Hollywood-Like Von Sharon bis Tina
„Sie“ ist Sharon Stone in einem mit Pythonmuster bedruckten Trenchcoat. Eine ekstatische Unruhe macht sich unter den Backstage-akkreditierten Fotografen breit, und man hört nichts anderes mehr als „Sharon“-Rufe. Sharon lacht und gibt sich leicht hysterisch. Zu alledem hat sie einen Schlafzimmerblick. Da hatte man sich doch mehr anmutiges Diventum, mehr Hollywood-Grazie erwartet.
Alle werden jetzt gebeten, den Backstagebereich zu verlassen. Zeit also, seinen Platz für die Show einzunehmen. Ungefähr 20 Bodyguards stellen sich im Spalier am Bühnenausgang auf. Und dann, als alle sitzen, betritt Sharon die Bühne. Sie schreitet zu ihrem Platz wie zu ihrer Krönung, hat jetzt eine riesige Sonnenbrille auf und winkt elegant mit der linken Hand, halb wie Mariah Carey (mit gespreizten Fingern), halb wie die Queen (mit absoluter Kontrolle über ihren Oberarm). Sehr hollywood-like. Sie musste sich erst noch schnell die Divenmaske aufsetzen. Die Show beginnt, die Cavalli-Kollektion ist eine lässige Mischung aus „Denver Clan“-Chic und John-Wayne-Attitüde. Danach geht es für Sharon Stone zum obligatorischen Designer-Gratulationsfoto. Auf dem Weg dorthin haucht sie jemandem ein aussagekräftiges „It was marvellous“ zu.
Die Bodyguards haben mittlerweile schon Schweißperlen auf der Stirn, genauso wie die Fotografen. Steven Tyler trottet lässig hinterher. „Schöne Sachen – aber ich würde sie nicht anziehen“, scherzt er, glücklich darüber, sich auch mal zu Wort melden zu können. Kurz darauf steigen beide in ihre Limousine – 30 Sekunden später sind sie verschwunden. Und mit ihnen das Chaos.
© Reuters
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