Methode 2Die Onlinebörse zum Kleider-Recycling

© PR
Kampf gegen Verschwendung - dafür wirbt die Online-Tauschbörse Kleiderkreisel.
Wie funktioniert’s?
Virtuelle Tauschbörsen wie Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt oder ReBuy gibt es mittlerweile haufenweise. Mit aktuell über 1,2 Millionen Mitgliedern ist Kleiderkreisel wohl der erfolgreichste Anbieter im „Kampf gegen Verschwendung“, wie die Website selbst verspricht. Nach litauischem Vorbild gründeten die beiden Münchner Freundinnen Susanne Richter und Sophie Utikal 2008 die Kleidertauschbörse. Das Prinzip ist relativ simpel: Nach Erstellung eines User-Profils werden Kleidungsstücke mit Foto und Kurzbeschreibung zu Hersteller, Material etc. hinzugefügt – ob die Einzelteile verkauft, gegen andere Stücke getauscht oder sogar verschenkt werden sollen, entscheidet der Besitzer. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit anderen „Kleiderkreislern“ kümmert sich der Kleiderinhaber selbst um den Versand. Im Anschluss der vollzogenen Transaktion gibt es die Option, eine Bewertung über den User zu veröffentlichen. Die Teilnahme an Kleiderkreisel ist kostenlos und das seiteneigene Forum bietet die Plattform zum Meinungsaustausch mit anderen Modefans.

© PR
Mit stimmungsvollen Bildern und schicker Kleidung wirbt der virtuelle Mädchenflohmarkt.
Auf einer ähnlichen Idee basiert der virtuelle „Mädchenflohmarkt“. Der reale Mädchenflohmarkt der Shopping-Community „edelight“ in Stuttgart und Mannheim war enorm erfolgreich - 2012 folgte die virtuelle Umsetzung. Auch hier können User ihre ungeliebte Kleidung loswerden, allerdings wird bei selbsteingestellten Artikeln eine Provision von 10% des Verkaufspreises fällig. Unmotivierten Usern bietet die Website den „Concierge Service“, der den kompletten Verkauf inklusive der Erstellung von Produktbeschreibungen etc. übernimmt. Hierfür erlaubt sich Mädchenflohmarkt.de 40% Service-Provision bei verkauften Artikeln abzuknöpfen.

Wer seine alte, aber gut erhaltene Kleidung lieber gleich für einen guten Zweck loswerden möchte, findet bei textil-ankauf.com die ideale Option. Der normale Ablauf bei diesem Anbieter funktioniert per Online-Warenkorb, in den Kleidungsstücke gegen Punkte-Gutschriften eingestellt werden. Nach mindestens 100 Verkaufspunkten und Versand der eingestellten Teile erhält der User eine Gutschrift. Wahlweise gibt es die Möglichkeit, den Erlös der verschickten Kleidungsstücke in die Kasse des Kinderhilfswerks „Arche e.V.“ fließen zu lassen.

Erfahrungsbericht:
Ich bin seit drei Jahren leidenschaftliche Kleiderkreislerin. Ursprünglich beim gelangweilten Surfen durch virtuelle Welten entdeckt, avancierte die Online-Tauschbörse schnell zu meinem Favoriten, dem ich regelmäßig online Besuche abstatte. Mit den mittlerweile großen Massen an Usern finden sich schnell „Kleiderkreisler“ , die per Anfrage Interesse an den eingestellten Kleidungsstücken bekunden können. Ich selbst wurde – zum Bedauern meines proppenvollen Schranks – auch schon häufiger fündig. Mit wachsendem Mitgliederzuwachs hat sich auch die Suchfunktion der Website enorm verbessert: Der User kann spezifisch nach Marken, Farben oder Kategorien suchen. Egal ob Secondhand-Designertasche von Marc Jacobs, die hübsche Bluse aus der aktuellen „Zara“-Kollektion auf dem persönlichen Fashion-Radar oder Zuwachs fürs heimische Schmuckkästchen – bei Kleiderkreisel wird die kauf- oder tauschfreudige Kreislerin immer fündig.

© PR
Kleiderkreisel-Gründerin Sophie Utikal
Die einzige Sache, die mich leider zunehmend stört, ist eine bestimmte Art der User: Schon vor Verkaufsstart wird der Pullover von „Isabel Marant pour H&M“ zum doppelten Preis angeboten oder die Primark-Tasche mit Einkaufspreis von 20 Euro für das fünffache verhökert, mit der absurden Begründung der „Fahrtkosten“ zur 100 Kilometer entfernten Filiale des Modediscounters. Für diese dreiste User-Abzocke ist eine so nette Plattform wohl eigentlich nicht gedacht. Leider finden sich für die begehrten Must-haves der Saison immer wieder kaufwillige Kreisler, die bereit sind diese übertriebenen Summen zu zahlen.

Doch ich habe bei stolzen 70 abgewickelten Kleider-Deals vor allem positive Erfahrungen gesammelt. Besonders schön ist das Feedback der Neubesitzerinnen meiner aussortierten Kleidungsstücke, die die erkreiselten Stiefel zu den neuen Lieblingen im Schuhschrank machten oder mir direkt von ihrer neuen Liebe zum „neuen“ Kleidungsstück berichten. Bei solchen Erlebnissen macht diese Variante des Kleider-Recyclings wirklich Spaß!