Designer-LexikonTod's

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Bei der Vermarktung bediente sich Della Valle alter Fotos von Hollywood-Stars wie Cary Grant oder Audrey Hepburn. Die Ähnlichkeit der „Gommino“-Loafer zu ihren billigen US-Vorbildern war hoch. Zudem avancierten die Tod’s-Loafer bald zu den Lieblingsschuhen des Fiat-Chefs Giovanni Agnelli. Der Automobilmagnat war damals für seinen eleganten Kleidungsstil bekannt. Seine Vorliebe für die Gomminos trugen, wie später auch Lady Dianas „D-Bag“, enorm zur Bekanntheit Tod’s bei.

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Den Markennamen „Tod’s“ entnahm Della Valle übrigens aus einem Bostoner Telefonbuch – zunächst stellte er noch die Initialen „J.P.“ voran. Die allerdings fielen 1999 weg, da zu viele Leute nach ihrer Bedeutung fragten, die es nicht gab. Della Valle brach so mit der Tradition anderer italienischer Modemarken, die nach ihrem Gründer benannt wurden. Für ihn zeugte das nur von der Eitelkeit der Branche. Della Valle bevorzugte einen kürzeren, leichter auszusprechenden und internationaler anmutenden Namen. Und er wollte damit das Lebensgefühl der amerikanischen Ostküste transportieren.

Klassisch-sportlich-elegant

Mit dem ersten Paar Gomminos ging es steil bergauf für Tod’s. Die Schuhe mit den 133 Noppen sind bis heute das Aushängeschild der Firma. Mittlerweile ist der Konzern auf weltweit 170 Filialen gewachsen, wobei die Marke vor allem in Europa, insbesondere im Heimatland Italien präsent ist. „Lieber schlagkräftig in wenigen Ländern als nur durchschnittlich weltweit“, findet Konzerngründer Della Valle.

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Tods Aktienkurs der letzten fünf Jahre

Doch ganz lässt Della Valle die wachsenden, luxushungrigen Märkte in Asien nicht aus dem Blick. Vermögende Chinesen wollten sich mit ausländischen Luxusartikeln von der Masse abheben, mit Produkten „Made in China“ funktioniere das nicht, sagt Della Valle. Luxus dürfe andererseits nicht einfach nur „haltbar und langweilig“ sein, „sondern ein Produkt mit Qualität zum Sehen und Anfassen, das sich nutzen lässt, aber mit einigen Details traumhaft wird“, erklärt der Patriarch in einem Interview.

Der Erfolg der Tod’s-S.p.A.-Gruppe, die im ersten Halbjahr 2012 74 Millionen Euro Gewinn machte, spiegelt sich auch in der Aktie wieder. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 verteuerte sich das Papier nach einem anfänglichen Auf und Ab bis auf über 62 Euro. Zwar drückte die Finanzkrise die Tod’s-Aktie 2009 auf 25 Euro herunter, die Erholung danach verlief jedoch rasant. Seitdem gewann das Papier über 300 Prozent hinzu und ist mittlerweile über 87 Euro wert.

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„Tods Kunden sind erfolgreich und lässig“

Der Stil von Tod’s lässt sich in drei Worten beschreiben: klassisch – elegant – sportlich. Die zeitlose Eleganz der Produkte macht die Marke erfolgreich jenseits von Trends und Hypes. „Tods Kunden sind erfolgreich und lässig, sie schätzen Komfort, ohne zu protzen“, sagte einst Della Valle.

Klare Linien, smarte Details und schlichtes Understatement gepaart mit bester Qualität – das ist der Anspruch von Tod’s. Die handgefertigten Schuhe und Taschen werden nur aus feinstem Leder und nach traditioneller Handwerkskunst hergestellt. Darum kümmert sich der inzwischen 58-jährige Schuh-Guru Diego Della Valle bis heute höchstpersönlich.

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