„Ladies, get ready for work“Bequem, schick? AMICA Online macht den Büromode-Test

von Amici Fashion-Weeker
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© Nine To Five
Testsieger ist die Clutch von Nine To Five
Dieses Label gefällt mir. Schon in der ersten Sekunde. Schon bei der ersten Begegnung. Es war auf den vergangenen Press Days in Berlin, als ich den Namen zum ersten Mal hörte. „Nine To Five. Ladies, get ready for work“. Das heißt auf deutsch „9 bis 5, Ladies macht Euch für die Arbeit fertig“. Es ist eine Anspielung auf die Zeit, in der die deutsche Businessdame für gewöhnlich arbeiten geht. Der Name ist Programm. Das Label fertigt Schuhe, Taschen und Clutches allein zu einem Zweck: sie ins Büro auszuführen. Dabei werden hochwertige Materialien wie Lachshaut und vegetabil gegerbtes Leder verarbeitet. „Eine tolle Idee,“ dachte ich. So etwas hatte ich schon immer gesucht. So etwas brauchte ich – Mode, die für den Job gemacht ist, Schuhe fürs Büro, in denen die Füße auch mehrere Tage überleben, Taschen, die im Büro wie zur Afterworkparty glänzen. Gedacht, gesagt und für eine Woche getestet. Hier kommt mein Testtagebuch:

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Stylisch und schick: Der Schuh von NINE To FIVE passt in mein Büro.
1. Tag: Der Postmann klingelt

Dingdong. Der Postmann klingelt. Das „Nine To Five“-Päckchen kommt an. Und was für ein Päckchen: ein großes, braunes Paket mit verheißungsvollem Inhalt. Darin sind ein paar lederne, Bordeaux-rote Chelsea-Boots mit Details aus Lachshaut und einem 3cm hohen Absatz, eine sandfarbene Tasche für den Laptop sowie eine stabile, kleine Clutch, deren Vorderseite mit Lachshaut bemustert ist. Produkte im Wert von stolzen 988 Euro, denn die Ware hat ihren Preis. So kosten die Schuhe 339, die Clutch 289 und die Tasche unglaubliche 649 Euro im Laden. Doch an vieles ist gedacht: Die Tasche verfügt über mehrere Fächer wie auch unzählige Innentaschen, kann als Tragetasche über die Schulter oder als Rucksack am Rücken getragen werden. Die kleine Clutch hat ebenfalls mehrere Innentaschen, ist unheimlich stabil und darüber hinaus ein hübscher Hingucker. Ich lege alles fein-säuberlich an seinen Platz. Morgen ist Showtime. Ich bin gespannt, was die Kollegen zu den Sachen sagen werden.

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Die Back Bag von NINE TO FIVE konnte mich nicht überzeugen.
2. Tag: Erster Test im Büro

Auf geht’s ins Büro. Doch bevor die Haustür erreicht ist, gibt’s schon den ersten Ärger. Die Tasche ist zu klein für mein MacBook Pro. Und auf dem Rücken entpuppt sie sich schnell als unbequem. Die Trageriemen wie die Taschenrückseite sind ungepolstert und ohne jegliche Belüftung. „Das wird ein Heidenspaß auf dem Fahrrad,“ denk ich mir. Insbesondere mit dem MacBook in der Hand. Nun, der Mac bleibt also daheim. Die Tasche wird zur Tragetasche umfunktioniert, indem die Rucksackriemen einfach abgenommen werden. Außerdem wird die S-Bahn anstatt des Fahrrads genutzt. Doch auch die Schuhe, die aufgrund ihrer wunderbaren Farbe herrlich zu meinem heutigen Pullover passen, drücken. Allerdings nicht an den Zehen, sondern vielmehr am vorderen Spann. Das Leder ist hart, kalt und ohne Nachsicht. Es drückt. Und das den ganzen Tag.

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Doch am ersten Tag drückten die schönen Chelsea-Boots nach kurzer Zeit am Spann

3. Tag: Flug nach London

Neuer Tag, neues Glück. Es steht eine kleine Dienstreise nach London an. Die Chelsea-Schuhe landen aber zunächst im Koffer. Die Füße brauchen eine Erholphase. Aber – wie gesagt – am Spann, sonst zeigt sich keine einzige Blase. Die sandfarbene Tasche hingegen kommt gleich wieder zum Einsatz. Dieses Mal macht sie keine Probleme. Alles passt hervorragend hinein – Geldbörse, Unterlagen, Fotoapparat und so einiger Krimskrams. Auch die Clutch wandert für den Flug hinein. Für den Alltag mit MacBook ist die 649 Euro teure Tasche vielleicht zu klein, aber zum Reisen geht sie allemal.

