MagermodelsAuch Italien räumt auf

Die Ministerin für Jugendpolitik, Giovanna Melandri, hat sich mit den Modeverbänden Italiens auf eine Grundsatzerklärung gegen Magersucht geeinigt.

Demnach dürfen Models in Zukunft nur noch auf den Laufsteg, wenn sie vorher per ärztlichem Attest nachweisen konnten, dass sie keine Essstörungen haben, berichtete die Zeitung „La Stampa“. Damit soll verhindert werden, dass Magermodels jungen Mädchen weiterhin als Vorbild dienen.

Auch dürfen keine Mädchen unter 16 Jahren mehr an Modenschauen teilnehmen. Das Büro von Ministerpräsident Romano Prodi erklärte, die Modekonzerne wollten sich darüber hinaus dazu verpflichten, künftig häufiger kurvenreichere Models von mediterraner Schönheit zu engagieren.

Zudem müssen Designer in ihre Kollektionen künftig Konfektionsgrößen 40 und 42 aufnehmen, hieß es weiter. Die Erklärung soll am kommenden Freitag offiziell in Rom unterzeichnet werden.

Wo die Trendwende begann

Auch Spanien hatte zuletzt bereits Schritte gegen Magersucht in der Modebranche unternommen und mehreren Models die Teilnahme an einer Modenschau in Madrid verboten, weil sie nicht das vorgeschriebene Mindestgewicht auf die Waage brachten. Die Veranstalter hatten einen Body-Mass-Index von mindestens 18 als Teilnahmevoraussetzung verlangt. Bei einem Index von weniger als 18,5 gilt eine Frau als untergewichtig.

Erst im November war das brasilianische Model Ana Carolina Reston im Alter von 21 Jahren an den Folgen ihrer Magersucht gestorben. Bei einer Größe von 1,74 Metern wog sie am Ende nur noch 40 Kilogramm.