Gegenwind für „Germany’s next Topmodel“ Heidi Klums Show schädigt das Körperbild von Kindern

© ProSieben/ Oliver S.
Fans der Castingshow „Germany’s next Topmodel“ fiebern dem kommenden Jahr bereits entgegen, denn Anfang Februar kehrt die Modelshow mit Heidi Klum auf die deutschen Fernsehbildschirme zurück. Für Stevie Schmiedel aus Hamburg bedeutet dieser Termin vor allem eines: Auf in den Kampf gegen das Castingformat. Die Dozentin für Genderforschung setzt sich gemeinsam mit ihrem Verein Pinkstinks Deutschland für ein alternatives Rollenbild der Frauen ein. Mit Werbekampagnen und Protestaktionen soll die Gesellschaft fähig werden, die Darstellung der Medien kritisch zu betrachten und jungen Mädchen mehr Selbstachtung verschaffen.

Auslöser für die kritische Haltung Schmiedels gegenüber der Klum’schen Modelshow war eine Studie aus dem Jahr 2012, die zeigte, „dass GNTM das Körperbild von Kindern schädigt. Gleichzeitig war Hamburg voll mit Werbeplakaten zum Sendestart. Auf den Bildern waren laszive, junge Mädchen inklusive Heidi Klum zu sehen“, blickte die „Pinkstinks“-Vorsitzende Stevie Schmiedel im Gespräch mit „Bunte.de“ zurück. Wie stark der Einfluss der Prosieben-Show auf junge Mädchen tatsächlich ist? Schmiedel sieht drastische Ergebnisse: „Mittlerweile haben 53 Prozent der deutschen Mädchen Probleme mit ihrem Selbstbild. 2006 waren es ‚nur‘ 30 Prozent.“

Im selben Jahr des ersten Studienergebnisses flimmerte auch erstmals „Germany’s next Topmodel“ über die Bildschirme. Die damalige Siegerin der Show, Lena Gercke, begeisterte damals noch mit ihren weiblichen Rundungen, die auch mit Normalgewicht und ohne Knochengerippe Erfolg als Model und Werbegesicht brachten. Die Gewinnerin der siebten Staffel, Luisa Hartema, entspricht da schon eher dem tatsächlichen Model-Ideal: Gertenschlank.

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Stevie Schmiedel kämpft mit 'Pinkstinks' gegen den Magertrend bei jungen Mädchen - und 'Germany's next Topmodel'.
„‘GNTM‘ vermittelt, dass Mädchen in eine Kleidergröße 32/34 passen und stark auf ihre Ernährung achten müssen“, beruteilte Stevie Schmiedel die Haltung der Castingshow um Modelmama Heidi Klum. Doch nicht nur die perfekt inszenierte Superfrau aus Bergisch Gladbach ist der „Pinkstinks“-Pressesprecherin ein Dorn im Auge. „Eine ganze Industrie steckt hinter dem Topmodel-Phänomen.“ Grundsätzlich habe sie jedoch nichts gegen die Modelindustrie, so Schmiedel zu „Bunte.de“. „Kauft eine Frau ein Modemagazin oder besucht eine Fashion Show, ist das eine bewusste Haltung. Wenn Kinder und junge Mädchen durch eine vollplakatierte Stadt laufen, werden sie von der Werbung unbewusst beeinflusst.“

Ihre Bedenken persönlich bei „Germany’s next Topmodel“-Mama Heidi Klum geäußert hat Schmiedel bisher noch nicht, doch sieht sie bereits erste Erfolge ihrer Arbeit. „Die neuen Werbekampagnen sind viel dezenter.“ Wie viele Mädchen trotz der Proteste von Pinkstinks die Castingshow mitverfolgen werden, bleibt nicht mehr lange abzuwarten. Die Dreharbeiten inklusive vieler gertenschlanker Mädchen sind bereits in vollem Gange.



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