"Fashion Hero"Marcel Ostertag ist der erste und vorerst letzte "Fashion Hero"

von Amici Fashion-Weeker
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©ProSieben/Richard Hübner

Es ist vorbei. Die letzte Folge von "Fashion Hero" ist gelaufen - schnell, unspektakulär und ohne große Überraschungen. Als Sieger der Staffel wurde der Münchner Designer Marcel Ostertag gekürt. Auch keine große Überraschung! Galt der 34-Jährige, dessen Kollektionen schon auf mehreren Fashion Weeks in Berlin und Wien zu sehen war, als der Erfahrenste unter den 21 teilnehmenden Jungdesignern. Und wahrscheinlich war er auch das prominenteste Gesicht der Show, gleich nach dem von Topmodel Claudia Schiffer.

© Mercedes-Benz Fashion Week
Allerdings: Nach dem ersten Hype um seine Teilnahme und dem Zweiten um seine Kleider, die plötzlich zu erschwinglichen Preisen bei Karstadt, Asos und s.Oliver zu haben waren, kam von Marcel Ostertag nicht mehr viel. Zweimal konnte er seine Designs nicht verkaufen. Zu sehr ähnelten sie den bereits verkauften Outfits der vergangenen Wochen. Manchmal wollte der 34-Jjährige aber auch einfach nicht wahrhaben, was die Einkäufer sich von ihm wünschten. So bot er dem Onlinehandel Asos bodenlange Abendkleider an, obwohl das Unternehmen gar keine Abteilung dafür bereit hält. Und das wusste Ostertag auch. Seinen Frust ließ er dennoch an anderen, den Mentoren, aus. "Die spielen hier mit mir," resümierte Ostertag sauer.

Und dennoch: In der letzten Folge setzte sich der 34-Jährige gegen die stylischen Outfits der durchaus talentierten Jungdesignerinnen Jila und Jale sowie des stets verpeilten Rayan Odyll durch. Und dabei vergaß er nicht, sich über jegliche vorangegangene Kritik hinwegzusetzen. Seine Kollektion ähnelte denen der vergangenen Sendungen derart, dass sie eigentlich hätte durchfallen müssen. Und natürlich durfte auch ein bodenlanges, eigentlich unverkäufliches Abendkleid nicht fehlen. Doch zumindest der prominente Name zog. Ostertag wird Fashion Hero.

Die Show ist aus. Und wird so schnell auch nicht wieder zu sehen sein. Unlängst soll der Sender ProSieben erklärt haben, dass es sobald keine neue Staffel geben wird.

Was bleibt also? In erster Linie haufenweise Kleider für den Sale. Bereits Anfang der Woche und somit noch vor Beginn des Finales purzelten bei Karstadt die Preise. "Die Show ist vorbei. Die Ladenfläche wird für anderes benötigt," erklärten die Verkäuferinnen vor Ort. Bei s.Oliver hingegen halten sich die Preise noch. Doch für wie lange? Die virtuellen Ladenstangen sind schließlich proppenvoll mit "Fashion Hero"-Designs. Meist auch noch in allen Größen. Vieles, was bei s.Oliver zunächst kurz nach der Sendung ausverkauft schien, hängt mittlerweile schon wieder im virtuellen Laden. "Leider enttäuscht," bewertet eine Käuferin die Chiffon Bluse von Rayan Odyll aus der ersten Sendung im s.Oliver-Onlineshop. Der Lackimitat-Stoff sei zu steif und unbequem. Die Farben wirkten anders als im Fernsehen. Die Bluse ging zurück.

Für die Designer hingegen war die Show eine hervorragende Werbeplattform. Wer kannte zuvor schon einen Tim Labenda? Oder einen Rayan Odyll? Tausende von Menschen suchten sie bei Facebook, wurden Fans ihrer Seiten, verfolgen nun ihren weiteren Wertegang. Ein wenig Taschengeld konnten sich die Designer dabei auch dazuverdienen. Der frischgebackene Gewinner, Marcel Ostertag, will das Geld in sein Unternehmen finanzieren. Denn so richtig davon leben hätte selbst er nicht gekonnt. Der 20-Jährige Jungdesigner Riccardo Serravalle bezahlte mit dem erwirtschafteten Geld seine erste Kollektion und wurde dazu gleich auch noch von s.Oliver unter Vertrag genommen. Ab dem kommenden Monat wird er im Headquartier der s.Oliver Group in Rottendorf Abend- und Anlassmode kreieren. Dann hoffentlich mit hochwertigeren Materialien und mehr Erfolg als bei "Fashion Hero".