Kaufrausch im HirnQual der Wahl

Dachten Sie, keiner weiß, was Sie denken? Keiner merkt, dass Sie diese Schuhe unbedingt besitzen wollen? Sie seien Herr ihrer Gedanken? Falsch – denn Forscher können jetzt Ihre Gedanken lesen oder zumindest die Qual der Wahl in Ihrem Hirn beobachten: So sind Neurologen jetzt in der Lage, an den Hirnaktivitäten abzulesen, wann eine Kaufentscheidung fällt.

Noch sind wir auf dem Bazar oder Flohmarkt sicher – denn bislang können nur Neurologen den Moment präzise vorhersagen, in dem die Kaufentscheidung fällt. Doch bald könnten wir alle zum gläsernen Shopper werden.

Zu ihrem Ergebnis kamen US-Forscher, indem sie die Hirnaktivitäten zahlreicher Testpersonen aufzeichneten, während die Probanden Waren und deren Preise betrachteten. Dabei shoppten sie nicht in einem Einkaufszentrum oder online, sondern verkabelt in einem Labor. Es zeigte sich, dass gewisse Hirnregionen Glücksgefühle empfinden bei der Aussicht, die Ware zu besitzen und gleichzeitig „Schmerz“ verspüren, weil dafür bezahlt werden muss.

Später wurden ihnen erst Bilder von Gourmet-Schokolade, Kameras oder DVDs gezeigt und kurz darauf deren Preis. In diesem Versuch wurde der innere Kampf offensichtlich zwischen dem Wunsch, etwas zu besitzen, und der Angst, zu viel Geld auszugeben. Durch die Ultraschall-Bilder der Gehirne waren die Forscher in der Lage, genau vorherzusagen, wann und ob eine Kaufentscheidung fällt.

Die Studie, eine Zusammenarbeit zwischen der Stanford University, der Carnegie Mellon University und des MIT, zeigt, dass Shopping ein Kompromiss ist, zwischen der Freude, etwas zu erstehen, und der Qual, dafür zu zahlen.

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Kartentrick

Die Studie deckt auch auf, wie Kreditkarten das Gehirn verleiten, mehr zu kaufen. Denn die „verspätete“ Zahlung führt dazu, dass der Käufer den finanziellen „Schmerz“ nicht sofort spürt. Daher rät einer der Forscher: „Entscheiden Sie vor dem Shopping, wie viel Sie ausgeben wollen und für was Sie kein Geld zahlen möchten.“