FamilienclansVermögen verbindet

Aber über den Kitt, der die Supersippen zusammenhält, macht sich Autor Jungbluth keine Illusionen: „Es ist schlicht das Vermögen“, sagt er. „Bei den meisten wird jede Aufsichtsratssitzung zu einem großen Familienfest.“ Selbst wenn alle zerstritten sind, so eint sie doch der Wille zur Wahrung und Mehrung der Milliarden.

Es kann aber auch um noch mehr gehen. Vor allem in den USA haben sich Clans hervorgetan, die ganz klar Macht wollen. Ausgerechnet in dem Land, das die Chancengleichheit zur Identität erklärt hat, sind es politische Eliteclans, die sich Ämter und Titel schnappen – allen voran die Bushs und die Kennedys. In beiden Familien haben die jeweiligen Patrone mit Kalkül dafür gesorgt, dass sich die Söhne und Neffen in den richtigen Kreisen und in die richtigen Ämter bewegen.

Im Moment liegt der Vorteil bei den Bushs. Zwei Präsidenten hat bisher keine US-Familie geschafft. Besonders gut lachen hat angesichts dieses Erfolgs George W. Bush selbst. Bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Yale sagte er: „Denjenigen unter Ihnen, die Ehrungen und Auszeichnungen gewonnen haben, sage ich: gut gemacht. Den Mittelmäßigen sage ich: Auch ihr könnt Präsident der Vereinigten Staaten werden.“ Trotzdem ist sich die internationale Klatschpresse sicher, dass dunkle Wolken über berühmten Familien schweben. Wann immer einem ihrer Abkömmlinge Böses widerfährt – Autocrash, Selbstmord, Flugzeugabsturz – ist schnell von einem Fluch die Rede. Der Fluch der Kennedys, der Fluch der Grimaldis, der Fluch der Agnellis. Vielleicht ist das ein unbewusster Versuch der Massen und Massenmedien, den Neid der weniger Begünstigten zu bremsen: Seht, die werden mit mehr Geld geboren, aber gegen das Schicksal sind auch sie machtlos.