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Taschenmodelle des Hamburger Labels Nine To Five
4. Tag: Meet & Greet

In London angekommen, geht es von einem Termin zum nächsten. Kollegen werden getroffen, Hände geschüttelt und geplauscht. Auch über die heiße „Nine To Five“-Ware. „Also, die BackPack ist ja größer als du,“ witzelt der eine Kollege. Die anderen schauen verdattert drein, wissen nicht so ganz, ob sie Paroli bieten sollen oder vermutlich sich eher anschließen und die Tasche wirklich zu groß und etwas unförmig finden. Die Schuhe findet aber eine Kollegin toll: „I love your shoes. Die sind auch hier in London gerade super angesagt und die Form passt ja auch wunderbar zu lovely England.“ Ja, und gemütlicher sind sie auch geworden. Das Leder gibt langsam nach, so wie der Schmerz im Spann. Die Clutch hingegen hat heute frei. Sie wird am nächsten Tag ihren großen Auftritt haben.

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Unterwegs im Londoner Savoy Hotel - die Clutch macht sich wirklich wunderbar.
5. Tag: Großer Auftritt

Heute ist Glam-Day, denn es geht zum berühmten Afternoon Tea ins Ritz sowie am Abend zum Dinner ins Savoy Hotel. Das heißt: Dress Code beachten! Also, Pumps, Cocktailkleid und Clutch ausgepackt und ausgegangen. Die „Nine To Five“ – Clutch erweist sich dabei als ein wahrer Traum. Es passt unheimlich viel rein und trotz des unförmigen Inhalts bleibt sie stabil und in Form. Noch dazu kann sie nicht nur in der Hand, sondern auch an einem abnehmbaren Riemchen über die Schulter getragen werden. So, wie die Umstände es gerade erfordern. Und schließlich passt sie noch zum Gürtel meines einen Kleides, das ich im Ritz trage. Ich bin glücklich. Die Gespräche laufen super. Das Essen schmeckt und ich sehe toll aus mit Kleid und Clutch.

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Und auch im Ritz Hotel machte die Clutch nicht nur zu meinem farblich passenden Gürtel eine gute Figur.
6. Tag: Noch einmal ins Büro

Am sechsten Tag sitze ich wieder in meinem Büro in Deutschland. Es ist die letzte Chance für Schuhe und Tasche, noch einmal zu überzeugen. Die Clutch hat es am vergangenen Tag schon getan. Aber die Schuhe zeigen schon die ersten Verschleißspuren. Komme ich nur etwas zu schnell und zu nah an den Fuss meines Bürostuhls, gibt es einen unschönen Kratzer. Das Leder scheint zwar zu den Füssen recht hart, aber Hindernissen gegenüber doch sehr weich und sensibel. Dafür – ich muss es betonen – sehen sie wirklich sehr stylisch aus.

7. Tag: Mein Fazit

Am siebten Tag sollst Du ruhen. Zeit also, die hübsche Ware wieder einzupacken und für den Versand nach Hamburg fertig zu machen. Dort ist nämlich der Sitz des kleinen Unternehmens „Nine To Five“. Und es ist Zeit für ein Fazit: Die Clutch ist Testsieger.  Eindeutig und unangefochten. Zwar kostet sie auch fast 300 Euro, aber sie ist schön stabil, sieht sehr edel aus und fällt auf. Top!

Die Schuhe sind wunderschön. Die Farbe gefällt mir. Der Schnitt ist stylisch, vielleicht für manches Büro zu stylish. Noch dazu müssen sie eingelaufen werden und tun anfangs weh. Die Tragetasche fällt leider durch. Sie schaut riesig aus, ist aber dann doch zu klein für ein MacBook Pro. Sie ist ungepolstert und ohne jegliche Belüftung, als Rucksack damit nur schwer zu gebrauchen.

Insgesamt ist „Nine To Five“ aber ein junges, munteres Label, das zwar noch an manchen Stellen in den Kinderschuhen steckt, das aber echtes Potential hat. Man sollte es daher unbedingt im Auge behalten.