Hochzeitstrends 2013Die schönsten Brautkleider des Jahres!

von AMICA Online Redakteurin
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Landmädchen und Liebe zu Boho
Brautkleider 2013: Landmädchen und Liebe zu Boho

„Der Kauf eines Brautkleides ist wie eine Entdeckungstour“, sagt Raffaella Lupo. „Weil Frauen so eine große Robe oft zum ersten Mal tragen und bei mir erst erfahren, wie sich bestimmte Attribute unterstreichen lassen.“ Die Inhaberin der Münchner Braut- und Abendmoden-Boutique Mitgift bekommt täglich mit, wie Frauen die Qual der Wahl haben – zwischen den verschiedenen Stilen, Silhouetten und Stoffen. „Es gibt gerade sehr viele schöne Modelle“, erklärt sie. „Generell werden sie dieses Jahr leichter, schwere Spitzenstoffe mit Satin und allen möglichen Unterlagen sind passé. Die Designer setzen mehr Seiden-, oder Kreppchiffon ein. Das ergibt zwar auch Volumen aber kein Gewicht und sieht sehr feminin aus.“

Diese neue Leichtigkeit, sie passt zu einem allgemeinen Hochzeitstrend. „Mir fällt auf, dass meine Kundinnen, anders als noch vor ein paar Jahren, weniger pompös feiern“, sagt Raffaella Lupo. „Lockere Feste, gerne mit Flip-Flops auf einer Wiese, sind angesagt.“ Inspirationsquelle ist dabei Kate Moss und ihre Sommerhochzeit im Festival-Stil. Inklusive Blumenmädchen und einem zarten Dress von John Galliano. Das Setting allein lässt schon Bilder im Kopf entstehen. Von Spitzenvolants, Blütenkränzen im Haar und Fransentüchern. „Der Gipsy-Trend hat im letzten Jahr schon begonnen, geht teils sogar in die Burlesque-Richtung“, weiß die Ein- und Verkäuferin. „Das ist edle Vintage-Bohème zwischen grober Baumwolle und feinen Materialien wie Seide oder Pailletten.“ Laut Lupo wird sich der Trend im nächsten Jahr sogar noch verstärken. Auch in den Details. 2014 kämen zum Beispiel ganz neue Schleier auf den Markt, die hinten an einem Spitzenhaarband angesetzt sind.

Feen und Kate Middletons
Brautkleid-Trends 2013

Auch ein anderer Kate-Effekt hallt 2013 nach. Zwei Jahre nach der royalen Hochzeit in Großbritannien, tauchen Abwandlungen von Kate Middletons hochgelobtem Alexander-McQueen-Kleid noch überall auf. Die Kombination aus Herzbustier-Oberteil mit Spitzen-Overlay und einem voluminösen A-Linienrock ist omnipräsent. Trotzdem möchten deutsche Frauen nicht unbedingt aussehen wie Herzogin Catherine. „Ein paar Kundinnen fragten bei mir nach etwas Vergleichbarem“, erzählt Raffaella Lupo. „Aber nicht viele, weil die meisten es nicht ganz so hochgeschlossen wollen.“

Zum unkonventionellen Zeitgeist passt außerdem das gerade sehr wichtige Feenthema besser. „Bei den weichen Tüllröcken mit Herzbustier-Corsagen kommt mir die übersinnlich schöne Liv Tyler als Elbin in ‚Der Herr der Ringe‘ in den Sinn“, schwärmt Raffaella Lupo. Stoffblüten- oder Blätterapplikationen komplettieren den Märchen-Look und unterstreichen die Zartheit der Trägerinnen. „Grazile Frauen finden sich in einem derartigen Kleid oft eher wieder, als in einer sehr glamourösen Robe“, spricht sie aus Erfahrung.

