Typisch deutschGlamour made in Germany

Sie sieht zwar nicht einmal nach gestressten Tagen so aus, aber alle, die sie kennen, sagen Eva Padberg nach, sie sei eine ganz normale Frau. Allüren, in ihrem Beruf nicht unüblich – „dass ich nicht in Hotelzimmern schlafen kann, in denen blauer Teppich liegt, oder so etwas“ – findet sie albern. Sie inszeniert sich nicht als Eiskönigin oder als Stimmungskanone, sondern gar nicht. Sie lebt in Kreuzberg, mit Jack-Russell-Terrier Hilde und ihrem Freund Niklas Worgt, mit dem sie seit erstaunlichen zehn Jahren auf sehr undramatische Weise ein Paar ist und mit dem sie coole Elektro-Musik macht. Sie geht lieber in kleine Techno-Clubs, in denen man Spaß hat, als zu Fashion-Events, bei denen jeder jedem imponieren will. Und wie alle stylebewussten, pragmatischen 26-Jährigen weiß sie immer, wo man Stiefel und Jeans (ihre Lieblings-Basics) gerade billig schießen kann, obwohl sie Sparsamkeit nicht nötig hätte.

Wirklich alles ganz normal also. Bis auf ihr Aussehen. Ihr Gesicht – spektakuläre Wangenknochen, Augen mit viel Sogwirkung – ist eine Sensation und ihr Körper sehr perfekt. Damit ist sie innerhalb weniger Jahre von einem bodenständigen Mädchen aus einem thüringischen 700-Einwohner-Dorf zu einem immer noch bodenständigen Supermodel geworden, obwohl es Supermodels eigentlich gar nicht mehr gibt. Sie ist das neue Gesicht von Astor, wirbt für KIA und Nintendo, war auf und in den wichtigen Fashion-Magazinen, hatte einen Film-Gig in Hollywood. Jetzt ist sie das Modell auf dem Otto-Katalog, als Nachfolgerin von Gisele und Heidi. Sie hat es international geschafft. Grund genug, abzuheben. Aber das liegt ihr eben nicht.