Die Erfolgsgeschichte der Marke Tod‘sMilliardengeschäft dank Lady Di und 133 Noppen

Text: Maximilian Nagel
© Facebook/ Tod's

Es war keine Tasche von Gucci und auch keine von Versace oder Dolce & Gabbana, die Lady Diana am liebsten hatte. Die Lieblingshandtasche der verstorbenen Modeikone stammte aus dem Hause Tod’s. Das Modell wurde so sehr mit der Prinzessin assoziiert, dass der Luxuskonzern die Tasche nach ihrem Tod 1997 in „D-Bag“ umtaufte. Inzwischen trägt auch Lady Dianas Schwiegertochter Kate Middleton die Neuauflage des Klassikers spazieren.

Prominente Tod's-Fans

Werbung mit Prominenten ist und war nur einer von vielen geschickten Schachzügen des Tod’s-Patriarchen Diego Della Valle. Eine kleine Schuhmanufaktur an der Adria hat sich unter ihm zum Börsenunternehmen „Tod’s S.p.A“, einem der weltweit führenden Luxuslederwaren-Hersteller, gemausert. Mit hochwertigen und hochpreisigen Lederschuhen, Handtaschen und Kleidern macht die Holding unter den Marken „Tod’s“, „Hogan“, „Fay“ und „Roger Vivier“ Umsätze nahe der Milliardengrenze. Der Wert des Unternehmens wird 2012 auf rund 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Einige Tod’s-Produkte haben inzwischen Kultstatus erreicht.

Hätte der junge Della Valle auf seinen Vater gehört, wäre Tod’s heute wahrscheinlich noch immer ein unbekannter Familienbetrieb in der italienischen Hafenstadt Ancona. Dorino Della Valle wollte, dass sein 1953 geborener Sohn Anwalt wird, allerdings hatte er wohl nicht mit dem Starrsinn seines ältesten Sprosses gerechnet. Der schrieb sich zwar in Bologna zum Jurastudium ein, nutzte seine Zeit aber lieber dafür, sich mit dem Schuhmachergewerbe vertraut zu machen.

© Bloomberg News
Wie aus Billigtretern Edelschuhe wurden

Die Geschäftsidee, die Tod’s den Durchbruch bringen sollte, kam Della Valle während eines Studienaufenthalts in den USA. Dort stieß der junge Italiener auf mokassin-ähnliche Halbschuhe mit genoppten Sohlen, die als Schuhwerk für den Autofahrer vermarktet wurden. Allerdings störte sich Della Valle an der billigen Machart der „Car Shoes“. Die Manufaktur seines Vaters hatte sich auf hochqualitative, haltbare Fußbekleidung spezialisiert.

Inspiriert von den amerikanischen Noppen-Mokassins entwarf Della Valle in den späten 1970er seine eigenen Loafer. Anders als das Vorbild aus den USA sollten die schnürsenkellosen Schuhe keine billigen Freizeitschlappen werden. Beeindruckt vom lässigen und doch formellen Look des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy wollte Della Valle Edelschuhe schaffen, die sowohl zum leichten Sonntagsdress, als auch zur alltäglichen Business-Uniform passten.

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Milliardengeschäft dank Lady Di und 133 Noppen
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