Griechische Göttinnen durch Drapés
Brautkleider 2013: Griechische Göttinnen

Außerdem melden sich griechische Göttinnen zurück. Nach einer Überdosis vor drei Jahren konnte man sie fast schon nicht mehr sehen, doch jetzt schafft es die die Empire-Linie wieder zu neuem Glanz. Und zwar wortwörtlich, gerne mit Glitzerelementen verziert. Weitere Merkmale dieses Trends sind raffinierte Drapierungen, One-Shoulder-Optiken, fließende Stoffe und viele, viele Falten.

„Der Unterschied zu den Anfängen des Greek Looks und der anmutigen Braut, die göttinengleich erscheint, ist die große Vielfalt der Interpretationen. Oft ist der Look nur angedeutet und verliert sich in einer fließenden Robe, macht den Schlenker zur frühen Hollywood-Ära oder wartet lediglich mit einem sinnlichen Dekolleté auf“, erklärt Raffaella Lupo. „Wichtig dabei ist, dass es sich immer um fließende Materialien handelt. Der Stoff umpielt die Figur der Braut, ist daher eher etwas für schmalere Frauen.“

Extrovertiertere wagen sich an den Trend Oldschool-Hollywood-Glamour. „Die Godet-Form, auch Meerjungfrauen-Silhouette genannt, gehört ja eigentlich zu den Klassikern, ist aber seit rund drei Jahren wieder sehr in Mode“, sagt die Mitgift-Betreiberin.

Oldschool-Glamour wie ein Star
Brautkleid-Trends 2013

„Jetzt kommen die figurbetonten Kleider in Spitze oder Seide und werden teils mit Federn und Glitzergürteln noch aufgewertet.“ Auf Zeitreise mit in die 50er-Jahre nehmen hingegen midi-lange Kleider mit schwingenden, voluminösen Lagen-Röcken und schmalen Taillen, wie es etwa Novia dArt zeigt und als modernere Interpretation Marianne Caroe.

Als Christian Dior diese Linie 1947 erfand, nannte die Presse das den „New Look“, heute gilt sie als wunderschön retro. Bei anderen Retro-Modellen, inspiriert von den 20er-Jahren, machen transparente Elemente, Perlenverzierungen und tief angesetzte Hüften aus Bräuten luxuriöse Flapper-Girls. Gesehen zum Beispiel bei Cymbeline.

Dazu empfiehlt Lupo: „Federn in der Undone-Trockenwelle, bordeaux- bis blutrote Lippen, glitzernde Augen und eine abgehalfterte Golden-Age-Bar.“

© PR
Den schönsten Tag feiern: Zum Beispiel im angesagten Gypsy-Look von Cymbeline über Mitgift

Bleibt also die schwierige Frage: Welche Art Braut möchte ich sein? Wie wichtig das Thema ist, lässt sich daran erkennen, was sich die Frauen leisten. „Über die letzten Jahre hinweg ist die Bereitschaft gewachsen, viel Geld für das Hochzeitskleid auszugeben. Aufwendig produzierte Werbebilder und Medienberichte lösen den Wunsch nach dem großen Auftritt aus“, erklärt die Expertin. „Und meine Kundinnen wissen, dass Qualität kostet.“ Doch sie bezahlen nicht jeden Preis. „Bei 2000 Euro gibt es eine goldene Schwelle, die die meisten nicht übertreten wollen“, verrät Raffaella Lupo.

Bei der Auswahl könnte der Geschmack des Zukünftigen helfen. „Männer mögen vor allem Silhouette“, sagt die Brautkleid-Kennerin. „Ein bisschen sexier darf es da sein, gerne im Meerjungfrauenstil und mit Dekolleté vorne oder hinten.“ Rückenausschnitte sind übrigens gerade sehr angesagt. Doch bei all den Trends, Meinungen und dem Gesamtkonzept der Hochzeit, sollte man sich selbst während der Entdeckungstour Brautkleidkauf nicht verlieren. Raffaella Lupos wichtigster Rat: „Tragen Sie einfach, worauf Sie Lust haben!“