H&M, Urban Outfitters und Asos Günstig-Ketten werben mit grüner Mode

von Amici
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[kein Linktext vorhanden]Immer mehr große Günstig-Ketten entdecken ihr grünes Gewissen. Der schwedische Mode-Dauerbrenner H&M machte vor einigen Jahren mit der „Conscious Collection“ den Anfang: 2010 kam der Vorläufer als „Garden Collection“ auf den Markt, seitdem gab es drei nachhaltige Linien. In diesem Jahr vermittelte eine Modelinie aus recycelten Fasern und nachhaltiger Baumwolle dem Kunden mit weißen Flatterkleidchen, süßen Blümchen-Prints und Vanessa Paradis als Kampagnengesicht den liebevoll romantischen Gedanken der nachhaltigen Konzeptidee.

Und wenn man seine Klamotten wieder loswerden möchte, hat sich die Kette auch etwas ausgedacht: Seit Anfang des Jahres können Käufer außerdem gebrauchte Kleidung zum Recyceln in den H&M-Shops abgeben, bekommen pro Tüte 15 Prozent Rabatt auf einen Artikel ihrer Wahl beim nächsten Einkauf. Anscheinend kommt das gut an. Denn pro Tag wurden seitdem durchschnittlich 1,5 Boxen pro Shop gefüllt, erklärt H&M Nachhaltigkeitsmanager Alexander von Aufschnaiter.

© Gloria von Bronewski
Ohne so groß angelegten Kampagnen tragen andere Shopgrößen mit Vintage-Teilen zum Nachhaltigkeitstrend ihren Teil bei: Zum Beispiel der amerikanische Retailer Urban Outfitters, der in seinen Läden einen erheblichen Teil mit Vintage-Mode füllt. Oder der britische Online-Shop Asos, der mit einem Mix aus Lookbook und Flohmarkt eine beachtliche Plattform für Secondhand-Kleidung aufgebaut hat, die von den Kunden schnell angenommen und genutzt wurde.

Nachhaltigkeit ist absolut angesagt. Aber auch wenn das Thema präsenter ist als früher, ist der nachhaltige Anteil der Kollektionen gering im Gegensatz zum gesamten Sortiment. Oft stehen die großen Firmen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und Produktionsstätten in der Kritik der Medien. Wir sprachen mit Bloggerin und Buchautorin Dr. Kirsten Brodde, der Expertin für grüne Mode, über den Trend und warum Vintage eine gute Alternative zum Kauf von neuen Klamotten ist.

© Asos.de
Warum ist Nachhaltigkeit gerade jetzt auch bei den großen Modeketten so ein großes Thema? „Den Kleiderschrank hat es zuletzt erwischt, lange nachdem Ethik und Ökologie bei Essen, Kosmetik, Strom, Reisen, selbst bei Geldanlagen schon ein Thema war“, sagte Brodde. „Wahrscheinlich weil der Graben zwischen schnelllebiger Modewelt, in der ständig neue Looks angesagt sind und dem Mantra der Umweltschützer 'Reduce, reuse, recycle' einfach zu tief schien. Passt auch schwer zusammen, aber eine Brücke sind etwa die schnörkellosen, geradlinigen und trotzdem schicken Kollektionen grüner Designer, die auch länger als eine Saison tragbar sind. Und die großen Modeketten haben erkannt, dass sich die Öko-Kollektionen verkaufen und sind auf den Zug aufgesprungen.“

Das Geschäft lockt also. Geht es den Ketten nur darum? „Nein. Es gibt fortschrittliche Unternehmen wie H&M, die sich nicht zuletzt durch den Druck der Detox-Kampagne von Greenpeace glaubwürdig auf einem grüneren Pfad bewegen. Bei aller Euphorie, lässt sich aber erstens am Beispiel von Bio-Baumwolle zeigen, wie mager die Kollektionen dennoch sind: Bio-Baumwolle macht gerade acht Prozent des Sortiments aus", erklärt die Nachhaltigkeitsexpertin. „Und zweitens: Spätestens seit dem letzten Fabrikeinsturz in Bangladesch geht es den Käufern nicht mehr nur darum, dass die Textilien ökologisch, sondern auch ethisch einwandfrei gefertigt sind. Bio und fair im Doppelpack bekommt man aber vor allem bei kleinen grünen Labels.“

© privat
Kirsten Bodde engagiert sich für nachhaltige Mode und ist Autorin des Sachbuches 'Saubere Sachen'.
Da diese allerdings nicht so prominent werben, wie die großen Ketten, ist Stöbern angesagt. Auf der Suche nach nachhaltigen Labels helfen spezialisierte Anlaufstellen. „Man mag die ungenierte Eigenwerbung jetzt verzeihen. Aber die 'Grünen Listen' auf meinem Blog 'Grüne Mode' geben eine gute Orientierung und trampeln sozusagen den Pfad. Empfehlen kann ich auch das neue Internetportal Getchanged.net“, sagte Brodde. „Es mag ja etwas altmodisch klingen in Zeiten des Internets, aber die grünen Concept-Stores, in denen die nachhaltigen Topseller-Kollektionen hängen, die Kunden beraten werden und ich die Sachen anprobieren kann, bleiben meine erste Wahl.“

Neue grüne Mode ist die eine Seite der neuen Nachhaltigkeit. Auf der anderen Seite ist Vintage längst kein Geheimtipp mehr für Modeinsider, sondern für viele schon fester Bestandteil ihrer Garderobe und eben auch in den Regalen von Urban Outfitters oder dem virtuellen "Marketplace" von Asos zu finden. „Vintage-Stücke sind eine gute Möglichkeit, um den Lebenszyklus der Mode auf eine coole Weise zu verlängern. Manche große Ketten bieten inzwischen ganze Stockwerke mit Secondhand-Sachen an“, freut sich die leidenschaftliche Nachhaltigkeits-Shopperin. Sie gibt jedoch zu bedenken: "Wirklich cool sind kleinere Vintage-Läden, von denen es viele in Berlin gibt." Dass die Jugend schon nachhaltig denkt, merkt sie in ihrer eigenen Familie. „Meine Teenager-Tochter näht inzwischen wieder viel selbst. Das ist dann ganz schnell weg vom Viel-und-Billig-Schick, weil sie sieht, wie viel Mühe so ein selbstgemachtes Teil macht – das wird dann doppelt geschätzt und lange getragen. Inspiration gibt es in Magazinen mit Schnittmustern und Anleitungen wie zum Beispiel 'Cut'. Und was einem nicht mehr gefällt, kann man auf Kleiderkreisel verkaufen, tauschen oder verleihen. All das ist kreativer als neu kaufen.“ Erkannt haben die Fast-Fashion-Ketten diesen Trend definitiv.

Auf der Suche nach coolen Do-It-Yourself Ideen? Auf Lets-share.de stellen wir euch die Plattform Kollabora vor und haben außerdem den Vintage-Store von Asos getestet.

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