Eine Frage der Ehre?Gesellschaftlich tot

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Jenseits der 38 dagegen droht der gesellschaftliche Untergang: Verona Pooth geb. Feldbusch, die sich derzeit bundesweit als Galionsfigur der Moppel feiern lässt, trägt jetzt 40, „da wird man angeguckt, als hätte man eine Krankheit“. Ex-Hollywoodstar Carré Otis hat es mit derselben Horrorgröße immerhin zum gut gebuchten Model für Übergrößen gebracht.

Dabei ist die 38 in Deutschland so verbreitet wie Schnee im August: Nur 13,7 Prozent aller Frauen tragen sie, während 40 Prozent Größe 42 und darüber brauchen. Doch brauchen ist das eine, wollen das andere: Roswitha Böhm, seit 30 Jahren Verkäuferin im Hamburger „Alsterhaus“, berichtet von Dramen in der Umkleidekabine („Ich habe immer eine 38 getragen, irgendwas stimmt nicht mit Ihren Größen“), vermessenen Wünschen („‚Ich will genau das Kleid von der Schaufensterpuppe!‘ Nur trug die 34, die Dame passte nicht mal in 42“) und verzweifelten Maßnahmen (ein genervter Ehemann drängte die Verkäuferin, das Etikett rauszutrennen, damit seine Frau – „Ich bin eine 36!“ – endlich die passende Größe kaufte). Frau Böhm zückt in solchen Fällen bewährte balsamische Sätze wie „Das fällt besonders klein aus“ oder „Meine Kollegin trägt sonst immer 38, die musste das auch in 40 nehmen“.