HochzeitsmodeVintage-Brautkleider

von AMICA Online Redakteurin
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Topmodel Miranda Kerr trat im Juli 2010 mit Orlando Bloom vor den Altar, in einer höchstgeheimen Zeremonie. Nicht einmal das genaue Datum wurde bekannt gegeben. Nur so viel ist überliefert: Sie tat es in einem Vintage-Kleid der neuseeländischen Designerin Collette Dinnigan.

Seit Julia Roberts 2001 ihren Oscar in einer mehr als 20 Jahre alten Robe von Valentino entgegennahm, hat sich Vintage (zu deutsch: „klassisch“, „altes Modell“) als Red-Carpet-Trend dauerhaft etabliert.

Zuletzt schritt Anne Hathaway bei der Oscar 2011 - Top und Flop in einer geschichtsträchtigen Robe von Related content über den roten Teppich.

Die damit verbundene, signalrote Aussage der Show-Moderatorin: Ich wähle lieber den klassischen Glamour des Alt-Designers Valentino Garavani als die moderneren Kreationen des neuen Kreativ-Duos.

© Reuters
Anne Hathaway bei den „Academy Awards“ 2011 in Vintage-Valentino

Aber warum tragen die Stars lieber Altes als Brandneues? Weshalb entscheiden sich Frauen für Vintage-Hochzeitskleider? Welche Dekaden sind besonders angesagt?

Christian Madrigal, Inhaber der Online-Boutique „TheFrock.com“ kennt die Antworten. Hier kaufen Bräute (und Burlesque-Star Dita von Teese) Vintage-Kleider von Christian Dior, Giorgio Armani oder Oscar de la Renta.

AMICA Online: Herr Madrigal, was macht ein Vintage-Dress so besonders?
Christian Madrigal:
Hochwertige Vintage-Kleider sind wahre Schätze. Einzigartige, von Meisterhand gefertigte Stücke, die so viel Ansehen erfuhren, dass sie über Jahrzehnte aufbewahrt wurden. Ein altes „Balenciaga“ sticht vielleicht aufgrund seines skulpturales Schnittes hervor, ein altes „Gres“ wegen seiner Faltenlegung, ein altes Schulabschlussballkleid weil es typisch amerikanisch ist und ein Flapper-Kleid aus den 20er-Jahren wegen seiner aufwendigen Stickereien.

Die schönsten Brautkleider von TheFrock.com

Welche Frau greift zu einem Hochzeitskleid, in dem schon eine andere geheiratet hat?
Vintage-Brautkleider werden von Frauen gekauft, die Retro-Schnitte, Individualität und Stoffe von hoher Qualität schätzen. Außerdem umgibt die Kleider eine romantische Nostalgie, weil eine Geschichte in ihnen steckt. Es besteht wohl eine subtile Schwesternschaft zwischen den Bräuten die lange vorher kamen und jenen, die vielleicht später noch kommen werden. Auch sparsame Frauen gehören zu den Käuferinnen, obwohl sie bei uns und unseren vierstelligen Preisen wohl nicht fündig werden.

Welche Brautkleid-Trends zeichnen sich in Ihrem Shop ab?
Insgesamt werden ein Drittel aller Kleider von Verlobten geordert. Noch vor ein paar Jahren haben sie am liebsten Kleider im Stil von Jean Harlow – verführerisch eng, aus elfenbeinfarbenen Charmeuse – gekauft, oder drapierte Chiffonroben im Griechische-Göttin-Look. Heute bestellt etwa die Hälfte aller Bräute unkonventionelle Roben, die nicht unbedingt in der Hochzeitskategorie zu finden sind. Viele wollen starke Farben!

Hat Weiß ausgedient?
Blütenweiß ist auch bei neuen Kreationen selten geworden, jetzt dominieren Cremetöne. Zu diesem Trend passen Vintage-Roben perfekt, da die Zeit ihnen die Grellheit genommen hat. Experimentierfreudige greifen zu Rosa und Juwelenfarben.

© TheFrock.com

Für welche Schnitte entscheiden sich die meisten Kundinnen?
Klassische 50er-Kleider mit schmalen Taillen und voluminösen Glockenröcken aus Spitze, Tüll und Taffetta sind heiß begehrt. Vor allem, wenn sie von dem Begründer dieses „New Look“ selbst stammen – Christian Dior. Kreationen aus den späten 30er-und den frühen 40er-Jahren gehören ebenfalls zu den Bestsellern, weil Hollywood damals sein goldenes Zeitalter erlebte. Jede Braut möchte sich wie ein Starlet fühlen!

Damit dieses Gefühl wirklich aufkommt: Was muss man beim Kauf beachten?
Wer online shoppt, sollte eine Website mit gutem Ruf wählen, die zum Beispiel auch Schäden an seiner Kleidung angibt. Oder eine die, wie „TheFrock.com“, nur vollkommen intakte Stücke verkauft. Zusätzlich sollten Sie den Verkäufer anrufen und und fragen, ob der Artikel beschädigt ist. Dazu gehören Löcher, Risse, ausgebleichte Stellen, Flecken, Farbveränderungen. Shoppen Sie vor Ort, sollten Sie sich nicht blenden lassen und gezielt nach derartigen Fehlern suchen.

Welche Mängel sind Kauf-Killer?
Gelbe Deo-Flecken unter den Achseln gehören zu den größten Übeln. Sie können selbst bei chemischer Reinigung nicht entfernt werden.

Gibt es überhaupt Vintage-Stücke ohne Gebrauchsspuren?
Ein nagelneu wirkendes Kleid darf man bei Vintage natürlich nicht erwarten. Kleine Anzeichen für Getragenheit müssen Sie hinnehmen. Fragen Sie sich selbst, ob das Gesamtbild diskrete Fehler überstrahlt. Wenn ein Kleid Sie sehr bewegt, dann dürfen Sie ihm Imperfektion verzeihen. Oft macht es das sogar noch spannender.