Begleiter von Kanzlerin, First Lady, KöniginDie Taschen der Macht

von AMICA Online Redakteurin
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Ob wie hier im Urlaub auf der Insel Ischia oder bei der Arbeit im Kanzleramt: Angela Merkel setzt auf 'Le Pliage Cuir' von Longchamp
„Eine Frau ohne Handtasche hat Phantomschmerzen“, sagt Handtaschentherapeutin Rosanna Pierantognetti. „Die Tasche ist nicht nur ihr Aufbewahrungsbehältnis oder ihre zweite Gebärmutter - O-Ton Freud, sondern auch ihre beste Freundin oder ihr Survival Kit.“ Noch wichtiger wird der ständige Begleiter, wenn er im Interesse der Öffentlichkeit steht. Dann stellt sie den Status klar, symbolisiert (bei großen Modellen) Tüchtigkeit, bietet Schutz, den Händen etwas zum Festhalten, soll dabei aber nicht ablenken und ist nicht zuletzt modisches Statement. Für Margret Thatcher war das Accessoire laut Edwina Corrie, einer Ministerin in ihrem Kabinett, „eine Waffe“. Sie habe ausgesagt: „Ich bin der Boss, ich bin am Ruder. Ich habe die Macht und die Kontrolle.“ Thatchers Modell war schwarz und eckig, sie setzte auf denselben Manufakteur, wie die Queen (siehe unten). Ein Blick auf die Taschen der mächtigsten Frauen der Welt lohnt sich also.

 

Angela Merkel

Zwei Jahre lang blieb Angela Merkel ihrem orangefarbenen Modell der französischen Marke Longchamp treu, jetzt  wechselt sie zwischen einer bordeauxroten „Pliage Cuir“ aus der Frühjahr-Sommer-Kollektion 2012 und der pflaumenfarbenen Shopper-Version aus der Herbst-Winter-Kollektion 2012/2013 hin und her.

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In drei Farben bestitzt Angela Merkel den Klassiker von Longchamp.
Reduziert und zeitlos ist der Stil des Klassikers, der von Longchamp stets neu aufgelegt wird, passt somit zu ihren zurückhaltenden Gesamt-Outfits. Kritiker loben die kräftigen Farben ihrer Taschen, weil das, kombiniert mit anderen kräftigen Blazer-Farben einen tollen Colour-Blocking-Effekt ergibt. Bei Auslandsreisen kommt jedoch eine schlichte schwarze Tasche mit. Insgesamt ist das Accessoire spannender als Merkels restliches Standard-Outfit, bestehend aus Blazer und Hose. Statement durch die Geräumigkeit „Ich bin beschäftigt!“. Der Shopper bietet ausreichend Platz für wichtige Dokumente und Angela Merkels iPad. Volksnah wirkt das mittlere Preissegment von um 330 bis 400 Euro. Für den Longchamp-Chef Jean Cassegrain ist Merkels Wahl ein „Qualitätsbeweis“.  „Denn die Bundeskanzlerin ist bestimmt sehr anspruchsvoll“, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

 

Queen Elizabeth II.

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Queen Elizabeth II. mit der Lackledertasche 'La Traviata' von Launer London
Auf eine kleine, kastige Henkeltasche in schwarzer Lackoptik schwört Queen Elizabeth II. Obwohl die Königin von England wohl weder Bargeld, noch Schlüssel oder Ausweis dabei haben muss, gehört das Accessoire zu ihrer Standardausstattung. Glücksbringer, Familienfotos und Make-up soll sie Gerüchten zufolge darin aufbewahren. Das Label ihrer Wahl: Launer London, seit 1941 bekannt für höchste Qualität, lässt seine Lederwaren immer noch in Großbritannien fertigen – per Hand. Schon 1968 hatte Queen Elizabeth das Traditionshaus für sich entdeckt und verlieh ihm damit Prestige.

