Kelly Bag, Birkin Bag, SpeedyFake oder Vintage: So erkennen Sie Designer-Taschen

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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© AFP
Prinzessin Grazia Patrizia von Monaco (hier mit ihrer Tochter Caroline 1958 in Monte-Carlo) als frischverheiratete Grace Kelly verlieh dem Hermès-Modell seinen Namen, als sie mit der Handtasche vor dem Babybauch auf einem Magazin-Titel erschien.
Jane Birkin hat eine, Grace Kelly auch und Alexa Chung ebenso: eine Tasche, die ihren Namen trägt. Und die damit von der It-Bag zum Designklassiker geworden sind wie auch viele andere Modelle. So lieben Katie Holmes, Heidi Klum und Olivia Palermo ihre Birkin, Miranda Kerr mag ihre Speedy von Louis Vuitton oder Victoria Beckham ihre Kelly Bag.

Überhaupt sind gut erhaltene Modelle aus vergangenen Jahrzehnten auch bei Normalos besonders begehrt. Denn Vintage-Taschen sind längst nicht nur ein cooles Accessoire, sondern eine echte Geldanlage. Gebrauchte Designklassiker wie die Birkin Bag erzielen schon mal Preise bis zu 200.000 Euro. Fashionistas, die in eine Designer-Tasche investieren wollen, sollten deshalb genau hinschauen.

„Je bekannter eine Marke ist, desto höher ist die Fälschungsquote“, sagt Karolin Junker. Sie ist Sales-Managerin von Vite EnVogue, einem Online-Shop, der sich auf Vintage-Designermode spezialisiert hat. Louis Vuitton und Gucci sind nach ihrer Erfahrung derzeit die beliebtesten Labels, aber auch Newcomer wie Liebeskind sind mit dabei. „Die Schattenindustrie ist gut informiert darüber, welche Labels gerade angesagt sind.“ AMICA Online hat Junker genau verraten, worauf Sie achten sollten, um bei Designer-Taschen Originale von Fakes zu unterscheiden.

So unterscheiden Sie Originale von Fälschungen

1. Offensichtliche Merkmale echter Designer-Taschen

Logo: Es muss mit dem Original übereinstimmen, logisch. Allerdings sollten Sie darauf achten, ob ein Label sein Logo vielleicht im Lauf der Jahre angepasst hat. So wie Burberry früher beispielsweise Burberry’s hieß oder Aigner sein Markenzeichen aktualisiert hat. Selbstverständlich muss der Markenname richtig geschrieben sein und das Monogramm des Herstellers muss die richtige Schriftart und -größe haben.

Modell: Prüfen Sie, ob es dieses Modell überhaupt von dieser Marke gibt beziehungsweise gab.

Haptik: Wie fühlt sich das Material an? Prüfen Sie das Gewicht: Hochwertige Designer-Taschen, wie die Chloé Paddington mit dem Schloss vorne dran, wiegen in der Regel richtig viel. Ist es hochwertiges Leder und riecht es auch danach?

Leder kontra Kunstleder: Wenn Designerklassiker aus Kunstleder nachgemacht werden, kommt häufig Klebstoff zum Einsatz. Da wird beispielsweise das Innenfutter an das Außenmaterial geklebt. Das ist bei echtem Leder nie der Fall und Sie riechen es sofort.

Hochwertiges Leder dunkelt im Lauf der Zeit nach, Griffe werden etwas speckig. Das ist in diesem Fall ein Qualitätsmerkmal, denn mit diesem Vintage-Effekt bekommen Original-Designer-Taschen eine gewisse Patina.

 

2. Unscheinbare Merkmale echter Designer-Taschen

© PR
„Speedy Bag“ von Louis Vuitton aus dem klassischen „Damier Canvas“
Nähte: Schauen Sie sich die einzelnen Nähte an. Bei Designer-Taschen ist jede Naht gleich lang, gleich dick, kerzengerade und es werden keine Fehler gemacht. Gesteppt werden die Nähte bei echten Designer-Taschen mit strapazierfähigen Garnen in der gleichen Farbe.

Muster: Bei bedruckten Handtaschen, wie der mit dem klassischen Louis-Vuitton-Logo, ist das Muster komplett fortlaufend. Auch wenn die Tasche in der Mitte vernäht wird, geht es auf der anderen Seite symmetrisch weiter. Bei Plagiaten werden oft verschiedene Stoffstücke verwendet und zusammengenäht, sodass beim Ergebnis kein symmetrischer Anblick bleibt.

Innenleben: Das Futter von Designer-Handtaschen ist immer aufwändig verarbeitet, bei häufig verwendeten Monogrammstoffen zeigt dieses immer nur zu einer Seite. Auch hier werden edle Materialien verwendet, die nicht gestückelt sein dürfen.

Reißverschlüsse: Hier kommen nur bestimmte Zipper-Hersteller zum Einsatz – beispielsweise Lampo und Riri. YKK findet sich bei hochwertigen Designer-Taschen nicht. Beim Test muss der Reißverschluss natürlich einwandfrei funktionieren, in der Regel lässt er sich aber relativ schwer bedienen. Sie sind eher matt. Billige Verschlüsse glänzen oft.

© Hermès
Die Kelly-Bag von Hermès: benannt nach Grace Kelly
Drumherum: Kaufbeleg, Echtheitszertifikat, Staubbeutel, Karton – je mehr Originalteile der Designertasche vorhanden sind, umso besser. Sie sollten alle genauso dem Design der Marke entsprechen. In Plastik verpackt werden übrigens nur Fälschungen.

Herstellerabhängige Merkmale: Die markenspezifischen Details sind meistens gut versteckt. Schauen Sie als erstes in die Innentaschen. Wenn Sie hier die Naht hochklappen, kommt ein kleines Lederpatch zum Vorschein, auf dem bei Chloé und Gucci beispielsweise die Seriennummer aufgedruckt ist. Ein weiteres wichtiges Detail: Bei Originaltaschen sind die Seriennummern zusammengeschrieben, in Fälschungen tauchen dazwischen Leerzeichen auf.

Andere Labels wie Louis Vuitton haben einen eingestanzten Code, der sich auf das Herstellungsdatum bezieht. Prada hat eine Authentizitätskarte, die aber inzwischen auch schon gefälscht wird. Bei Handtaschen aus Textilien wird häufig ein Hologramm eingenäht.

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Fake oder Vintage: So erkennen Sie Designer-Taschen