Format, das mit Reisen und Action zu tun hat, zu moderieren. Das Modeln habe ich eigentlich an den Nagel gehängt. Aber den ein oder anderen Job als Model – das macht schon immer noch Spaß.