Design im Netz Klick und Kunst

 

„She never told her love“ oder „Paranoid turnaround“ sind nicht etwa Songtitel oder ein Zitat aus „Der Teufel trägt Prada“, sondern digitale Animationen. Kunst im Netz zum Anfassen oder zumindest Anklicken. Vieles zeigt erst durch den aktiven Betrachter amüsante Facetten.
Text: Kerstin Kotlar
Andreas Angelidakis
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Miltos Manetas
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Alle sind kreiert von Neen-Stars, einer noch nicht endgültig definierten Gruppe visueller Künstler. Der Maler Miltos Manetas gründete die Plattform www.neen.org im April 2000, um zeitgenössischer Kunst einen neuen Namen zu geben. Hier sind auch Werke des Architekten Andreas Angelidakis zu bewundern: Ein Appartement geformt wie eine Wolke, ein anderes wie Wellen. Seine Konstruktionen schwappen immer wieder in die so genannte reale Welt hinüber. So waren die geschwungenen Module in einem Museum in den Niederlanden ausgestellt: www.angelidakis.com Realer und virtueller Raum stehen in ständigem Austausch

Digital oder analog? Kunst ist beides oder vielmehr irgendwo dazwischen, findet Miltos Manetas. Der smarte Grieche ist der Gründer der Internetseite www.jacksonpollock.org. Dort wird jeder zum Künstler. Ein paar Mausklicks und schon erscheinen auf dem Bildschirm pastellfarbene, knallrote und tiefschwarze Kleckse und geschwungene Linien. „Everyone can be an artist!“ Aber verliert Kunst damit nicht an Wert, wenn sie nicht mehr einem begrenzten Kreis gehört? Nein, im Gegenteil. Manetas ist der Meinung, gerade der demokratische Aspekt, dass jeder sich verwirklichen kann, sei der eigentliche Wert.

Auf der DLD-Conference in München entwarfen die Besucher viele eigene Jackson Pollocks mit Manetas Internetseite. Denn in diesem Jahr standen während des Treffens der digitalen Elite Design und Kunst im Blickpunkt. Andy Wood, der Geschäftsführer von Image Metrics (www.image-metrics.com) präsentierte neue faszinierende Möglichkeiten, Kinofilme zu animieren: Feen, Monster oder andere Figuren übernehmen exakt die Mimik und Bewegungen von Schauspielern. Und sogar Marylin Monroe zeichneten sie digital nach.
© Flo Hagener für Hubert Burda Media
Neben Miltos Manetas, Andreas Angelidakis, Olafur Eliasson diskutierte auch der chinesische Künstler Ai Weiwei auf einem der Panels über Design und Architektur. Seit 25 Jahren ist er einer der Innovativsten der chinesischen Kunstszene. Die Volksrepublik verspricht nicht nur großes wirtschaftliches Potential. Ai Weiwei sieht dort eine neue digitale Bohème heranwachsen. Die jungen Chinesinnen und Chinesen seien so affin zur neuen Technik, dass sich ihre Kommunikationsformen radikal verändert hätten. Kunst und Design machen das Leben in der heutigen komplizierten Welt einfacher. Ai Weiwei begreift Kunst nicht als digital oder analog. Alle, die mit ihm auf der DLD-Konferenz sprachen, wurden von ihm fotografiert und so Teil seines Kunstwerks: „Kunst ist für mich nicht einfach eine Skulptur. Es ist mehr. Kunst passiert, es ist Kommunikation, Austausch über Ideen und Hände schütteln!“
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