Haute Couture 07/08Krönender Abschluss

Jean-Paul Gaultier
A model presents a creation by French designer Jean-Paul Gaultier as part of his Autumn/Winter 2007-2008 Haute Couture fashion collection in Paris

Die Couture lebt: So lautet die Botschaft am Ende der Schauen für die Herbst-Winter-Saison 2007/2008. Viele haben die „Hohe Schneiderkunst“ in den vergangenen Jahren totgesagt. Sie als Relikt einer Zeit gesehen, als die Reichsten der Reichen zwei Mal im Jahr nach Paris flogen, um sich selbst die Unterwäsche auf Maß schneidern zu lassen.

Doch vier Tage mit eindrucksvollen Vorstellungen belegen das Gegenteil: Auch kostbare und aufwendige Couture-Modelle können modernen Frauen Spaß machen. Der Medienauftrieb war gewaltig, in den Sitzreihen saßen mehr Schauspielerinnen als jüngst bei den sonst populäreren Prêt-à-Porter-Schauen.

„Die Haute Couture ist an einen Wendepunkt gelangt“, sagte Giorgio Armani vor seiner Schau am Mittwoch. Die Käuferinnen seien Frauen von heute. „Sie leben nicht mit Limousine und 5000 Angestellten. Auch die Reichen sind heute anders.“

Giorgio Armani
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Der wohl berühmteste Designer Italiens hat sich deswegen eine zeitgemäße junge Couture als Ziel gesetzt und sich das Thema „Rock-Musik“ vorgenommen – mit Rückgriffen auf die 70er-Jahre und David-Bowie-Glamour.

Allzu wild wurde es dann aber nicht in der Kollektion, die am Abend als abschließender Höhepunkt mit großem Aufgebot gefeiert wurde. Rockige Glitzerhandschuhe, schillernde Stiefel und bunte Feder-Umhänge mischten sich unerwartet harmonisch mit einer klassisch-eleganten Basis. Zur schwarzen Samtcorsage gibt es einen weiten, asymmetrisch geschnittenen Kuppelrock, glitzernd wie eine Discokugel. Für den Tag zeigte Armani Ensembles mit Tulpen- oder Glockenröcken in verwischtem Paisley-Muster auf kiwifarbigem Grund, kombiniert zu Schwarz.

Franck Sorbier
A model presents a creation by French designer Franck Sorbier as part of his Autumn/Winter 2007-2008 Haute Couture fashion show in Paris

Zuvor hatte Jean Paul Gaultier seine Entwürfe vorgestellt, mit Regisseur Pedro Almodóvar und Schauspielerin Catherine Deneuve als Gästen. Dank des Themas „Prinzen und Maharadschas“ konnte Gaultier in üppigen Verzierungen schwelgen. Basis war ein auf Figur geschnittener Offiziers-Look. Goldene Kordeln, glänzende Laméstoffe, Stickereien und wehende Leopardenumhänge verliehen dem Ganzen Pfiff.

Seine Braut am Schluss war ein Mann, ein orientalischer Prinz mit silbernem Turban, dem ein schönes Model im androgynen Gold-Anzug galant die Hand küsste. Das virtuose Spiel mit Gaultiers Lieblingsthema „Maskulin-Feminin“ riss nicht nur eine Gruppe eleganter Transvestiten im Publikum zu Schreien des Entzückens hin.

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Krönender Abschluss