Karriere-MenschenSchmutzige Geheimnisse

Text: Violet Kiani
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Erfolgreiche Menschen sind Vorbilder. Reden wir nicht drum herum: Wir hätten auch gern so viel Geld wie sie, so viel Einfluss und wichtige Freunde. Doch man kennt das ja aus Thrillern: je perfekter die Fassade, desto böser die Überraschungen. Und so verbergen sich auch hinter den größten Erfolgsgeschichten kleine, schmutzige Geheimnisse:
Ob es die stets red-carpet-gestylte Society-Reporterin ist, deren Büro dem Übungsraum einer Grungeband gleicht. Oder die Topmanagerin, in deren Handtasche sich gebrauchte Taschentücher und ein angebissenes Leberwurstbrot nebeneinander quetschen. Ob es die Agenturchefin ist, die Nägel kaut, statt zur Maniküre zu gehen, oder die Webdesignerin, die für aufgeräumte Grafik gerühmt wird, aber an einem Tisch arbeitet, an dem nur eins pur ist: das Chaos.

Jedes Erfolgsimage hat seine Risse. Der kleine Komposthaufen in der It-Bag, verschmuddelte Hundedecken im 7er-BMW. So perfekt, wie Alpha-Tiere von der Außenwelt wahrgenommen werden, sind die wenigsten. Und sie wissen das. Die meisten fühlen sich nicht viel anders als zu der Zeit, in der für sie Geld, Ruhm und Erfolg noch weit weg waren. Oft unspektakulär normal, selbst bei einem Jahreseinkommen von 200 000 Euro. Auch dann fahren sie nach der Arbeit noch zu McDonald’s (jetzt eben im Porsche) und essen das Maxi-Spar-Menü. Obwohl sie vielleicht besser in den besten Franzosen der Stadt passen würden, sitzen sie zwischen schwitzenden Übergewichtigen und beißen in einen matschigen Burger. Sie lieben es – und genau in solchen Situationen befällt sie dann ein unangenehmes Schwindelgefühl.

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