High-Heel-Lauftrainerin„Bloß nicht hinsetzen, wenn die Füße schmerzen“

[kein Linktext vorhanden]Bei öffentlichen Anlässen ist Kate Middleton aber oft kerzengerade und mit durchgedrückten Knien auf ihren Stöckelschuhen zu sehen. Macht sie also alles falsch?
Ja, die Haltung halte ich für ganz schlecht.

Und wie steht es um den Rat, sich hinzusetzen, wenn die Füße schmerzen?
Auch das halte ich für falsch. Denn, wenn ich dann wieder aufstehe, schießt das ganze Blut in die Füße. Sie sollten vielmehr von Anfang an lernen, wie Sie sich auf den Schuhen bewegen, um diese Situation, dass die Füße schmerzen, so weit wie möglich hinauszuschieben, beispielsweise mit geübter Gewichtsverlagerung.

Und vielleicht mit einem passenden, bequemen Schuh?
Im Grunde gibt es den bequemen Schuh nicht. Jeder High Heel fängt irgendwann an zu schmerzen. Er hat aber Aussichten, bequemer als andere zu sein, wenn der High Heel eine gute Materialqualität besitzt und die richtige Länge und Breite hat. Leider treffen wir auf viele Frauen, die besonders gern zur Schuhgröße 38 oder 39 greifen. Egal, ob der Schuh dann auch passt.

Welchen Schuh sollte eine Anfängerin in jedem Fall im Schuhschrank haben? ‚
Ein schwarzer Klassiker, der gut passt, in guter Qualität muss in jedem Schuhschrank stehen. Darüber hinaus bieten sich Keilabsätze, Ankleboots und Stiefeletten sehr gut für Einsteigerinnen an.

Und von welchem Schuh würden Sie einer Anfängerin lieber abraten?
Komplett offene Sandaletten mit einem Stilettoabsatz von zehn Zentimetern Höhe. Das wird nichts! (lacht)

© Britta Birckner
Kommen eigentlich auch High-Heel-Profis zu Ihnen in den Workshop?
Ja, auch fortgeschrittene High-Heel-Trägerinnen finden den Weg zu uns. Sie wollen ihre Kenntnisse auf hohen Absätzen verfeinern und lernen, sich facettenreich, mal elegant oder sexy zu bewegen. Ab Oktober starten wir darüber hinaus mit der „High Heel Dance Akademie“ im Kölner Raum. Bei diesem Workshop lernen fortgeschrittene High-Heel-Trägerinnen kleine Choreographien. Darauf freue ich mich schon!

Gab es eigentlich schon Unfälle bei Ihnen in den Workshops?
Zum Glück noch nicht.

Welche Unfälle kann es geben? Und was war dann der Fehler?
Die häufigsten Unfälle geschehen durch Umknicken. Aber das lässt sich durch einfache Übungen vermeiden. Ein guter Tipp dagegen lautet auch: Die High Heels, die ich nachmittags kaufe, werden nicht gleich am Abend auf der Party getragen. Sie müssen die Heels schon einmal für eine gewisse Zeit zu Hause ausprobiert haben. Und: Ich muss umsichtig und vorausschauend laufen. Die Kante, den Rost, das Kopfsteinpflaster – das sind alles Hindernisse, die ich sehen und denen ich begegnen oder ausweichen kann.

© Britta Birckner
Was mache ich also bei Kopfsteinpflaster?
Also, mir sind meine Schuhe dafür zu schade. Daher würde ich nicht unbedingt den Weg über das Kopfsteinpflaster wählen. (lacht)

Wenn es aber unabdingbar ist, dann müssen die Schritte kleiner werden. Zusätzlich muss das Gewicht mehr auf den Ballen verlagert werden, sodass der Absatz hinten schwebt. Im schlimmsten Fall muss man die Bordsteinkante nutzen. 

Wo sollte ich den High Heel besser gar nicht tragen?
Ich sollte auf High Heels verzichten, wenn ich beispielsweise durch Lüneburg gehen will. Denn Lüneburg hat nur Kopfsteinpflaster. (lacht). Oder wenn ich als Anfängerin in ein Kaufhaus gehe und die Rolltreppe nutzen will. Dann nehme ich doch besser den Fahrstuhl.

Warum das denn?
Auf einer Rolltreppe mit High Heels zu stehen, das ist schon anspruchsvoll. Der Boden wackelt unheimlich, von rechts und links kommen Leute, die einen hin und her schieben. Man ist selbst schon wackelig und unsicher. Und wenn man dann noch einen Stiletto an hat, kann man auch schnell hängen bleiben. Außerdem muss man auch rechtzeitig von so einer Rolltreppe abspringen können. Das ist nicht so einfach. Probieren Sie’s doch mal aus!

 

Die Coaching-Sendung „Chicas Walk Academy by Jorge González“ wird ab dem 24.06.2014 für sechs Wochen immer dienstags, um 20.15 Uhr auf Vox zu sehen sein.

Die High Heel School bietet bundesweit öffentliche Workshops an. Die Trainerinnen können aber auch für Events, wie beispielsweise Junggesellinnenabschiede, gebucht werden. Weitere Infos zur High Heel School unter www.hhsnet.de.

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