Kleidergeiz Große Lieben teilt man nicht
© Reuters
Ich hatte Freundinnen, die haben es in vielen Jahren nicht geschafft, meine Wohnung zu verlassen, ohne wenigstens eine Strumpfhose mitzunehmen. Eine von ihnen, Kerstin, hatte einmal einen besonders schönen Kaschmirpulli von Helmut Lang an. Ich lobte ihn an ihr, und sie sagte, es wäre meiner, den hätte sie mitgenommen, als ihr während einer Party bei mir kalt war, und sie trug ihn seitdem die ganze Zeit, weil er so kuschelig war. Natürlich verlangte ich ihn zurück, aber es war keine große Sache.
Mittlerweile jedoch hat sich meine Gleichgültigkeit verflüchtigt, nur habe ich leider nicht den Mumm zu sagen: „Nein, ich will mein Kleid nicht verleihen.“ Stattdessen ärgere ich mich stumm. Beispielsweise, als mich meine Freundin Mel vor Kurzem unbedingt besuchen wollte, obwohl ich krank war.
Da saß sie dann auf meinem Bett und fragte mit einem Blick auf meinen Kleiderschrank: „Hast du eine Clutch Bag für die Award-Verleihung für mich?“ Eine Stunde später zog sie mit einer Tüte voller Abendgarderobe von dannen. Ich hätte nur zu sagen brauchen: „Nein, ich habe gar nichts.“ Und zu Daniela: „Tut mir leid, am Freitag brauch ich selbst das Kleid.“
Mehr zum Thema:
Ich reiße mich zusammen und rufe Daniela an. „Warum nicht?“, fragt sie rotzig. Und gleich darauf: „Na dann eben nicht.“ Und legt auf. Puh! Geschafft!
Im Artikel blättern
2
Große Lieben teilt man nicht








powered by plista