Auch Camilla Herzogin von Cornwall schmückte sich in der Folge mit den Taschen, genau wie Margret Tatcher, die japanische Kronprinzessin Masako, Schauspielerin Judi Dench und die von Ihrer Majestät in den Ritterstand erhobene Maggie Smith. Kostenpunkt für das aktuelle königliche Lieblingsmodell „Traviata“ mit einem Henkel: rund 1100 Pfund und somit um 1300 Euro. Und wenngleich man royales Stilgefühl in Großbritannien derzeit eher mit Herzogin Catherine gleichsetzt – auch die Queen schafft es mit ihrer Kleiderwahl die Wirtschaft anzukurbeln. Kurz nachdem sie zu ihrem Diamantenen Thronjubiläum mit einer Launer gesichtet wurde, stieg der Umsatz des Unternehmens um 58 Prozent.

 

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Michelle Obama ist Fan einer reduzierten, eckigen Tasche.
Michelle Obama

Was Michelle Obama anfasst, wird sowieso zum Verkaufsschlager. So auch ein großer Shopper von Reed Krakoff im März 2011. Wenige Tage nachdem sie mit dem 1000 Dollar teuren Modell gesichtet wurde, war es bereits ausverkauft. Jüngst schlingt sie beim Reisen mit ihrem Präsidenten-Ehemann eine mittelgroße, schwarze Henkel-Bag aus glänzendem Leder um ihren angewinkelten Unterarm oder hält ihn locker in der Hand – Hersteller unbekannt. Doch obwohl Michelle Obamas Stil gehypt wird, kritisieren internationale Medien das „Fehlen“ von Michelle Obamas Handtaschen. Denn bei öffentlichen Auftritten ist sie immer unbehängt. „Man mag denken, das liegt daran, dass sie nicht viel zu tragen hat […] Aber vielmehr ist das eine Stilfrage. Schließlich tragen viele First Ladys Handtaschen“, schreibt etwa die „Huffington Post“.

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Diesen Shopper von Reed Krakoff machte Michelle Obama berühmt.
Aber was will sie uns damit sagen? Dass sie die Hände frei hat, um anzupacken? Durch negative Kommentare lässt sich die First Lady jedenfalls nicht von ihrem Stil abbringen. Nachdem sie zu einem Staatsdinner das Kleid des britischen Hauses Alexander McQueen getragen hatte statt das eines amerikanischen, sagte sie in der TV-Show „Good Morning America“: „Frauen, tragt, was ihr liebt. Das ist das einzige, was ich sagen kann. Das ist mein Motto.“ Und wenn die 49-Jährige aus der Air Force One steigt, hat sie ihren Liebling immer dabei. Okay, zwei Lieblinge: Barack Obama und die kastige schwarze Tasche.

 

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Hillary Clinton liebt luxuriöse Taschen in Knallfarben. Besonders gerne mag sie die Designs von Salvatore Ferragamo.
Hillary Clinton

„Wie kann man unglücklich sein, wenn man eine pinkfarbene Tasche anhebt?“, fragte Hillary Clinton während ihrer Amtszeit als Außenministerin der USA in einem Interview mit dem Modemagazin „Harper’s Bazaar“ und gestand ihre Schwäche für gut gemachte Handtaschen. Jeden Tag freut sich die Demokratin über ihre Satchel von Salvatore Ferragamo in einem Fuchsiaton, addierte auch mit einem Modell in Orange Wow-Effekte zu seriösen Hosenanzug-Kombinationen.

Sogar was sie darin mit sich trägt, ist bekannt. Chili-Pfeffer um langweiliges Essen zu verschärfen, Wasserspray zur Erfrischung, ein medizinisches Notfallset, Netztaschen für die Organisation von Beauty-Produkten und ein paar Porträtfotos für Autogrammanfragen hat die heute 65-Jährige unter anderem immer dabei, wie ihre ehemalige stellvertretende Stabschefin und persönliche Assistentin Huma Abedin verriet. Auch ein iPad muss in ihre Handtasche passen. Hinzu kommen Kopfhörer, ein Permanent Marker, ein aufblasbares Reisekissen, ein internationaler Steckdosenstecker. Ach ja, und für den Fall, dass sie in den Untiefen ihrer Tasche nichts mehr findet, hat sie eine Taschenlampe parat.

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mixmop  |  15.06.2013 08:37
Handtasche
Frau Merkel, dass ist keine Handtasche, das ist ein Überlebenskoffer ;)

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